Conor McGregor

irischer MMA-Sportler

Conor Anthony McGregor (* 14. Juli 1988 in Dublin) ist ein irischer Mixed Martial Arts-Kämpfer bei der UFC. Er ist ehemaliger UFC Lightweight Champion und UFC Featherweight Champion sowie ehemaliger Cage Warriors Featherweight und Lightweight Champion.

Conor McGregor
Conor McGregor (2015)

Conor McGregor (2015)

Daten
Kampfname The Notorious
Größe 175 cm[1]
Gewicht 70,3 kg
Nationalität IrlandIrland Irland
Geburtsdatum 14. Juli 1988
Geburtsort Dublin
Team SBG Ireland
Website https://themaclife.com/
MMA-Statistik
Siege 22
K. o. 19
Punkte 2
Niederlagen 4
Aufgabe 4
Unentschieden 0

AnfängeBearbeiten

McGregor wurde im Dubliner Stadtteil Crumlin als Sohn von Tony und Margaret McGregor geboren.[2][3] Als Kind begeisterte er sich für Fußball und spielte bis zu seinem 12. Lebensjahr beim örtlichen Verein Lourdes Celtic Football Club.[4] In seiner Kindheit war er Opfer von Mobbing.[5] Im Alter von 12 Jahren begann er Boxen zu trainieren, mit 15 dann Kickboxen und Jiu Jitsu.

Nach seinem Schulabschluss hielt sich McGregor erst mit Gelegenheitsjobs über Wasser und fand dann eine feste Arbeitsstelle als Klempner. 2006 lernte er den UFC-Kämpfer Tom Egan kennen, mit dem er sich anfreundete und anfing MMA zu trainieren. Obwohl er bis zu 12 Stunden täglich arbeitete, gelang es ihm mehrmals in der Woche für mehrere Stunden zu trainieren.[6][7]

Am 17. Februar 2007 debütierte er als 18-Jähriger in einem Amateurkampf gegen Kieran Campbell, den er durch technischen K.O. gewann. Nach dem Kampf unterbreitete ihm die irische MMA-Organisation Irish Cage of Truth Promotion ein Vertragsangebot, welches McGregor annahm. 2008 begann er unter John Kavanagh zu trainieren.[8] Aufgrund des großen Trainingsaufwands musste McGregor seine Stelle als Klempner aufgeben und war für die nächsten zwei Jahre als Arbeitsloser registriert. In seinem Bekanntenkreis ließ er verlauten, dass er bis zu seinem 25. Geburtstag Millionär werden würde.[9]

Karriere in IrlandBearbeiten

McGregor absolvierte seinen ersten Profikampf am 9. März 2008 in Dublin gegen Gary Morris, den er durch technischen K.O. gewann. Er galt zu dieser Zeit als sehr guter Striker, der jedoch große Schwächen im Bodenkampf hatte. Nachdem McGregor anfangs entgegen dem Rat seines Trainers nicht an seiner Bodenkampftechnik arbeiten wollte, verlor er am 28. Juni 2008 durch Aufgabe gegen Artemij Sitenikov. Erst nach dieser Niederlage sah er ein, dass er um erfolgreich zu werden, seine Fähigkeiten im Bodenkampf stark verbessern musste.[10]

Nachdem McGregor in den folgenden 2 Jahren seine Bodenkampftechnik verbesserte, feierte er in den Jahren 2011 und 2012 8 Siege in Folge und wurde Cage Warriors Featherweight Champion und Cage Warriors Lightweight Champion.

Karriere in der UFCBearbeiten

Aufgrund der Erfolge bei Cage Warriors wurde die US-amerikanische Organisation UFC auf McGregor aufmerksam, bei der er im Februar 2013 einen Vertrag unterschrieb.[11] Er feierte bei der UFC on Fuel Gala am 6. April 2013 sein Debüt gegen Marcus Brimage, den er per K.O. besiegen konnte. Am 17. August besiegte er Max Holloway, zog sich während des Kampfes jedoch einen Kreuzbandriss zu, wodurch er mehrere Monate pausieren musste. Bei seinem Comeback am 19. Juli 2014 gewann er in seiner Heimatstadt Dublin per TKO gegen Diego Brandao.

Im Jahr 2015 besiegte er Dennis Siver und durfte dadurch im Titelkampf gegen José Aldo antreten. Der Kampf musste jedoch aufgrund einer Verletzung Aldos verschoben werden, woraufhin McGregor stattdessen gegen Chad Mendes kämpfte, den er besiegte. Am 12. Dezember 2015 gewann er den Titelkampf gegen Aldo nach nur 13 Sekunden durch K. o. Dieser Knockout war bis dato der schnellste in der Geschichte der UFC-Titelkämpfe.

Am 5. März 2016 bei UFC 196 war ein Titelkampf mit dem UFC Leichtgewichtschampion Rafael dos Anjos angesetzt, mit dem Versuch von McGregor zum ersten UFC Dual-weight-Champion zu werden. Jedoch konnte dieser nicht absolviert werden, da dos Anjos einige Tage zuvor einen Fußbruch erlitten hatte. Deshalb musste McGregor innerhalb von 11 Tagen ins Weltergewicht aufsteigen, um den Kampf gegen den US-Amerikaner Nate Diaz bestreiten zu können. Da McGregor für den Kampf um zwei Gewichtsklassen ins Weltergewicht aufgestiegen ist, stand sein Federgewichtstitel nicht auf dem Spiel. Obwohl McGregor in der ersten Runde dominierte, verlor er überraschend gegen Nate Diaz durch einen Rear Naked Choke (freies Würgen von hinten) in der zweiten Runde.

Bei UFC 202 am 20. August 2016 konnte McGregor den Rückkampf gegen Diaz durch eine Mehrheitsentscheidung der Punktrichter für sich entscheiden.

In UFC 205 gewann McGregor gegen den UFC Lightweight Champion Eddie Alvarez in der zweiten Runde durch Knockout. Somit ist er der erste UFC Champion, der zwei Titel gleichzeitig trägt.

Am 26. August 2017 fand in der T-Mobile Arena in Las Vegas ein Boxkampf gegen Floyd Mayweather statt. Conor McGregor unterlag Floyd Mayweather in der zehnten Runde durch Technischen K. o.[12] McGregor verdiente 75 Millionen Dollar an dem Kampf, fünfmal so viel wie bei seinem bestbezahlten UFC Fight.[13]

Am 7. April 2018 wurde McGregor aufgrund von Inaktivität der UFC Lightweight Titel aberkannt. In der UFC 223 post-fight Pressekonferenz gab UFC-Präsident Dana White bekannt, dass der Titel des unangefochtenen UFC Lightweight Champions nun von Chabib Nurmagomedow geführt würde. Ursprünglich war eine Rückkehr McGregors in den Ring für den Herbst 2018 vorgesehen, aufgrund der Vorfälle im Rahmen des UFC 223 Media Day am 5. April 2018 und der damit zusammenhängenden noch offenen Rechtsfolgen für McGregor wird es diesbezüglich vor seinem gerichtlichen Anhörungstermin am 14. Juni 2018 keine neuen Informationen geben.[14] Nachdem er am 26. Juli 2018 vor Gericht auf schuldig plädierte und sich mit den Betroffenen auf einen Vergleich einigte, wurde die Anklage nach einer verordneten Teilnahme an Sozialstunden und einem Anti-Aggressionstraining fallen gelassen. Somit muss er weder eine Gefängnisstrafe noch eine Deportation nach Irland befürchten.[15] Nach der Freigabe, wieder Arbeitsverträge in den USA unterschreiben zu dürfen, wurde ein Kampf zwischen McGregor und Nurmagomedow um den UFC Lightweight Championship offiziell für UFC 229 in Las Vegas am 6. Oktober 2018 angekündigt, den er in der vierten Runde nach einem Aufgabegriff verlor.

Nach dem Kampf kam es jedoch zum Eklat, als Nurmagomedow nach seinem Sieg aus dem Octagon kletterte und sich eine Schlägerei mit McGregors Teamkollegen Dillon Danis lieferte. Daraufhin griffen zwei Teamkollegen Nurmagomedows von hinten den sich immer noch erholenden McGregor an. Beide Parteien mussten daraufhin getrennt werden. Laut Berichten wurde Nurmagomedow beleidigt. UFC-Präsident Dana White kündigte Konsequenzen aus der Massenschlägerei an. So erhalten beide Fighter vorerst kein Geld aus diesem Kampf und Kopien des Filmmaterials wurden der Polizei von Las Vegas übergeben. Im Nachhinein wurden drei Mitglieder aus Nurmagomedows Team verhaftet und kurz darauf wieder freigelassen. Aus Sicherheitsgründen wurde auch keine übliche Siegerehrung durchgeführt, was Nurmagomedow, der unter starken Buhrufen und Polizeischutz, allerdings ohne Titelgürtel, aus der Halle eskortiert wurde, sehr verärgerte. Ihm droht eine Sperre und die Aberkennung seines frisch verteidigten Titels.[16][17] Nach einer Anhörung vor der Nevada Athletic Commission Im Dezember desselben Jahres wurde der Ire rückwirkend ab dem 6. Oktober 2018 gesperrt und war somit ab dem 6. April 2019 wieder teilnahmeberechtigt; darüber hinaus musste er eine Strafe von 500.000 $ entrichten.[18]

Im weiteren Verlauf des Jahres 2019 folgten eine Zivilrechtsklage eines Fans aufgrund eines mutmaßlichen Vorfalls von Sachbeschädigung vor einem Hotel in Miami Beach, die vor Gericht abgelehnt wurde[19] sowie eine Schlägerei in einem Dubliner Pub, in deren Nachgang sich McGregor schuldig bekannte und eine Strafe von 1.000 € bezahlte.[20] Bei seiner Rückkehr ins Octagon am 18. Januar 2020 besiegte McGregor Donald „Cowboy“ Cerrone innerhalb von 40 Sekunden durch technischen KO.[21]

MMA StatistikBearbeiten

Liste der AmateurkämpfeBearbeiten

Ergebnis Profi-Rekord Gegner Datum Veranstaltung Methode Runde Zeit
Sieg 1-0 Irland  Ciaran Campbell 17. Februar 2007 ROT – Ring of Truth 6 TKO (Schläge) 1 1:31

Liste der ProfikämpfeBearbeiten

Ergebnis Profi-Rekord Gegner Datum Veranstaltung Methode Runde Zeit
Sieg 1-0 Irland  „The Dumptruck“ Gary Morris 8. März 2008 COT 2 – Cage of Truth TKO (Schläge) 2
Sieg 2-0 Mo Taylor 3. Mai 2008 Cage Rage – Contenders: Ireland vs. Belgium TKO (Schläge) 1
Niederlage 2-1 Litauen  Artemij Sitenkov 28. Juni 2008 COT 3 – Cage of Truth Aufgabe (Kneebar) 1 1:09
Sieg 3-1 Stephen Bailey 12. Dezember 2008 K.O. – The Fight Before Christmas 1 TKO (Schläge) 1 1:22
Sieg 4-1 Nordirland  Connor „Done Deal“ Dillon 9. Oktober 2010 CFC – Chaos Fighting Championships 7 TKO (Aufgabe durch das Team) 1 4:22
Niederlage 4-2 Irland  Joseph „Irish Joe“ Duffy 27. November 2010 CWFC 39 – The Uprising Aufgabe (Arm-Triangle Choke) 1 0:38
Sieg 5-2 Nordirland  Hugh Brady 12. Februar 2011 CFC – Chaos Fighting Championships 8 TKO (Aufgabe durch das Team) 1 2:31
Sieg 6-2 England  Mike Wood 12. März 2011 CC 8 – Fields vs. Redmond KO (Schläge) 1 0:16
Sieg 7-2 Nordirland  Paddy Doherty 16. April 2011 IFC – Immortal Fighting Championship 4 KO (Schläge) 1 0:04
Sieg 8-2 Polen  Artur „Kornik“ Sowinski 11. Juni 2011 CG 2 – Clash of the Giants TKO (Schläge) 2 1:12
Sieg 9-2 Norwegen  Aaron „Iron Fist“ Jahnsen 8. September 2011 CWFC – Fight Night 2 TKO (Schläge) 1 3:29
Sieg 10-2 England  „The Spartan“ Steve O'Keefe 18. Februar 2012 CWFC 45 – Cage Warriors Fighting Championship 45 KO (Schläge) 1 1:33
Sieg 11-2 England  Dave Hill 2. Juni 2012 CWFC 47 – Cage Warriors Fighting Championship 47 Aufgabe (Rear-Naked Choke) 2 4:10
Sieg 12-2 Slowakei  Ivan „Buki“ Buchinger 31. Dezember 2012 CWFC 47 – Cage Warriors Fighting Championship 51 KO (Schläge) 1 3:40
Sieg 13-2 Vereinigte Staaten  „The Bama Beast“ Marcus Brimage 6. April 2013 UFC on Fuel TV 9 – Mousasi vs. Latifi TKO (Schläge) 1 1:07
Sieg 14-2 Vereinigte Staaten  Max „Blessed“ Holloway 17. August 2013 UFC Fight Night 26 – Shogun vs. Sonnen Punktentscheidung (einstimmig) 3 5:00
Sieg 15-2 Brasilien  Diego „Ceara“ Brandao 19. Juli 2014 UFC Fight Night 46 – McGregor vs. Brandao TKO (Schläge) 1 4:05
Sieg 16-2 Vereinigte Staaten  „The Diamond“ Dustin Poirier 27. September 2014 UFC 178 – Johnson vs. Cariaso TKO (Schläge) 1 1:46
Sieg 17-2 Deutschland  Dennis Siver 18. Januar 2015 UFC Fight Night 59 – McGregor vs. Siver TKO (Schläge) 2 1:54
Sieg 18-2 Vereinigte Staaten  Chad „Money“ Mendes 11. Juli 2015 UFC 189 – McGregor vs. Mendes TKO (Schläge) 2 4:57
Sieg 19-2 Brasilien  José „Scarface“ Aldo 12. Dezember 2015 UFC 194 – McGregor vs. Aldo KO (Schläge) 1 0:13
Niederlage 19-3 Vereinigte Staaten  Nate Diaz 5. März 2016 UFC 196 – McGregor vs. Diaz Aufgabe (Rear-Naked Choke) 2 4:12
Sieg 20-3 Vereinigte Staaten  Nate Diaz 20. August 2016 UFC 202 – Diaz vs. McGregor 2 Punktentscheidung (Mehrheitsentscheid) 5 5:00
Sieg 21-3 Vereinigte Staaten  „The Underground King“ Eddie Alvarez 12. November 2016 UFC 205 – McGregor vs. Alvarez TKO (Schläge) 2 3:04
Niederlage 21-4 Russland  Chabib Nurmagomedow 6. Oktober 2018 UFC 229 – Khabib vs. McGregor Aufgabe (Neck Crank) 4 3:03
Sieg 22-4 Vereinigte Staaten  Donald „Cowboy“ Cerrone 18. Januar 2020 UFC 246 – McGregor vs. Cowboy TKO (Schläge) 1 0:40

FilmografieBearbeiten

VideospieleBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Conor McGregor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. ufc.ca
  2. Imedia Plus Group SA: Conor McGregor. Abgerufen am 18. Februar 2018 (rumänisch).
  3. Conor McGregor – Official UFC® Fighter Profile. Abgerufen am 18. Februar 2018 (englisch).
  4. Like father, like son: Meet Tony McGregor, dad of ‘The Notorious’ UFC star Conor – Independent.ie. In: Independent.ie. (independent.ie [abgerufen am 18. Februar 2018]).
  5. Man pretending to be Conor McGregor mobbed by hundreds of fans. In: The Independent. 27. Juli 2017 (independent.co.uk [abgerufen am 18. Februar 2018]).
  6. What did Conor McGregor do to get his kicks before UFC super-stardom? – Independent.ie. In: Independent.ie. (independent.ie [abgerufen am 18. Februar 2018]).
  7. UFC. Conor McGregor – dziecko oktagonu, brat luksusu, tatuś rywali. In: Sport.pl. (sport.pl [abgerufen am 18. Februar 2018]).
  8. ‘People will be surprised… it’s going to be tough for Chad’ – Conor McGregor’s wrestling coach. (yahoo.com [abgerufen am 18. Februar 2018]).
  9. mek: Od hydraulika do multimilionera w 3 lata! In: StreetwearHypeClub.com | Streetwear – Sneakers – Lifestyle. 16. November 2016 (streetwearhypeclub.com [abgerufen am 18. Februar 2018]).
  10. Conor McGregor | TMZ.com. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  11. Conor McGregor zadebiutuje w UFC | FIGHT24.PL – MMA i K-1, UFC. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  12. Mayweather beats McGregor with 10th-round stoppage (BBC)
  13. Mayweather vs. McGregor Zwei Kämpfer und neun Nullen. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  14. Steven Rondina: Conor McGregor Officially Stripped of UFC Title Following UFC 223. In: Bleacher Report. (bleacherreport.com [abgerufen am 14. Juni 2018]).
  15. rollingstone.com: Conor McGregor Pleads Guilty in Bus Attack, Avoids Prison. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  16. spox.com Khabib Nurmagomedov gewinnt gegen Conor McGregor und verteidigt Titel. Abgerufen am 7. Oktober 2018.
  17. focus.de: Eskalation nach McGregor-Kampf: Khabib wird von Polizei aus Arena begleitet – ohne seinen Gürtel. Abgerufen am 7. Oktober 2018.
  18. UFC 229: Conor McGregor talks up brawl technique after ban, bbc.com, abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch)
  19. Civil suit against UFC star McGregor dropped, espn.com, abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch)
  20. MMA fighter Conor McGregor fined €1,000 over Dublin pub assault, theguardian.com, abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch)
  21. „Er hat mich zerstört“, welt.de, abgerufen am 19. Januar 2020