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Espa ist ein Ortsteil der Gemeinde Langgöns im mittelhessischen Landkreis Gießen.

Espa
Gemeinde Langgöns
Wappen von Espa
Koordinaten: 50° 25′ 17″ N, 8° 35′ 38″ O
Höhe: 407 (383–440) m ü. NHN
Fläche: 2,17 km²[1]
Einwohner: 662 (30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 305 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35428
Vorwahl: 06033
Bild von Espa

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

 
Teilansicht Espa vom Aussichtsturm auf dem Hausberg

Espa liegt im Nordosten des Östlichen Hintertaunus. Von Wald umgeben befindet sich das Dorf im Naturpark Taunus an den Quellen der Lahn-Zuflüsse Kleebach und Solmsbach. Die höchste Erhebung in der Gemarkung ist der Gaulskopf mit 474 m ü. NN; im benachbarten Butzbacher Gebiet erheben sich der Hinterste Kopf (491,1 m) im Südwesten und der Hausberg (485,7 m) im Südosten. Südöstlich um das Dorf herum verläuft die Landesstraße 3053 (Weiperfelden–Espa–Hausen). Nachbarorte sind Weiperfelden (westlich) und Hausen-Oes (östlich).

GeschichteBearbeiten

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Waldhufendorf am 14. Februar 1347.[1] 1939 hatte Espa 174 Einwohner und gehörte zum Landkreis Wetzlar.

Espa bildet ein Kirchspiel mit der Kirchengemeinde Cleeberg.

GebietsreformBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Espa am 1. Januar 1977 mit vier weiteren Gemeinden durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen zur neuen Gemeinde Langgöns zusammengeschlossen.[3] Für Espa wurde wie für alle Ortsteile ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[4] Als Verwaltungssitz wurde der Ortsteil Lang-Göns festgelegt.

Historische NamensformenBearbeiten

In erhaltenen Urkunden wurde Espa unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Esphe, zu (1347) [HStAD Best. A 3 Nr. 61/11, Transkription von D. Wolf in: Stubenrauch, Espa, S. 20–22]
  • Espe, de (1369) [Kop. XIV Jh., Nachtrag Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 3]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Espa lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Espa: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2013
Jahr  Einwohner
1834
  
306
1840
  
343
1846
  
349
1852
  
283
1858
  
261
1864
  
266
1871
  
170
1875
  
214
1885
  
148
1895
  
165
1905
  
169
1910
  
159
1925
  
163
1939
  
174
1946
  
213
1950
  
210
1956
  
185
1961
  
179
1967
  
169
1970
  
248
1976
  
248
1978
  
311
1982
  
400
1986
  
489
1990
  
522
1994
  
521
1998
  
593
2000
  
614
2004
  
664
2006
  
689
2010
  
664
2013
  
662
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][6][2]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 116 evangelische (= 78,38 %), 21 katholische (= 14,19 %), 11 jüdische (= 7,43 %) Einwohner
• 1961: 138 evangelische (= 77,09 %), 41 katholische (= 22,91 %) Einwohner

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In von Gold und Rot gespaltenem Schild ein gestieltes Kleeblatt in verwechselten Farben.“[7]

Ein Kleeblatt hat die Gemeinde 1816 für ihr erstes Siegel gewünscht, und seitdem enthalten die Gemeindesiegel den Kleeblattschild. Mit diesem Wappenzeichen ist wohl auf die Adligen von Cleen Bezug genommen, deren rotes Kleeblatt in goldenem Schild allerdings ungestielt ist. Der Ort hat nämlich als ritterschaftlicher Besitz denen von Cleen gehört, nach deren Aussterben (1520) er an die von Heusenstamm-Frankenstein fiel, die ihn 1783 an Hessen-Homburg verkauften. Bevor er durch Tausch 1803 an Nassau gelangte, hat er kein eigenes Siegel geführt. Die Farben wurden dem Adelswappen entnommen, doch zur Unterscheidung von diesem durch die Spaltung verwechselt verwendet.

Kultur und InfrastrukturBearbeiten

Im Ort gibt es ein Bürgerhaus, die evangelische Kirche Espa und einen Sportplatz sowie vier Vereine.

LiteraturBearbeiten

  • Holde Stubenrauch: Espa: Geschichte und Bilder eines Dorfes im oberen Kleebachtal. 1. Aufl., Geiger, Horb am Neckar, 1994, ISBN 3-89264-979-0.
  • Dieter Wolf: Hurdy-Gurdy. In: Atelier-Galerie Holde Stubenrauch. Emerching Artists for Contemporary Styles (Hrsg.): Hurdy-Gurdy-Girls von Espa in die ganze Welt – auch ein Stück hessische Geschichte des 19. Jahrhunderts. Langgöns-Espa 1992, S. 6–9.
  • Literatur über Espa in der Hessischen Bibliographie

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Espa, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Einwohnerzahlen im Haushaltsplan der Gemeinde Langgöns 2014. (PDF; 6.6 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) S. 18, archiviert vom Original am 29. Januar 2016; abgerufen am 23. Mai 2018.
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237 ff., § 12 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. Ortsbeiräte der Gemeinde Langgöns. In: Webauftritt. Gemeinde Langgöns, abgerufen im Februar 2019.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Einwohnerzahlen im Haushaltsplan der Gemeinde Langgöns 2009. (PDF; 4,7 MB) S. 23, archiviert vom Original am 4. Februar 2019; abgerufen im Februar 2019.
  7. Karl Ernst Demandt und Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 187.