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Kompaniechef des K. u. k. Infanterieregiment Nr. 73 zu Pferd (1914)

Ein Kompaniechef oder Kompanieführer[1] ist eine militärische Führungsperson und ein Offizier. Er befehligt eine Kompanie oder eine damit vergleichbare Einheit. Historisch leitet sich der Begriff des Chefs vom Inhaber (Besitzer) der von ihm geführten Truppenkörper ab. War die Übernahme der Führungsaufgaben selbst nicht möglich, wurden Offiziere beauftragt, die als Kommandeur oder Führer bezeichnet wurden (heute noch in der britischen Armee anzutreffen – Garderegimenter haben sowohl Chefs als auch Kommandeure). Siehe auch Stabskapitän. In der Bundeswehr wird heute nur der ständige Führer einer Kompanie als Chef bezeichnet, seine Urlaubs- oder Krankheitsvertretung als Kompanieführer.[2]

Inhaltsverzeichnis

DeutschlandBearbeiten

Als Einheitsführer, so die offizielle, neutrale Bezeichnung, ist er militärischer Vorgesetzter aller Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften seiner Einheit. Er besitzt diesen gegenüber Disziplinarbefugnisse. Gegenüber zivilen Angestellten ist er weisungsbefugt.

Ihm obliegt die personelle und materielle Verantwortung seiner Einheit, er beaufsichtigt die Ausbildung, führt sie im Gefecht und verhängt bei Bedarf erzieherische oder disziplinare Maßnahmen. Gemäß der Wehrdisziplinarordnung ist er Disziplinarvorgesetzter aller ihm unterstellten Soldaten.

Der Dienstposten des Kompaniechefs (KpChef) ist als Hauptmann (A11 / A12) oder Major (A13) dotiert. Das deutsche Heer durchläuft aktuell (Stand: 2013) einen Transformationsprozess, im Rahmen dessen alle Chefdienstposten, die bislang für Hauptmann A12 dotiert waren, zum Major hochgestuft werden. Grundlage hierfür ist ein neues Laufbahnmodell mit dem Ziel, Offizieren vor der ersten Chefverwendung mehr Lebens- und Diensterfahrung zuteilwerden zu lassen. Dies beinhaltet u. a. das Durchlaufen von drei unterschiedlichen Verwendungen auf der Dienstgradebene Leutnant/Oberleutnant/Hauptmann, bevor der Soldat seine erste Chefverwendung als Major antritt. In manchen Einheiten des zentralen Sanitätsdienstes muss der Kompaniechef ein Sanitätsoffizier sein. Dieser Kompaniechef hat dann den Rang eines Oberstabsarztes (entspricht Major) oder eines Oberfeldarztes (entspricht Oberstleutnant).

Wegen abweichenden Bezeichnungen der Einheiten bei der Artillerie-, der Heeresflugabwehrtruppe, in fliegenden Verbänden der Luftwaffe sowie bei den Heeresfliegern heißt der Einheitsführer Batteriechef (BttrChef) bzw. Staffelkapitän. Bei den Sanitätsstaffeln und Flugabwehrraketenverbänden wird er Staffelchef genannt. An Truppenschulen wird die hinsichtlich der Hierarchie und Disziplinarbefugnis vergleichbare Dienststellung Inspektionschef (InChef) genannt. Durch den Lehrauftrag hat dieser meist den Rang Oberstleutnant (A14 / A15); die Hörsaalleiter (entspricht Zugführer) einer Inspektion sind meist Hauptleute.

ÖsterreichBearbeiten

Im Österreichischen Bundesheer wird der Kompaniechef als Kompaniekommandant (KpKdt) bezeichnet und ähnelt der Funktion des Kompaniechefs weitgehend.

SchweizBearbeiten

In der Schweizer Armee wird der Kompaniechef als Kompaniekommandant (Kp Kdt) bezeichnet, umgangssprachlich Kadi.

Der Kompaniekommandant beginnt seine Ausbildung als Oberleutnant. Die Ausbildung erfolgt in drei Stufen. Als erstes wird der Führungslehrgang Einheit (FLG Einh) absolviert. Dieser findet unabhängig von der Truppengattung in Luzern statt. Den angehenden Einheitskommandanten wird das allgemeine Handwerk des Kommandanten im Bereich der Führungstätigkeiten (5+2) vermittelt. Als zweites wird der Technische Lehrgang besucht, der Truppengattungsspezifisch, teilweise sogar Funktionsspezifisch im jeweiligen Lehrverband stattfindet.

Schließlich wird das Gelernte in einer 19-Wöchigen Rekrutenschule mit dem sog. Abverdienen (praktischer Dienst) angewendet. Dabei führt der angehende Kp Kdt die Kp von Beginn ab, er plant über 19 Wochen die Ausbildung sowie der Einsatz der Kompanie. Die Beförderung zum Hauptmann erfolgt mit der Übernahme des Kommandos über die Kompanie, resp. wenn alle Kurse absolviert wurden.

Unter dem Jahr plant der Einh Kdt die WK. Ausserdienstlich plant er unter Einbezugnahme seiner Unterstellten (Meistens Einh Fw, Einh Four sowie Stv) die Wiederholungskurse. Für alle ausserdienstliche Tätigkeiter erhält er weder Sold noch Erwerbsersatz, es wird vor allem auf freiwilliger Basis gearbeitet.

Die automatische Beförderung des Kommandanten einer Stabskompanie zum Major findet seit dem 1. Januar 2019 (WEA) nicht mehr statt.

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang R. Vogt: Die soziale Rolle des Kompaniechefs. Ein Beitrag zur inneren Führung. v. Decker, Hamburg 1970.

WeblinksBearbeiten

 Wiktionary: Kompanieführer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Duden führt die beiden Begriffe als Synonyme. Vgl: Duden. 24. Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Duden 2006 S. 593
  2. vgl.: http://worterbuchdeutsch.com/de/kompaniefuhrer
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