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Das Deutsche Historische Institut Moskau (DHI) fördert Projekte und führt eigene Forschungen zur russischen/sowjetischen und zur deutschen Geschichte sowie zu den deutsch-russischen Beziehungen in ihrem internationalen Zusammenhang durch. Besonderes Interesse gilt Fragen der Historiographie sowie kulturellen Transfer- und Austauschprozessen. Es ist in einem Gebäude der Russischen Akademie der Wissenschaften untergebracht.

GeschichteBearbeiten

Das Institut geht zurück auf eine Initiative der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius im Jahr 2005. Es wurde bis 2008 ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert. Seit 2009 wird das Institut durch die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird, betreut. Das DHI veröffentlicht im Internet deutsche Dokumente aus dem Zentralarchiv des russischen Verteidigungsministeriums, u. a. des Oberkommandos der Wehrmacht (271 Akten) des Oberkommandos des Heeres (988 Akten) sowie der Heeresgruppe Mitte (852 Akten).[1]

Im Januar 2015 gab es einen Großbrand in der Bibliothek des Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, der auch die Räume des DHI beeinträchtigte. Veranstaltungen mussten in Räume anderer – vorwiegend universitärer – Einrichtungen verlegt werden.[2] Zum 10. Jubiläum des DHI im September 2015 konnte die rechtliche Situation des Instituts geklärt werden. Als vom Ausland finanzierte Einrichtung stand das DHI nach den russischen Gesetzen unter starkem Druck. Mit Vermittlung der Politik war es möglich, das Institut als kommerzielles Unternehmen zu registrieren, was die Finanzierung aus dem Ausland unproblematisch macht.[3]

Gründungsdirektor war Bernd Bonwetsch; Direktor seit Mai 2010 ist Nikolaus Katzer.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Website des DHI. Abgerufen am 2. Mai 2015.
  2. DHI: Nach dem Brand, 19. Februar 2015
  3. Deutschlandradio Kultur: Dienstleister und Mittler zwischen zwei Welten, 15. September 2015

WeblinksBearbeiten