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Geographische LageBearbeiten

Cleeberg liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus. Zu den Erhebungen der von Wald umgebenen Ortschaft gehören Cleebaum (367,6 m) im Nordosten, Rostert (Knottenberg; 391,1 m) im Südosten, Schorn (ca. 450 m) im Süden und Kuchenberg (391,6 m) im Südwesten. Das Dorf wird vom Kleebach durchflossen, in den dort der vom Schorn kommende Aulbachsgrundbach mündet.

Nachbarorte sind Griedelbach (westlich), Oberkleen (nordöstlich), Ebersgöns (östlich) und Espa (südwestlich).

GeschichteBearbeiten

Das Dorf wird schon sehr früh besiedelt, worauf archäologische Funde aus der Keltenzeit schließen lassen. Erstmals urkundlich erwähnt wird Cleeberg im Jahre 1196 als Cleberc. Die Burg Cleeberg wurde um 915 erbaut. Bis 1810 war Cleeberg Amtsverwaltungssitz des Amtes Cleeberg im Herzogtum Nassau für die umliegenden Ortschaften und ab 1866 dann Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau. 1939 hatte der Ort 549 Einwohner und gehörte zum Landkreis Wetzlar. 1977 wurde Cleeberg zum staatlich anerkannten Erholungsort.

GebietsreformBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden die Gemeinde Cleeberg am 1. Januar 1977 mit vier weiteren Gemeinden durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen zur neuen Großgemeinde Langgöns zusammengeschlossen.[3] Für Cleeberg wurde wie für alle Ortsteile ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[4] Als Verwaltungssitz wurde der Ortsteil Lang-Göns festgelegt.

Historische NamensformenBearbeiten

In erhaltenen Urkunden wurde Cleeberg unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Cleberg, de (1162) [Fälschung; Wyss, Hessisches Urkundenbuch III, Nr. 1342, S. 319]
  • Cleberc, de (1196) [Wyss, Hessisches Urkundenbuch III § 46 Nr. 29 S. 474]
  • Cleberg, de (1214) [Wyss, Hessisches Urkundenbuch III § 46 Nr. 36 S. 475]
  • Cleberg, zu (1355) [Wenck, Urkundenbuch III, Nr. 372, S. 382]
  • Kleeberg (1787)

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Cleeberg lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Cleeberg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2013
Jahr  Einwohner
1834
  
519
1840
  
530
1846
  
559
1852
  
519
1858
  
508
1864
  
527
1871
  
496
1875
  
468
1885
  
474
1895
  
471
1905
  
475
1910
  
504
1925
  
541
1939
  
549
1946
  
677
1950
  
677
1956
  
663
1961
  
669
1967
  
659
1970
  
679
1976
  
735
1978
  
801
1982
  
885
1986
  
972
1990
  
1.132
1994
  
1.157
1998
  
1.100
2000
  
1.113
2004
  
1.174
2006
  
1.145
2010
  
1.055
2013
  
1.007
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][6][2]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 457 evangelische (= 96,41 %), 4 katholische (= 0,84 %), 13 jüdische (= 2,74 %) Einwohner
• 1961: 616 evangelische (= 92,08 %), 52 katholische (= 7,77 %) Einwohner

WappenBearbeiten

Am 31. Januar 1968 wurde der Gemeinde Cleeberg im damaligen Landkreis Wetzlar ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Gold auf grünem Berg ein roter Zinnenturm, beiderseits ein gestieltes grünes Kleeblatt.[7]

Infrastruktur und KulturBearbeiten

Im Ort gibt es eine Kindertagesstätte, ein Bürgerhaus, einen Sportplatz, fünf Sportvereine, zwei Musik- und Gesangvereine und vier andere Vereine.

Am 12. Juni 2011 gewann Cleeberg den ersten Platz im Wettbewerb Dolles Dorf des Hessischen Rundfunks.[8]

PersönlichkeitenBearbeiten

In Cleeberg geborenBearbeiten

Mit Cleeberg verbundenBearbeiten

  • Gian-Luca Itter (* 5. Januar 1999 in Gießen), spiele beim FC Cleeberg, Fußballspieler
  • Lara Schmidt (* 21. Juli 2000 in Langgöns), spiele beim FC Cleeberg, Fußballspielerin

LiteraturBearbeiten

  • Helga Block: So war's einmal in Cleeberg: Geschichts- und Bildband. 1. Aufl., Geiger, Horb am Neckar, 1994, ISBN 3-89264-966-9.
  • Wilhelm Schüler: Ein Heimatbuch Cleeberg zuliebe, eine Sammlung von Gedichten und Liedern. Gesamtherstellung: W. Bechstein GmbH Wetzlar, 112 Seiten, 135 x 210 mm (ohne ISBN, noch bei der Gemeindeverwaltung erhältlich)
  • Kurt Jäger: Die Flurnamen der Gemarkung Kleeberg. Gießen, Univ., Diss. 1938. Auch in: Hessisches Flurnamenbuch Heft 13, herausgegeben im Auftrag der Hessischen Vereinigung für Volkskunde von Alfred Götze Gießen 1938, 167 x 247 mm (nicht mehr erhältlich)
  • Otfried Hankel: Familien des 18. und frühen 19. Jahrhunderts in Cleeberg (Hessen). Eine Auswertung des Personenstandsverzeichnisses der Jahre 1817 bis 1825. 1. Aufl., Grin, München, 2011, 119 S., ISBN 978-3-640-98884-6.
  • Karl Christian von Leutsch: Über den Orts-Namen Kleeberg, in: Nassauische Annalen Bd. 4 (1850) S. 617ff.
  • Literatur über Cleeberg in der Hessischen Bibliographie

Zu den Brüdern Fabricius:

  • W[ilhelm] Germann: J[ohann] Ph[ilipp] Fabricius. Seine funfzigjährige [sic] Wirksamkeit im Tamulenlande und das Missionsleben des achtzehnten Jahrhunderts daheim und draußen, nach handschriftlichen Quellen geschildert. Erlangen 1865 (zu Cleeberg und Sebastian Andreas Fabricius vgl. S. 44–49).
  • Arno Lehmann: Es begann in Tranquebar. Die Geschichte der ersten evangelischen Kirche in Indien. 2. Aufl. Berlin 1956, S. 273–281. 338: „Der Meister des Tamil“.
  • Viktor Hantzsch: Fabrizius: Johann Philipp. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 48 (1904), S. 478–483.
  • Christoffer Hinrich Grundmann: Fabricius, Johann Philipp. In: Religion in Geschichte und Gegenwart, 4. Aufl., Bd. 3 (2000), Sp. 4–5.
  • Reinhard Breymayer: Zum Schicksal der Privatbibliothek August Hermann Franckes. Über den wiedergefundenen [von Sebastian Andreas Fabricius aus Cleeberg zusammengestellten] Auktionskatalog der Privatbibliothek seines Sohnes Gotthilf August Francke. 3., verbesserte Aufl. Tübingen: Noûs-Verlag Thomas Leon Heck 2002 (vgl. bes. S. 11–12 zu den Brüdern Fabricius), ISBN 3-924249-42-3.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Cleeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Cleeberg, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Einwohnerzahlen im Haushaltsplan der Gemeinde Langgöns 2014. (PDF; 6.6 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) S. 18, archiviert vom Original am 29. Januar 2016; abgerufen am 23. Mai 2018.
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237 ff., § 12 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. Ortsbeiräte der Gemeinde Langgöns. In: Webauftritt. Gemeinde Langgöns, abgerufen im Februar 2019.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Einwohnerzahlen im Haushaltsplan der Gemeinde Langgöns 2009. (PDF; 4,7 MB) S. 23, archiviert vom Original am 4. Februar 2019; abgerufen im Februar 2019.
  7. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens er Gemeinde Cleeberg, Landkreis Wetzlar vom 31. Januar 1968. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1968 Nr. 8, S. 266, Punkt 236 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,4 MB]).
  8. Dolles Dorf des Jahres. „Hall of fame“. Hessischer Rundfunk, archiviert vom Original; abgerufen am 23. Mai 2018.
  9. s:ADB:Fabrizius, Johann Philipp