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Constantin Film AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1950
Sitz München, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Martin Moszkowicz, Vorstandsvorsitzender[1]
Mitarbeiterzahl 829 [2]
Umsatz 267 Mio. [2]
Branche Filmwirtschaft
Website constantin-film.de
Stand: 31. Dezember 2017

Die Constantin Film AG ist ein Filmunternehmen mit Sitz in München, das sowohl als Filmverleih als auch als Filmproduktionsgesellschaft tätig ist. Das Unternehmen ist heute eine Tochtergesellschaft der Schweizer Highlight Communications AG und der erfolgreichste unabhängige Hersteller und Auswerter von Produktionen in Deutschland.[3] Die Geschäftstätigkeit basiert auf den fünf Säulen Kinoproduktion/Rechteerwerb, TV-Produktion, Kinoverleih, Home Entertainment und Lizenzhandel / TV-Auswertung.

Die Constantin Film AG hat 36 der 100 erfolgreichsten deutschen Filme der letzten 20 Jahre in die Kinos gebracht, davon vier Filme aus der Top 5 der Bestenliste: Der Schuh des Manitu (11,7 Mio. Kinobesucher), (T)raumschiff Surprise – Periode 1 (9 Mio. Kinobesucher), Fack Ju Göhte (7,3 Mio. Kinobesucher) und Fack Ju Göhte 2 (7,7 Mio. Kinobesucher). Die Fack Ju Göhte-Trilogie wurde 2017 mit Fack Ju Göhte 3 (6 Mio. Kinobesucher) zum Abschluss gebracht und ist nun die erfolgreichste deutsche Filmreihe aller Zeiten.[4] International hat sich Constantin Film unter anderem mit den Resident Evil-Blockbustern einen Namen gemacht. Das aus sechs Filmen bestehende Franchise hat an den Kinokassen insgesamt $1,2 Milliarden eingespielt und ist damit die erfolgreichste, auf einem Videospiel basierende Filmreihe weltweit.[5]

Im Bereich TV, Entertainment und digitale Medien bündelt die 2006 als Konzerntochter der Constantin Film AG gegründete Constantin Television die Entwicklung und Herstellung aller nationalen und internationalen Produktionen der Unternehmensgruppe, für die keine Kinoauswertung vorgesehen ist.[6]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

GründungBearbeiten

Die Constantin Filmverleih GmbH wurde am 1. April 1950 von dem deutschen Filmkaufmann Waldfried Barthel und dem dänischen Filmkaufmann Preben Philipsen in Frankfurt gegründet. Der Name wurde zu Ehren von Philipsens Vater Constantin Philipsen gewählt, der ebenfalls als Filmkaufmann tätig war. Nach fünf Jahren als Vorsitzender schied Philipsen 1955 aus dem Unternehmen aus. Konsul Waldfried Barthel wurde bei der Leitung des Unternehmens von 1955 bis 1960 von seiner Frau Ingeborg als Geschäftsführerin unterstützt. Von 1959 bis 1963 übte der stellvertretende Geschäftsführer und Produktionschef Gerhard F. Hummel einen wichtigen Einfluss in der Firma aus, die seit 1957 ihren Sitz in München hatte. 1963 übernahm der mit Waldfried Barthel nicht verwandte Manfred Barthel die Constantin-Produktion.

Am 21. Dezember 1964 wurde das Unternehmen in „Constantin Film GmbH“ umbenannt. Konsul Barthel verkaufte am 1. Juli 1965 sechzig Prozent an den Bertelsmann-Konzern. Dieser ernannte Herbert Schmidt als zusätzlichen Geschäftsführer neben Manfred Barthel. Wegen der sich abzeichnenden Kinokrise trennte sich Bertelsmann Ende 1970 von seinem Anteil. Barthel kaufte alles zurück und geriet dadurch in finanzielle Schwierigkeiten. 1975 verkaufte er zunächst fünfzig Prozent und 1976 den Rest an den Hagener Unternehmensverwalter Hellmuth Gierse. Dieser musste durch seinen Geschäftsführer Karl-Heinz Böllinghaus im Oktober 1977 beim Amtsgericht in München für das Unternehmen „Constantin Film GmbH“ den Konkurs anmelden.[7]

Die „alte“ Constantin verlieh in den 1950er Jahren vor allem Produktionen von United Artists sowie verschiedenste Unterhaltungsfilme. In den sechziger Jahren wurde ihr Name durch die Edgar-Wallace-Filme und Karl-May-Filme zum Begriff.

NeuanfangBearbeiten

1978 kaufte Filmproduzent Bernd Eichinger einen großen Teil der Konkursmasse der Constantin Film und wurde 1979 Gesellschafter und Geschäftsführer des jetzt „Neue Constantin Film GmbH“ genannten Unternehmens. 1983 wurde dem Filmverleih auch eine Filmproduktionsgesellschaft angeschlossen. Ab 1986 war zudem die Kirch-Gruppe an dem Unternehmen beteiligt. 1992 übernahm Kirch die Mehrheit der Österreich-Tochter. 2002 gab sie ihren Anteil an den bisherigen Minderheitseigner ab – eine österreichische Privatstiftung, die seither Constantin Österreich, Österreichs größten Kinobetreiber und großen Filmverleiher, kontrolliert. Im Zuge der Umfirmierung zur „Constantin Film AG“ ging die Filmgesellschaft 1999 an die Börse. Eichinger hatte wesentlichen Anteil am neuen Erfolg des Unternehmens, er war von 1979 bis zum Börsengang 1999 Geschäftsführer, von 1999 bis 2001 Vorstandsvorsitzender, von Anfang 2003 bis Mitte 2006 Aufsichtsratsvorsitzender und anschließend bis zu seinem Tod am 24. Januar 2011 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

Im Mai 2002 erwarb die Schweizer Highlight Communications AG, eine Medien-Holding unter der Leitung von Bernhard Burgener, rund 23 Prozent an Constantin Film. Durch den Zukauf von weiteren Anteilen am Constantin-Aktienkapital wurde die Highlight-Holding mit etwa 41 Prozent die größte Einzelaktionärin und unterbreitete Mitte 2003 den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot, wodurch bis Ende 2003 die Beteiligung auf 58 Prozent stieg. Im Januar 2006 übernahm Highlight auch das Aktienpaket, das sich im Besitz von Bernd Eichinger befand und ist seither mit über 90 Prozent an Constantin Film beteiligt.

Am 21. April 2009 wurde auf der Hauptversammlung eine hundertprozentige Übernahme durch die Highlight Communications AG im Zuge eines sogenannten Squeeze-outs beschlossen, wodurch die letzten freien Aktionäre von der Highlight Communication abgefunden wurden.[8] Mit Wirkung zum 7. Oktober 2009 wurde die Notierung der Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse eingestellt.

Seit Januar 2014 ist Bernhard Burgener Aufsichtsratsvorsitzender der Constantin Film, zeitgleich wurde Martin Moszkowicz zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Moszkowicz gehört seit 1990 dem Management der Firma an - zunächst als Produzent und Geschäftsführer und seit dem Börsengang 1999 als Mitglied des Vorstandes zuletzt für den Bereich Film und Fernsehen. Er hat bis dato bei über 300 Spielfilmproduktionen und unzähligen Fernsehfilmen als Produzent, Koproduzent oder Executive Producer mitgewirkt. Neben der Unternehmensführung und -strategie verantwortet Moszkowicz unter anderem die Bereiche Produktion Film, Weltvertrieb, Filmeinkauf, Marketing & Presse sowie Unternehmenskommunikation und Recht.[9]

Seit dem 1. Januar 2017 gehört Produzent Oliver Berben zum Vorstand der Constantin Film AG und verantwortet das neu geschaffene Vorstandsressort TV, Entertainment und digitale Medien, das die Entwicklung und Herstellung aller nationalen und internationalen Produktionen des Unternehmens bündelt, für die keine Kinoauswertung vorgesehen ist. Berben gründete 1996 die MOOVIE GmbH, die seit 1999 Tochtergesellschaft der Constantin Film AG ist, und übernahm zusätzlich in der Geschäftsführung der Constantin Film Produktion GmbH den Bereich Produktion. Auch nach seiner Berufung in den Vorstand der Constantin Film ist Berben weiterhin als Produzent tätig.[6]

ProduktionenBearbeiten

Zu den Eigenproduktionen der Gesellschaft gehören:

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten