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DKW US 250 von 1939
Weiterentwicklung der ULD mit Vielzellenverdichter
DKW UL 250 mit Ladepumpe (1935–1937)

Die DKW ULD 250 war ein Rennmotorrad von DKW, das von 1937 bis 1939 sehr erfolgreich bei Motorradrennen eingesetzt wurde. Die DKW ULD 250 mit Doppelkolben-Zweitaktmotor und Ladepumpe galt bis zum Zweiten Weltkrieg bei Rennen in ihrer Klasse als unschlagbar.[1][2]

Vorgeschichte und TechnikBearbeiten

Bereits 1932 entwickelte die Rennabteilung von DKW Zweitaktrennmotoren mit Doppelkolben nach dem System Zoller. Am Hauptpleuel wurde ein Nebenpleuel für den zweiten Kolben angelenkt, um die Spülverluste zu reduzieren. Die bislang verwendeten Nasenkolben-Zweitakter waren im Laufe der Zeit für Rennmotoren immer weniger leistungsfähig. 1935 erschien eine wassergekühlte 250er mit Doppelkolbenmotor und Ladepumpe. Die Ladepumpe nutzte das Kurbelgehäuse als Vorverdichtung. Der Kolben der Pumpe wurde durch Pleuel von der Kurbelwelle angetrieben, der Einlass war durch Membranplättchen gesteuert. Dieser Motor leistete 17,6 kW (23,9 PS) bei 4500/min.[2] Der Motor wurde stetig weiterentwickelt, man experimentierte mit der Position der Ladepumpe, 1937 wurde die ULD 250 vorgestellt. Der Doppelkolbenmotor mit Ladepumpe war nun drehschiebergesteuert, die Ladepumpe hatte eine eigene Kurbelwelle, die über Zahnräder von der Kurbelwelle des Motors angetrieben wurde.[3] Dieser standfeste Motor erreichte eine Leistung von 22 kW (30 PS) bei 6000/min.[1] Der Kraftstoffverbrauch der 183 km/h schnellen Maschine betrug 15,68 Liter auf 100 km (15 mpg).[4] Die letzte Ausbaustufe war die DKW US 250 mit Kompressor (Vielzellenverdichter) von 1939.[5] Die US 250 soll 29,4 kW (40 PS) bei 6000/min erreicht haben, jedoch nur im Training und nicht in Rennen eingesetzt worden sein.[6]

Rennen und andere ModelleBearbeiten

Mit der DKW ULD 250 wurde Ewald Kluge 1938 und 1939 Europameister und Deutscher Meister in der Klasse bis 250 cm³. 1938 gelang es Kluge obendrein, in der Klasse bis 250 cm³ (Lightweight) erster deutscher TT-Sieger zu werden. Bernhard Petruschke wurde 1938 und 1939 jeweils 250er-Vize-Europameister hinter Kluge.

Eine 350er Rennmaschine mit Doppelkolbenmotor und Ladepumpe leistete 40 PS bei 5500/min,[2] kam jedoch nie an die ganz großen Erfolge der ULD 250 heran. Siegfried Wünsche erreichte in der Klasse bis 350 cm³ bei der Motorrad-Europameisterschaft 1938 hinter den Briten Ted Mellors (Velocette) und „Crasher“ White (Norton) den dritten Rang.

Eine Gespannversion mit 598 cm³ Hubraum und 48 PS war bei der Motorrad-Europameisterschaft 1937 mit dem Duo Karl Braun/Ernst Badsching erfolgreich. Sie siegten beim im Rahmen des Großen Preises der Schweiz in Bremgarten ausgetragenen EM-Lauf vor den Einheimischen Ferdinand Aubert / Rudi Grob und Max Hunziker (beide Norton).

VerweiseBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • John Griffith, Siegfried Rauch: Die berühmten Rennmotorräder. Ein Typenbuch. 2. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1965, S. 44–45.
  • Frank Rönicke: DKW-Rennmachinen 1921–1956. Von Menschen, Maschinen und DKW-Siegen. 1. Auflage. Schrader Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-87256-0, S. 43–45.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Siegfried Rauch: Berühmte Rennmotorräder. 2. Auflage. Motorbuch Verlag. Stuttgart (1980). ISBN 3-87943-590-1, S. 58, 59
  2. a b c Erwin Tragatsch: Berühmte Motorräder. Motorbuch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 2000, ISBN 3-613-02038-6, S. 46 ff
  3. ULD 250 Konstruktionszeichnung (abgerufen am 12. April 2012)
  4. L.J.K. Setright: The Guinness Book of Motorcycling. Facts and Feats. 1982, ISBN 0-85112-255-8, S. 97
  5. Christian Bartsch (Hrsg.): Ein Jahrhundert Motorradtechnik. VDI Verlag, 1987, ISBN 3-18-400757-X, S. 146
  6. Helmut Krackowizer: Meilensteine der Motorrad-Geschichte. Motorbuch Verlag, 1. Auflage 1987, ISBN 3-613-01141-7, S. 117