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Dautzsch

Stadtteil in der Stadt Halle (Saale)

Der Dautzsch ist eine Erhebung und der gleichnamige Stadtteil im Stadtbezirk Ost der Stadt Halle (Saale). Er befindet sich zwischen den damaligen alten Dörfern Diemitz und Reideburg.

Wappen von Halle (Saale)
Dautzsch
Stadtteil von Halle (Saale)
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Über dieses Bild
Koordinaten 51° 29′ 45″ N, 12° 1′ 24″ OKoordinaten: 51° 29′ 45″ N, 12° 1′ 24″ O.
Einwohner 1881 (31. Dez. 2017)
Eingemeindung 1. Jul. 1950
Postleitzahl 06116
Vorwahl 0345
Verkehrsanbindung
Autobahn A14
Bundesstraße B100
Bus 27

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Siedlung am Dautzsch gibt es seit Anfang der 1930er, die ersten Häuser wurden ab 1932 errichtet. Der Ort liegt im Osten von Halle und gehörte, damals noch vor den Toren bzw. außerhalb der Stadt Halle im Saalkreis, zu den alten Gemüsedörfern um Halle, wo besonders Gurken und Kümmel angebaut wurden. Ab 1932 wurden durch die Siedlungsgemeinschaft die ersten 58 Doppelhäuser errichtet. Jede dieser 116 Doppelhaushälften steht auf einem etwa 1000 Quadratmeter großen rechteckigen Grundstück. Alle Mitglieder der Siedlungsgemeinschaft und späteren Eigentümer der Häuser, errichteten diese zusammen. Das bedeutete, dass alle späteren Hausbesitzer an allen Häusern arbeiteten und nicht wussten, welches der Häuser sie später beziehen würden. Nach Fertigstellung wurde in einer Art Lotterie per Zufallsentscheid ausgelost, welcher Bauherr welches Haus in Besitz nehmen durfte. Der Hintergrund dieses Verfahrens ist, das alle Häuser in der bestmöglichen Qualität errichtet werden, den gleichen Ausstattungsstandard bekommen und keiner der Siedler benachteiligt wird.

Im Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Dautzsch mehrere Flak-Geschütze aufgestellt, die die Stadt Halle in östlicher Richtung gegen Flugzeuge verteidigen sollten. Reste der Anlagen sowie einen später errichteten Bunker findet man noch heute auf dem Dautzschberg.

Am 1. Juli 1950 wurde der Dautzsch in die Stadt Halle (Saale) eingemeindet.[1]

AllgemeinesBearbeiten

Der Dautzsch gilt als gefragtes Wohnviertel, da in diesem Stadtteil großflächig Bauland innerhalb der halleschen Stadtgrenzen vorhanden ist bzw. mehrfach vormals bewirtschaftete Ackerflächen in Wohnbauflächen umgewandelt wurden.[2][3] Die Leerstandsquote des Stadtteils liegt bei 0,9 Prozent und ist die niedrigste der Stadt Halle.[4]

Die Siedlung umfasste im Jahr 2012 mehr als 1800 Einwohner.[5] Dies entspricht einer Steigerung der Bevölkerungszahlen von über 50 % im Vergleich zum Jahre 1989.

Im Jahre 1989 wurde eine Gemeinschaftsantennenanlage bzw. eine Kabelkopfstelle auf dem Dautzschberg errichtet, die vom gemeinnützigen Verein Interessengemeinschaft Dautzscher Antenne betrieben wird und die TV-Versorgung des Gebietes über Kabel sicherstellt. Die Refinanzierung erfolgt über Mitgliedsbeiträge in Höhe von 43 Euro jährlich.[6]

Um die Interessen der Bürger bei Aspekten der Stadtentwicklung wahrzunehmen, wie zum Beispiel nötige Straßensanierungen, Straßenneubauten,[7] Lösung von Hochwasserproblemen und Bekämpfung von Fluglärm verursacht durch den naheliegenden Flughafen Leipzig/Halle[8] existiert seit 2001 die Bürgerinitiative Dautzscher Wohngemeinschaft im Verband Wohneigentum.[9]

Zur kommunalen Infrastruktur gehören der Sportplatz für Fußballspiele der Kreis- und Jugendliga sowie das in den 1950er Jahren errichtete Kulturhaus, das neben einer Gaststätte ebenfalls einen großen Saal umfasst. Dieser wird als Domizil für Vereine, für Gastspiele des halleschen Kabaretts und als Wahllokal genutzt.

Infrastrukturell ist das Viertel unmittelbar an die B100 und die BAB14 sowie seit Dezember 2018 über die Haupterschließungsstraße Halle-Ost ebenfalls an die B6 und B91 angebunden.[10]

SonstigesBearbeiten

Im Krater des Dautzschbergs, der aus Porphyr besteht, wurden Steine für den Straßenbau gebrochen, so dass in der Mitte ein Loch von der Größe eines halben Fußballfeldes entstand. Dieses Loch wurde bis zur Verfüllung Anfang der 1930er als Badesee genutzt. Danach entstand dort ein Handballfeld und später wurden auf dem Platz bis 1988 Motoball-Turniere durchgeführt. Heutzutage wird er unter anderem für die jährlich stattfindenden Osterfeuer genutzt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dautzsch auf gov.genealogy.net
  2. Bebauungsplan Nr. 108, Wohnbebauung Halle-Dautzsch, Zöberitzer Weg
  3. Bebauungsplan Nr. 15.1, Wohnbebauung Halle-Dautzsch, Reideburger Landstraße
  4. Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2007, S. 30.
  5. Halle (Saale) in Zahlen 2012 (PDF; 161 kB)
  6. Infokanal im Netz der IG Dautzscher Antenne
  7. Bürgerinitiative HES4 Osttangente (Memento vom 11. August 2012 im Internet Archive)
  8. Bürgerverein „Fluglärm Halle Ost e.V.“
  9. Dautzscher Wohngemeinschaft
  10. Mittwoch heißt es „Freie Fahrt“ auf der Osttangente!