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Deutsches Forum für Kunstgeschichte

Institution der deutschen Frankreichforschung sowie der französischen Deutschlandforschung

Das Deutsche Forum für Kunstgeschichte Paris (DFK Paris; auf Französisch: Centre allemand d’histoire de l’art Paris) wurde 1997 eingerichtet, um der deutschen Frankreichforschung sowie der französischen Deutschlandforschung einen institutionellen Rahmen zu geben und zugleich den internationalen kunstwissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Die Organisation, anfangs an der Place des Victoires beheimatet, ist seit Oktober 2011 im Hôtel de Lully, dem ehemaligen Wohnsitz des französischen Komponisten Jean-Baptiste Lully in Paris in unmittelbarer Nähe der französischen Kollegen des Institut national d’histoire de l’art (INHA) und der alten Bibliothèque Nationale de France untergebracht.[1]

Deutsches Forum für Kunstgeschichte Paris
Kategorie: Wissenschaftliche Einrichtung
Träger: Max Weber Stiftung - Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland
Rechtsform des Trägers: Bundesunmittelbare Stiftung
Sitz des Trägers: Bonn
Standort der Einrichtung: Paris, Frankreich
Art der Forschung: Deutschsprachige Frankreichforschung
Fächer: Kunstgeschichte
Fachgebiete: Geistes- und Sozialwissenschaften
Grundfinanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Leitung: Thomas Kirchner
Mitarbeiter: ca. 20
Homepage: http://www.dfk-paris.org

Das DFK verfügt über eine öffentliche Forschungsbibliothek mit über 80.000 Medieneinheiten, die auf deutschsprachige Kunst- und Kulturgeschichte spezialisiert ist. Es vergibt Doktoranden- und Habilitationsstipendien zu wechselnden Jahresthemen und richtet regelmäßig Vortragsserien, Kongresse und Kolloquien aus. Am Institut waren und sind längerfristige Forschungsprojekte angesiedelt, darunter die Erforschung der deutsch-französischen Kunstbeziehungen; Ästhetische Dimensionen kultureller Übersetzungsprozesse in der Weimarer Klassik[2]; die Erforschung der Bau- und Ausstattungsgeschichte des Palais Beauharnais, der Residenz des Deutschen Botschafters in Paris,[3] oder die Erstellung des Œuvrekatalogs von Max Ernst durch die 2003 am DFK Paris ins Leben gerufene „Dokumentation Max Ernst“. Die Herausgabe der „Conférences de l’Académie Royale de Peinture et de Sculpture“ wurde 2015 abgeschlossen.[4]

Forschungsschwerpunkte des Instituts sind die deutschsprachigen Frankreichforschung, die Förderung des Interesses der französischen Geisteswissenschaften an der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der deutschsprachigen Kunst und Kunstgeschichte sowie aktuelle Tendenzen der Kunstwissenschaft. Diese Schwerpunkte werden durch die vorhandenen wissenschaftlichen Abteilungen „Bibliothek“, „Frz. Publikationen“, „Dt. Publikationen“, „Digital Humanities“ und „Nachwuchsförderung“ vertreten.

Die Schriftenreihen der Organisation (Monographien; Passagen; Passerelles) werden für Frankreich in der Edition de la Maison des sciences de l’homme (MSH) und für Deutschland im Deutschen Kunstverlag, Berlin/München veröffentlicht. Die Organisation ist darüber hinaus an zahlreichen weiteren Publikationen, die in Zusammenarbeit mit Museen oder anderen Forschungseinrichtungen entstehen, beteiligt und zudem selbst in der Konzeption von Ausstellungen aktiv (unter anderem das Musée du Louvre, das Musée d’Orsay und das Musée des Beaux-Arts de Tours).

Die Organisation ist Teil der bundesunmittelbaren Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland sowie Mitglied der International Association of Research Institutes in the History of Art (RIHA). Das Stipendienprogramm des DFK Paris wird unter anderem in Kooperation mit dem Sterling and Francine Clark Art Institute/Williamstown und dem Courtauld Institute of Art/London durchgeführt.

Gründungsdirektor war Thomas W. Gaehtgens, heute Direktor des Getty Research Institute. Von Februar 2009 bis Januar 2014 war Andreas Beyer Direktor des DFK Paris, heute Sprecher des Internationalen Forschungsverbunds Bilderfahrzeuge – Aby Warburg's Legacy and the Future of Iconology.[5] Am 1. Februar 2014 hat Thomas Kirchner die Leitung des Institutes übernommen.

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten