Die Toten vom Schwarzwald

Die Toten vom Schwarzwald (Arbeitstitel: Die schwarzen Wälder) ist ein deutscher Mystery-Thriller aus dem Jahr 2010 von Thorsten Näter, nach einer Idee von Johannes W. Betz und Martin Pristl. In den Hauptrollen spielten Heino Ferch, Nadja Uhl und Anna Schudt. Bei der Erstsendung am 8. Februar 2010 im ZDF als Fernsehfilm der Woche sahen ihn 7,06 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 20,8 % entspricht.[1][2]

Film
OriginaltitelDie Toten vom Schwarzwald
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Thorsten Näter
Drehbuch Thorsten Näter
Produktion Nina Lenze, Kerstin Ramcke
Musik Axel Donner
Kamera Joachim Hasse
Schnitt Julia von Frihling
Besetzung

HandlungBearbeiten

Inka, eine junge Lehrerin, hat eine Mitfahrgelegenheit in den Schwarzwald. Bei einer Rast im Holltal verschwindet die Fahrerin Katharina spurlos. Da die Ortspolizei schleppend ermittelt, fährt Katharinas Ex-Mann Matthias Auerbach, selbst Kriminaltechniker, ins Holltal.

Er stößt in dem Dorf auf eisiges Schweigen, und der Bürgermeister Beierle scheint alle Fäden in der Hand zu halten. Den Söhnen der Tankstellenbesitzerin Mandy Kreuzer befiehlt er, Auerbach auch mit Gewalt deutlich zu machen, dass er nicht erwünscht ist. Doch Auerbach entdeckt bei den Zwillingsfelsen im Wald, wo Katharina verschwunden ist, das Skelett einer Frau. Obwohl die Frau schon mehrere Jahre tot ist, stimmt die DNA mit Katharinas überein.

Auerbach will nicht glauben, dass es sich um seine Ex-Frau handeln soll. Verzweifelt führt er mit Inkas Hilfe vor Ort seine Recherchen fort. Dabei stößt er auf eine Sage zu den Zwillingsfelsen und einen Pakt mit dem Teufel, den die Holltalbewohner im Dreißigjährigen Krieg geschlossen haben sollen.

Es stellt sich heraus, dass das Skelett im Wald tatsächlich Katharina ist. In ihre Rolle war zwischenzeitlich die Zwillingsschwester Roswitha Beierle geschlüpft, die Tochter des Bürgermeisters. Dieser hatte die Zwillinge direkt nach der Geburt und ohne das Wissen der betäubten Mutter getrennt, Katharina war bei der Hebamme Birgit Kraft aufgewachsen. Als sich Roswitha und Katharina später zufällig trafen, stellten sie ihren Vater zur Rede und dieser tötete Katharina. Roswitha versuchte zunächst, das Leben Katharinas weiter zu führen, wurde jedoch in der neuen Rolle nicht glücklich. Auerbach wurde von ihr bewusst ins Holltal gelockt, um den Mord an Katharina aufzuklären.

ProduktionBearbeiten

Gedreht wurde der Film vom 17. Juni bis 18. Juli 2008 in Todtnau, Freiburg im Breisgau, Fröhnd, Kirchzarten, Schönau im Schwarzwald und Wolfach.[3]

KritikBearbeiten

„Solide inszenierter, gut gespielter (Fernseh-)Thriller um Mythen und Aberglauben. Dennoch hätte dem Sujet mehr inszenatorischer Biss gut getan; statt Suspense und Thrill über atmosphärisch gruselige Szenarien zu erzeugen, setzt der Film zu sehr auf die aufreizend auftönende Tonspur.“

Filmdienst[4]

„Und zu Beginn des Filmes scheint es durchaus so, das [sic] dem Zuschauer ein spannungsreicher Abend bevorstehen würde. Doch mit zunehmender Sendezeit wird die arg konstruierte Geschichte immer blutleerer, wirkt einfach nur noch an den Haaren herbei gezogen - Märchen und Mythen aus dem Süden der Republik hin oder her. Schade auch, dass die Auflösung des Geheimnisses recht früh offenbart wird. So wirkt gerade die letzte halbe Stunde des Films doch mit der einen oder anderen Länge etwas überflüssig. Schwierig wird es auch, wenn der Zuschauer ohne Kenntnis der schwäbelnden Mundart ohne Untertitel teilweise recht langen Dialogen folgen muss.“

Torben Gebhardt: Quotenmeter[5]

„Der Film von Genre-Kenner Thorsten Näter droht vor klassischen Thriller-Ingedienzen [sic!] fast schon überzuborden: das schauerliche Idyll der verwunschenen Schwarzwaldkulisse, die Anreicherung und Verknüpfung seiner Geschichte mit einem Sagen-Mythos oder der große Fremde, der als Geheimnislüfter in einen überschaubaren Mikrokosmos eindringt. In „Die Toten vom Schwarzwald“ fügen sich all diese Zutaten allerdings zu einem homogenen Ganzen. Wenn man nach einer guten Stunde fast schon enttäuscht das Geheimnis als gelüftet wähnt, ist man doch nur auf die halbe Wahrheit gestoßen. Das an Tragik reiche Drama, das letztlich zutage tritt, findet in seinem ganzen Ausmaß Ausdruck im Gesicht von Heidy Forster. Sie ist fraglos der größte Trumpf, in einem tollen Ensemble, in dem auch der im vergangenen Jahr verstorbene Traugott Buhre in seiner letzten TV-Rolle für großes Theater sorgt.“

fra.: kino.de[6]

„Schwarzwald, ganz finster: Heino Ferch überzeugt in einem nicht durchwegs überzeugenden Zwillingskrimi.
[...] Die Geschichte vom Totschlag des Vaters an der einen seiner Zwillingstöchter; die Geschichte von der anderen Zwillingstochter, die in die schwesterliche Rolle als Ehefrau schlüpft; die späte Rache am grausamen Vater, um ihn endlich doch noch als Mörder verurteilt zu sehen: All das wäre komplex genug. Dass die Menschen zufällig im finsteren Schwarzwald stets am richtigen Ort hinterm Baum versteckt stehen und koboldgleich immer im richtigen Moment auftauchen – das überstrapaziert die geduldige Logik des Zuschauers. „Ach“, stöhnt die Frau des Mörders, „unser Leben ist schon vor ganz langer Zeit aus den Fugen geraten.“ Ach, seufzt der Zuschauer: Schade um die viele gute Schauspielerei bis in die Nebenrollen: Auch dieser Krimi gerät allzu früh aus den Fugen des rational Nachvollziehbaren.“

Josef Seitz: Focus[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Toten vom Schwarzwald. In: Filmdienst. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  2. Die Toten vom Schwarzwald. In: Tittelbach.tv. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  3. Die Toten vom Schwarzwald (TV Movie 2010) - Filming & Production - IMDb. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  4. Die Toten vom Schwarzwald,. Filmdienst, abgerufen am 22. Mai 2020.
  5. Die Kritiker: «Die Toten vom Schwarzwald» – Quotenmeter.de. 6. Februar 2010, abgerufen am 22. Mai 2020.
  6. Die Toten vom Schwarzwald Film (2009) · Kritik · KINO.de. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  7. „Die Toten vom Schwarzwald“: Blair Witch in Baden-Württemberg - FOCUS Online. 9. Februar 2010, abgerufen am 22. Mai 2020.