Danger Dan

deutschsprachiger Rapper
Danger Dan 2015

Danger Dan (* 1. Juni 1983 in Aachen; bürgerlich: Daniel Pongratz) ist ein deutscher Rapper. Er ist sowohl solo als auch als Mitglied der Antilopen Gang aktiv.

LebenBearbeiten

Daniel Pongratz wuchs als einer von vier Söhnen des Pädagogen Ludwig A. Pongratz in Aachen auf. Seine Eltern stammten aus der linken Szene, sein Vater wurde später Professor für Pädagogik an der Technischen Universität Darmstadt. Sie förderten früh sein musikalisches Talent, genauso wie das seines jüngeren Bruders Tobias. Daniel Pongratz spielte schon früh in verschiedenen Punk-Bands, aber auch als Pianist in einer Funkband, während sein Bruder die Liebe zum Hip-Hop entdeckte und auch ihn damit in Berührung brachte.[1]

Daniel Pongratz hatte einige Jobs, während er sich auf das Abitur vorbereitete, unter anderem arbeitete er als Statist für die Seifenoper Marienhof und als Komponist und Autor für Puppentheaterstücke. Ohne Abitur begann er ein Studium der Musiktherapie an der Universität Maastricht in den Niederlanden, was ihm durch eine exzellente Aufnahmeprüfung gelang. Dort lernte er Sebastian Sturm kennen und wurde Teil der Reggae-Band Jin Jin aus Aachen. Sein Studium brach er daraufhin ab, um als Musiker sein Geld zu verdienen. Nebenbei arbeitete er als Musiklehrer an einer Hauptschule.[1] Mit Sebastian Sturm spielte er die beiden Alben This Change Is Nice (2006) und One Moment in Peace (2010) ein.

Sebastian Sturm, Moses Christoph und er gründeten zusammen das Cheer Up Trio und tourten unter anderem durch die Vereinigten Staaten und Europa. Das Trio blieb bis etwa 2012 zusammen.[1]

Dem Hip-Hop blieb Daniel Pongratz ebenfalls treu. Zusammen mit seinem Bruder Panik Panzer sowie Koljah gründete er 2005 das Gangsta-Rap-Satire-Projekt Caught in the Crack, das 2005 und 2008 zwei Internetalben veröffentlichte. Dort gab er sich den Namen Dan Juan de Marcos, und als Rapper übernahm er das Pseudonym Danger Dan, das er schon als Reggaemusiker verwendet hatte. Parallel entstand das Hip-Hop-Kollektiv Anti-Alles-Aktion. Aus diesem Projekt wurde schließlich zusammen mit Panik Panzer, Koljah und NMZS die Antilopen Gang.[1]

2008 erschien Danger Dans Solodebüt, die EP Coming out. Auf dem Album setzt er sich unter anderem mit Antisemitismus und der Shoah auseinander, was ihm eine anerkennende Erwähnung in der Jüdischen Allgemeinen einbrachte.[2] Ansonsten widmete er sich verschiedenen Musik- und Theaterprojekten, unter anderem war er im Auftrag des Goethe-Instituts in 17 verschiedenen Ländern aktiv und organisierte dort unter anderem Radioprojekte, Konzerte und Theateraufführungen. 2012 erschien seine zweite EP Dinkelbrot & Ölsardinen sowie das Kollaboalbum Aschenbecher mit NMZS.[1]

Anschließend begann die Antilopen Gang erfolgreich zu werden und Danger Dan fokussierte sich auf dieses Projekt, das nach dem Suizid von NMZS aus ihm, seinem Bruder und Koljah besteht.[1]

Am 1. Juni 2018, seinem 35. Geburtstag, erschien sein erstes Soloalbum, die Reflexionen aus dem beschönigten Leben auf Jochens kleine Plattenfirma, das Platz 20 der deutschen Charts erreichte.[1]

DiskografieBearbeiten

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[3]
Reflexionen aus dem beschönigten Leben
  DE 20 08.06.2018 (2 Wo.)
  AT 57 15.06.2018 (1 Wo.)
  CH 69 10.06.2018 (1 Wo.)

Solo

  • 2008: Coming out (EP, Download, Eigenproduktion)
  • 2012: Dinkelbrot & Ölsardinen (EP, Download/CD-r, Eigenproduktion)
  • 2018: Reflexionen aus dem beschönigten Leben (Jochens kleine Plattenfirma)

Kollaboalben

  • 2010: Traurige Clowns (mit Koljah, Eigenproduktion, Download)
  • 2012: Aschenbecher (mit NMZS, Download/CD-r, Eigenproduktion)

Mit Sebastian Sturm

  • 2006: This Change Is Nice (Klavier)
  • 2008: One Moment in Peace (Klavier)

Mit Antilopen Gang

Mit Caught in the Crack

  • 2005: Alles vorbei (Eigenproduktion)
  • 2008: Es wird wie ein Unfall aussehen (Eigenproduktion, Download)

Gastbeiträge (ohne Antilopen Gang)

  • 2017: Aua auf Alle Liebe nachträglich von Fatoni und Mine
  • 2018: Shitstorm auf ICH von Moop Mama
  • 2018: Propaganda auf Shibuya Crossing von Juse Ju

WeblinksBearbeiten

Commons: Danger Dan – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g Danger Dan bei laut.de. Abgerufen am 10. Juni 2018
  2. Philipp Killmann: Danger dan: Coming out. 20. November 2008, abgerufen am 10. Juni 2018.
  3. Chartquellen: DE AT CH