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Logo des Deutschland Cups

Der Deutschland Cup ist ein jährlich im November in Deutschland stattfindendes Eishockeyturnier, an dem die Nationalmannschaften verschiedener Länder teilnehmen. Der Wettbewerb wird seit 1987 vom Deutschen Eishockey-Bund organisiert.

Seit 2018 wird der Deutschland Cup mit vier Mannschaften im Königpalast in Krefeld ausgetragen, der Stadt, in der der Deutsche Eishockey-Bund 1963 gegründet wurde. Die Vereinbarung gilt zunächst für drei Jahre.[1]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Anfangsjahre (1987–1997)Bearbeiten

1987 rief der Deutsche Eishockey-Bund den Deutschland Cup als offizielles Nationenturnier ins Leben. Als Austragungsort der ersten Jahre diente Stuttgart, insgesamt fand bis 1996 mit Ausnahme von 1991, wo der Wettbewerb in der Eissporthalle Frankfurt ausgespielt wurde, mindestens ein Spiel in der baden-württembergischen Landeshauptstadt statt. 1993 fungierten zudem Ulm, Bietigheim und Pforzheim beziehungsweise 1994 Pforzheim und Neu-Ulm als zusätzliche Austragungsorte des Turniers. Im Lauf der Jahre änderte sich zudem des Öfteren der Austragungsmodus des Wettbewerbs. Spielten anfänglich drei bzw. ab dem zweiten Jahr vier Mannschaften in einer Jeder-gegen-Jeden-Runde den Turniersieger aus, bestand der Deutschland Cup in seiner Hochphase Mitte der 1990er Jahre aus einer Vorrunde mit zwei Gruppen und einer anschließenden Finalrunde, in der die Gesamtplatzierungen ausgespielt wurden. Im Jahr 1997 wurde der vorerst letzte Deutschland Cup in München und Füssen ausgespielt.

Neben dem Gastgeber Deutschland starteten im Laufe der Anfangsjahre die wichtigsten Nationalmannschaften der Welt, wie die der Tschechoslowakei und später Tschechischen Republik und der Slowakei, verschiedene Auswahlen UdSSR bzw. Russlands sowie Schweden, Finnland oder Kanada, beim Deutschland Cup. Im Zuge der Gründung der neuen Eliteliga DEL nahm im Jahr 1994 zudem ein „DEL All-Star-Team“ am Deutschland Cup teil.

Die Wiederbelebung (seit 2000)Bearbeiten

 
Eine Spielstätte des Deutschland Cups in der Ära der Multifunktionsarenen: Die SAP-Arena Mannheim

Im Vorfeld der anstehenden Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren 2001 in Deutschland wurde der Deutschland Cup schließlich nach zweijähriger Pause im Jahr 2000 wiederbelebt, um als Testlauf für das anstehende Großturnier zu dienen. Als Spielort der nächsten Jahre etablierte sich die zur Expo 2000 errichtete TUI Arena in Hannover, zudem wurden neu errichteten Multifunktionsarenen wie der Color Line Arena in Hamburg im Jahr 2004 oder SAP-Arena Mannheim 2005, die Möglichkeit geboten, erstmals internationale Turniere auszurichten. Um die enge Zusammenarbeit mit dem Dauerteilnehmer Schweiz zu betonen fanden zudem die Eröffnungsspiele der Veranstaltung 2004 sowie des in TUI Nations Cup umbenannten Wettbewerbs 2005[2] auf schweizerischem Boden, nämlich in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen bzw. im Hallenstadion Zürich statt. Bereits im Jahr 2006 kehrten die Veranstalter zum alten Namen Deutschland Cup zurück. Im Jahr 2008 wurde das Turnier erneut in Mannheim und Frankfurt ausgetragen. Von 2009 bis 2011 war der Austragungsort die Olympiahalle München.[3] In den Jahren 2012 und 2013 wurde der Deutschland Cup aufgrund von Sanierungsarbeiten im Olympia-Eissportzentrum ausgetragen und war nach deren Abschluss 2014 wieder in die Olympiahalle zurückgekehrt.[4] Von 2015 bis 2017 fand der Deutschland Cup für drei Jahre im Curt-Frenzel-Stadion in Augsburg statt. Seit 2018 findet der Deutschland Cup für drei Jahre in Krefeld am Niederrhein statt.[5]

Zu den regelmäßigen Teilnehmern zu Beginn des 21. Jahrhunderts gehörten neben den Gastgebern Deutschland und der Schweiz vor allem die Slowakei, Kanada sowie die Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten, die beiden letzteren allerdings hauptsächlich mit Spielern aus den europäischen Ligen und nicht der nordamerikanischen National Hockey League.

Teilnehmer und PlatzierungenBearbeiten

Die folgende Liste zeigt alle bisherigen Teilnehmer des Deutschland Cups und deren jeweilige Platzierung:[6]

1987 1988 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Danemark  Dänemark 6.
  DEL All-Stars 5.
Deutschland  Deutschland     4.     4. 6.     4. 4.       5. 5. 4.                       4.
Finnland  Finnland     4.  
Italien  Italien  
Japan  Japan 6. 5.
Kanada  Kanada 4.     6.       4.   4.           4. 4.  
Lettland  Lettland 5.
Polen  Polen   4.
Schweden  Schweden     6. 5.
Schweiz  Schweiz   7. 4.       4.   4.                       4.  
Tschechoslowakei  Tschechoslowakei     4.   5.
Tschechien  Tschechien    
Slowakei  Slowakei   4.             4. 4. 4. 4.     4.   4.      
Sowjetunion  UdSSR    
Russland  Russland        
Vereinigte Staaten  USA       4.     4.     4.

MedaillenspiegelBearbeiten

nach 29 Turnieren, Stand 2018

Rang Land Gold Silber Bronze Gesamt Teilnahmen
1 Deutschland  Deutschland 7 5 8 20 29
2 Russland  Russland1 (davon Sowjetunion  UdSSR) 6 (2) 6 (2) 6 (2)
3 Kanada  Kanada 4 4 4 12 18
4 Slowakei  Slowakei 4 3 6 13 20
5 Schweiz  Schweiz 2 9 6 17 22
6 Vereinigte Staaten  USA 3 4 7 10
7 Tschechien  Tschechien1 (davon Tschechoslowakei) 2 (1) 1 2 (2) 5 (3) 7 (5)
8 Finnland  Finnland 1 2 3 4
9 Schweden  Schweden 2 2 4
10 Italien  Italien 1 1 1
11 Polen  Polen 1 1 2
1 Russland hat die IIHF-Mitgliedschaft der UdSSR übernommen und Tschechien die der Tschechoslowakei. Daher werden in den offiziellen Statistiken diese Länder gemeinsam betrachtet.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. kicker.de: Deutschland Cup zieht nach Krefeld um Artikel vom 1. Februar 2018
  2. hockeyweb.de, Jetzt heißt er "TUI Nations Cup"
  3. Deutschland Cup für drei Jahre nach München. In: Eishockey.info. 20. Februar 2009, abgerufen am 13. November 2012.
  4. deutschlandcup-online.de: Deutschland Cup 2012 in München
  5. Jörg Zellen: Deutschland Cup: Zuschlag für Krefeld. Abgerufen am 1. Februar 2018.
  6. Alle Deutschland-Cup-Spiele. hockeyweb.de, 13. November 2012, archiviert vom Original am 26. Januar 2008; abgerufen am 17. Dezember 2012.