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GeographieBearbeiten

Der Ort liegt auf um die 372 m ü. A. im Antiesental, ca. 10 km nördlich der Bezirksstadt Ried im Innkreis, als ursprüngliches Straßendorf, heute Haufendorf an der Hausruck Straße (B143, ehemalige Hausruck-Bundesstraße), die hier die Antiesen entlangverläuft.

Die Ortschaft umfasst etwa 280 Gebäude (Stand 2012)[1] mit um die 900 Einwohnern. Zusammen mit Jenseits bildet Diesseits den eigentlichen Ort Sankt Martin, der sich um Schloss Arco-Zinneberg (Schloss St. Martin) gruppiert. Zu Diesseits gehören alle Häuser zwischen dem Senftenbach im Norden und Kraftwerk im Süden, einschließlich der Häuser am Bahnhof und den Häusern unterhalb St. Ulrich Richtung Karchham.[1]

Der Ortsname Diesseits ist wörtlich, die Katastralgemeinde St. Martin im Innkreis Diesseits umfasst alle Gemeindeteile, die – vom Schloss aus betrachtet – diesseits der Antiesen liegen (die anderen Gemeindeteile liegen „jenseits“). Dazu gehören auch die Ortschaften der Rotten Breitenaich gleich an der Bundesstraße nordwärts Richtung Ort im Innkreis anschließend, die zur Gemeinde gehörigen Anteile von Hofing (Rest Gemeinde Aurolzmünster) südwärts Richtung Ried, und Sindhöring nordwestlich und Karchham westlich an den linken Hängen des Antiesentals.

Nachbarortschaften und -katastralgemeinden:

(beide KG, Gem. Reichersberg)
Sindhöring

Ort im Innkreis (KG, Gem.)




Greifling (KG, Gem. Mörschwang)
  Jenseits
(Ortsch. u. KG)

(beide Gem. Senftenbach)

Hofing
(Gem. St. Martin u. Aurolzmünster)

Forchtenau (KG, Gem. Aurolzmünster)


Utzenaich (KG)

(beide Gem. Utzenaich)

GeschichteBearbeiten

 
Schloss, Kirche und Ort, 1721; hier der Antiesen liegt Jenseits (nach einem Kupferstich von Michael Wening)

1084 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung von St. Martin als Lehen des Hochstiftes Passau. Um 1150 ist es Ainwicus de sancti Martino ‚Dorf von Hl. Martin‘ genannt.[2] Die Herren von Schwent scheinen 1166 als Lehnsträger von St. Martin auf. Der Ort hieß früher schlicht St. Martin diesseits, und war die Hofmark des Schlosses,[3] in der Ausdehnung der heutigen Katastralgemeinde.[4] Jenseits ist nicht früh beurkundet.[2] Heute ist der Ortsname hauptsächlich als Adresse bekannt, den Ort selbst nennt man allgemein Sankt Martin.

Bevölkerung und Gebäudestand[3]
Krld. Österr. o.d. Enns
(Mon. Österr.)(1)
Bld. Oberösterreich
(Rep. Österr.)
1785/88(1) 1824 1825 1869 1951 1961 1971 1981 1991 2001
Ort 445 731 716 693 697 763 831
59 73 115 157 183 215 233 256
KG 630 708 625 956 926 910 948 1051 1099
84 91 97 97 158 205 243 293 327 355
(1) Kronland offiziell 1779; Angabe 1785 (Vermutung) für den Ort, 1788 für die KG;[3] zu der Zeit Teil des Erzherzogtum Österreich; 1824/25: Kaisertum Österreich; 1869: Österreich-Ungarn

Infrastruktur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

In Diesseits sind die meisten wichtigeren Adressen der Gemeinde zu finden:

NachweiseBearbeiten

  1. a b Adresssuche Diesseits bei DORIS
  2. a b Norbert Grabherr: Historisch-topographisches Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. Reihe Veröffentlichungen der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Ur- und Frühgeschichte. 1975, S. 102 f.
  3. a b c Kurt Klein (Bearb.): Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Hrsg.: Vienna Institute of Demography [VID] d. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Oberösterreich Teil 2, St. Martin im Innkreis Diesseits KG/Diesseits , S. 26 f. (Onlinedokument, Erläuterungen. Suppl.; beide PDF – o.D. [aktual.]).
    Spezielle Quellenangaben: 1785: Häuserzahlen für Ortschaften im Innviertel, aus Ignaz De Luca: Geographisches Handbuch von dem österreichischen Staate. 1. Bd., 1791 (dürften wohl aus der Zeit um 1785 stammen). • 1788, 1824: Gemeinde (Hrsg.): St. Martin im Innkreis, 1984. • 1825: Militär-Konskription 1823/30; ziziert nach Benedikt Pillwein: Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogtums Österreich ob der Enns und des Herzogtums Salzburg. 1827/32; Neue Ausgabe 1843. • 1869: Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im österreichischen Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder. (1871 ff.). • 1951 und später: Österreichisches Statistisches Zentralamt / Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis. (Ergebnisse der Volkszählungen).
  4. vgl. die Angaben 1869 für KG und Hofmark