Dienstposten ist das konkrete Amt eines Beamten, Soldaten und Richtern im funktionellen Sinne, d. h. die Übertragung eines im Organisations- und Geschäftsverteilungsplan vorgesehenen speziellen Aufgabenkreises bei einer bestimmten Dienststelle,[1] beispielsweise stellvertretender Kommissariatsleiter K  5 bei der Kriminalpolizeiinspektion (KPI) N. (A 11–A 12).[2]

Der Dienstposten ist in der Regel einer bestimmten Besoldungsgruppe zugeordnet (§ 18 Satz 1 BBesG). Wenn hierfür ein sachlicher Grund besteht, kann ein Dienstposten auch mehreren Besoldungsgruppen zugeordnet werden (Dienstpostenbündelung im Bereich der sogenannten „Massenverwaltung“).[3][4]

Für eine Klage eines Beamten mit dem alleinigen Ziel, dass der von ihm wahrgenommene Dienstposten höher bewertet wird, fehlt dem Beamten die entsprechend § 42 Abs. 2 VwGO erforderliche Klagebefugnis.[5][6]

Der Dienstposten ist nicht mit der Planstelle bzw. Dienststellung im Haushaltsplan zu verwechseln. Um einen konkreten Beamten für eine bestimmte Tätigkeit einsetzen zu können, braucht es einen entsprechend bewerteten Dienstposten, der mit einer mit den zugehörigen Haushaltsmitteln ausgestatteten Planstelle hinterlegt ist. Bei der haushaltsrechtlichen „Topfwirtschaft“ wird darauf verzichtet, die Planstellen bestimmten Dienstposten fest zuzuordnen. Vielmehr belässt der Dienstherr die vom Haushaltsgesetzgeber im Stellenplan zur Verfügung gestellten Planstellen in diesem „Topf“ und greift nur von Fall zu Fall auf sie zu, soweit er Beförderungen vornehmen will.[7]

Nicht nachzubesetzende Dienstposten werden mit dem Zusatz kW für künftig wegfallend gekennzeichnet. Diese Dienstposten gehören in der Regel nicht zum anerkannten Personalbedarf und werden meist aus sozialen Gründen eingerichtet. Dienstposten, die mit einem Beamten einer anderen Besoldungsgruppe besetzt sind als es der Bewertung des Dienstpostens entspricht, werden mit kU für künftig umzuwandeln gekennzeichnet.

In der Privatwirtschaft werden zwar keine hoheitlichen Aufgaben wahrgenommen, dennoch existieren dort ähnliche Verantwortlichkeitsgefüge und Bezeichnungen, wie z. B. Abteilungsleiter.

Dienstpostenähnliches Konstrukt (DPäK)Bearbeiten

Soldaten und Zivilbeschäftigte der Bundeswehr, die keinen regulären Dienstposten besetzen, werden auf sogenannten „dienstpostenähnlichen Konstrukten“ (DPäK) geführt. 2018 betraf dies 43.600 Soldaten.[8]

Für Soldaten in der Ausbildung, z. B. an den Bundeswehr-Universitäten, den Offizier- und Unteroffizierschulen, sind 34.800 „DPäK Schüler“ Dienstposten vorgesehen, von denen 2018 ca. 33.400 besetzt waren. 5.900 Soldaten waren im gleichen Jahr auf DPäK versetzt, weil sie einen Anspruch auf Freistellung vom militärischen Dienst zum Zwecke der Berufsförderung haben. Diese Zahl ist rückläufig, weil für ab 2012 begründete Dienstverhältnisse der Anspruch nicht mehr besteht. 390 Soldaten sitzen auf DPäK, weil ihnen aufgrund eines Härtefalls oder aus besonderen Fürsorgegründen eine heimatnahe Verwendung ermöglicht wird, ein für die Person passender regulärer Dienstposten aber nicht zur Verfügung stand. Für die Wahrnehmung von Elternzeit und Betreuungsurlaub (§ 28 Abs. 5 SG) waren 1.700 DPäK im Jahr 2018 eingerichtet. Im gleichen Jahr waren in 900 Fällen organisatorische Gründe und in 600 Fällen die Aufnahme in die Schutzzeit nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz ausschlaggebend für die Versetzung auf DPäK.[8]

Dienstpostenähnliche Konstrukte sind eine Ursache für die hohe Zahl an unbesetzten Dienstposten in der Bundeswehr.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten