Casting Shadows

Album von Wolfsheim

Casting Shadows (englisch für ‚Schattenwurf‘) ist das fünfte und bislang letzte Studioalbum des deutschen Synthie-Pop-Duos Wolfsheim.[1]

Casting Shadows
Studioalbum von Wolfsheim

Veröffent-
lichung(en)

7. April 2003

Label(s)
  • Metropolis Records
  • Strange Ways Records

Format(e)

CD, Digital

Genre(s)

Dark Wave, Synthie-Pop

Titel (Anzahl)

11

Länge

46:50

Besetzung

Produktion

Studio(s)

  • Audithorium, Hamburg
  • Bishop Studios, Hamburg
  • Pleasure-Park Studios, Berlin
  • Tonofen Studio, Hamburg
  • Trixx Studios, Berlin
Chronologie
Kompendium
(2002)
Casting Shadows

Entstehung und ArtworkBearbeiten

Alle Stücke des Albums wurden zusammen von den beiden Wolfsheim-Mitgliedern Peter Heppner und Markus Reinhardt geschrieben, drei Stücke entstanden in Zusammenarbeit mit Axel Ermes.[2] Produziert wurden die Titel von Jose Alvarez-Brill in den Pleasure-Park Studios in Berlin (2 Titel), Axel Breitung mit seinem Assistenten Kay Nickold in den Bishop Studios in Hamburg (1 Titel) und Andreas Herbig mit seinem Assistenten Oliver Pinelli im Tonofen Studio in Hamburg und den Trixx Studios in Berlin (8 Titel). Auf der Suche nach den Produzenten für dieses Album hörten sich Wolfsheim in ihrem Freundeskreis um und so entstand eine kleine Liste auf der die Produzenten versammelt waren, auf Herbig kam man unter anderem durch dessen Erfolg mit dem Comebackalbum Minor Earth, Major Sky von a-ha aus dem Jahr 2000.[3] Gemastert wurde das Album im Master & Servant in Hamburg, unter der Leitung von Tom Meyer. Abgemischt und aufgenommen wurde das Album durch Heiko Albrecht (1 Titel), Jose Alvarez-Brill (2 Titel), Axel Breitung (1 Titel) und Andreas Herbig (8 Titel). Das Album wurde unter den Musiklabels Metropolis Records und Strange Ways Records veröffentlicht und durch Indigo vertrieben.

Auf dem blau-rot-schwarz gehaltenen Cover des regulären Albums ist – neben Künstlernamen und Liedtitel – ein stark vergrößerter Teil einer Rinde zu erkennen. Dasselbe Coverprinzip mit ähnlichem Artwork findet sich auf den Singleauskopplungen zu Kein Zurück und Find You’re Here / Find You’re Gone wieder. Dazu enthält das Album ein 16-Seitiges Booklet. Auf der Rückseite des Booklets finden sich folgende Zitate wieder: „In dankbarer Erinnerung an G. Delfs (Markus)“ und „Everyone Who Casts a Shadow Seems to Stand in the Sun…“ (englisch für „Jeder, der einen Schatten wirft, scheint in der Sonne stehen …“). Auf einem alternativen Albumcover ist ein Bandfoto von Wolfsheim zu sehen. Die Fotos auf dem Cover und im Booklet wurden von Stefano Boragno geschossen, die Artworkarbeiten stammen von den Graphischen Werken Ottensen.

Veröffentlichung und PromotionBearbeiten

Die Erstveröffentlichung von Casting Shadows erfolgte am 7. April 2003 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Noch im selben Jahr folgte eine europaweite Veröffentlichung, sowie eine Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten am 8. April 2003 (unter dem Musiklabel Metropolis Records).[4] Das Album besteht aus elf neuen Studioaufnahmen. Neben der regulären Ausgabe wurde zeitgleich eine “Magix Edition” von Casting Shadows veröffentlicht. Vor der offiziellen Veröffentlichung erfolgte die Ausgabe einer Promo-CD, diese bestand aus neun Liedern in derselben Reihenfolge. Nicht auf der Promo-CD enthalten waren die Titel Find You’re Gone und This Is for Love.[5] Um das Album zu bewerben gingen Wolfsheim kurz vor der Albumveröffentlichung in allen deutschsprachigen Ländern auf die Casting Shadows Tour. Im März und April 2004 folgte eine eigenständige US-Tournee unter dem Namen Wolfsheim US Tour 2004. Des Weiteren folgte mit Kein Zurück ein Liveauftritt in der RTL-Musikshow Top of the Pops.[6]

Magix Edition

In den deutschsprachigen Ländern ist Casting Shadows zum einen in der regulären Standard-Edition und zum anderen in der “Magix Edition” zu erwerben. Die reguläre Albumausgabe beinhaltet elf Lieder und die “Magix Edition” ist um die Software Magix Music Maker erweitert. Das Programm enthält folgende Funktionalitäten: 16 Stereo-Spuren für Audio und Video, Mixer mit Panorama und Effektweg, Effekte (Distortion, Echo, Hall und Reverse) und Originalklänge von Kein Zurück und Leave No Deed Undone. Die Software ermöglicht das Erstellen eigener Lieder, Remixe und Musikclips. Es können aus einer Vielzahl von Klängen eigene Remixe zu den Titeln Kein Zurück und Leave No Deed Undone inklusive Videoclip arrangiert werden.[7]

HintergrundinformationBearbeiten

Das letzte Studioalbum Spectators entstand vier Jahre vor der Veröffentlichung von Casting Shadows. Auf die Frage, wieso es so lange gedauert hat, um ein neues Album zu veröffentlichen, sagte Heppner, dass sie anfangs nicht wussten, was sie genau wollen. Wolfsheim gingen gleich nach der Veröffentlichung von Spectators wieder ins Studio, wo sie festgestellt haben, dass der Abstand nicht groß genug war, alles was entstand klang wie beim Vorgänger. Hätten sie zu dem Zeitpunkt an einem neuen Album weitergearbeitet, wäre lediglich ein zweiter Teil des vorangegangenen Albums entstanden. Das wollte keiner der beiden, deswegen landeten alle Titel die direkt nach Spectators entstanden im Papierkorb. Erst zwei Jahre später (2001), als das Lied Kein Zurück entstand, war beiden klar, dass dies etwas Neues sei.

Auf die Frage ob es einen roten Faden in dem Album gäbe antwortete Heppner, dass es einfach nur Reinhardt und er seien. Es sei einfach nur Wolfsheim und das was passiert wenn die beiden zusammentreffen. Sowohl für die Qualität als auch für den Inhalt sei nur ihr Geschmack entscheidend.

Anfänglich trug das Album den Arbeitstitel Close Enough (englisch für ‚Nahe genug‘). Viele waren verwundert über die Änderung in Casting Shadows. In einem Interview gab Heppner später an, das Close Enough lediglich ein Arbeitstitel war, dieser habe sich selber zum offiziellen Titel gemacht, weil er und Reinhardt keine bessere Idee für einen Albumtitel hatten. Durch das vermehrte Auftreten von Castingshows für neue Musiker in den Jahren 2000 bis 2003 (unter anderem Deutschland sucht den Superstar, Fame Academy, Popstars, Star Search usw.), deuteten viele Musikwissenschaftler und Redakteure den Albumtitel in Verbindung damit. Der Albumtitel entstand durch das erste Stück Everyone Who Casts a Shadow. Dieses Werk verkörpere für beide die ganze LP. Es käme vielleicht Subjektiv rüber, aber Heppner gab an, dass es einfach deren Gefühl war, nachdem das Lied im Studio fertig war.[3][8]

InhaltBearbeiten

Das Album besteht aus elf neu eingespielten Titeln. Acht der elf Liedtexte sind in englischer Sprache, zwei Liedtexte in deutscher Sprache verfasst. Musikalisch bewegen sich die Lieder im Bereich des Dark Waves und Synthie-Pops. Bei In Time handelt es sich um ein reines Instrumentalstück. Bei dem Lied Kein Zurück wurden Wolfsheim von Klaus Knapp an der Gitarre unterstützt. Bei And I … wurden sie von Gereon Basso am Schlagzeug und Martin Ziaja am Bass begleitet.

Titelliste
# Titel Autor(en) Produzent(en) Länge
1 Everyone Who Casts a Shadow Peter Heppner, Markus Reinhardt Andreas Herbig, Oliver Pinelli (Ko) 4:47
2 Care for You Peter Heppner, Markus Reinhardt Andreas Herbig, Oliver Pinelli (Ko) 5:07
3 I Won’t Believe Peter Heppner, Markus Reinhardt Andreas Herbig, Oliver Pinelli (Ko) 3:30
4 Kein Zurück Axel Ermes, Peter Heppner, Markus Reinhardt Andreas Herbig, Oliver Pinelli (Ko) 3:50
5 And I … Axel Ermes, Peter Heppner, Markus Reinhardt Jose Alvarez-Brill 4:03
6 Underneath the Veil Peter Heppner, Markus Reinhardt Andreas Herbig, Oliver Pinelli (Ko) 4:10
7 Find You’re Gone Peter Heppner, Markus Reinhardt Andreas Herbig, Oliver Pinelli (Ko) 4:23
8 This Is for Love Peter Heppner, Markus Reinhardt Jose Alvarez-Brill 3:16
9 Wundervoll Peter Heppner, Markus Reinhardt Andreas Herbig, Oliver Pinelli (Ko) 4:54
10 Approaching Lightspeed Peter Heppner, Markus Reinhardt Axel Breitung, Kay Nickold (Ko) 3:16
11 In Time Axel Ermes, Peter Heppner, Markus Reinhardt Andreas Herbig, Oliver Pinelli (Ko) 5:34
Magix Edition
12 Magix Music Maker

SingleauskopplungenBearbeiten

Bereits zwei Monate vor der Veröffentlichung von Casting Shadows wurde am 17. Februar 2003 die Single Kein Zurück ausgekoppelt. Rund ein halbes Jahr nach der Albumveröffentlichung folgte im September 2003, zunächst als Promo-Single, die Doppel-A-Single Find You’re Here / Find You’re Gone. Die reguläre Singleveröffentlichung erfolgte am 3. November 2003. Beide Singleveröffentlichungen schafften den Einstieg in die deutschen Singlecharts. Letztere sogar einen Charteinstieg in Österreich. Kein Zurück wurde als einzige Single überhaupt mit einer Goldenen Schallplatte für über 150.000 verkaufte Einheiten in Deutschland ausgezeichnet und war für einen Zeitraum von elf Wochen das erfolgreichste deutschsprachige Lied in den deutschen Singlecharts.

Charterfolge in den Singlecharts

Jahr Titel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[9]
(Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH
2003 Kein Zurück DE4
 
Gold

(23 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 17. Februar 2003
Verkäufe: + 150.000
Find You’re Here / Find You’re Gone DE23
(11 Wo.)DE
AT73
(2 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 3. November 2003

TourneenBearbeiten

Casting Shadows TourBearbeiten

Casting Shadows Tour
von Wolfsheim
Präsentationsalbum Casting Shadows
Anfang der Tournee 6. März 2003
Ende der Tournee 22. März 2003
Konzerte insgesamt
(nach Land)
* Deutschland  Deutschland (11)
Konzerte insgesamt 13
Wolfsheim Tour-Chronologie
Spectators Tour 1998/99
(1998)
Casting Shadows Tour 2003 Wolfsheim US Tour 2004
(2004)

Die folgende Liste ist eine Übersicht der Konzerte die Wolfsheim bei der Casting Shadows Tour gespielt haben. Die Tour erstreckte sich vom 6. bis 22. März 2003 und führte sie durch elf Städte in Deutschland und jeweils ein Mal nach Österreich und die Schweiz. Eigentlich sollte die Tour bereits im Herbst 2002 stattfinden, doch dadurch, dass sich die Arbeiten an Casting Shadows verzögerten, wurde die Tour verschoben und im März 2003 absolviert.[10]

Datum Stadt Veranstaltungsort Land
6. März 2003 Hamburg-St. Pauli Große Freiheit 36 Deutschland  Deutschland
7. März 2003 Bremen Pier 2
8. März 2003 Dresden Alter Schlachthof
10. März 2003 Mainz Eltzer Hof
11. März 2003 Hannover Capitol
12. März 2003 Köln E-Werk
14. März 2003 Erfurt Thüringenhalle
15. März 2003 Magdeburg AMO Kultur- und Kongreßhaus
16. März 2003 Berlin-Tempelhof Columbiahalle
18. März 2003 Fürth Stadthalle
20. März 2003 München Georg Elser Halle
21. März 2003 Zürich X-Tra Limmathaus Schweiz  Schweiz
22. März 2003 Wien Planet Music Osterreich  Österreich

Wolfsheim US TourBearbeiten

Wolfsheim US Tour
von Wolfsheim
Präsentationsalbum Casting Shadows
Anfang der Tournee 21. März 2004
Ende der Tournee 5. April 2004
Konzerte insgesamt
(nach Land)
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten (10)
Wolfsheim Tour-Chronologie
Casting Shadows Tour 2003
(2003)
Wolfsheim US Tour 2004

Die folgende Liste ist eine Übersicht der Konzerte die Wolfsheim bei der Wolfsheim US Tour gespielt haben. Die Tour erstreckte sich vom 21. März bis 5. April 2004 und führte sie durch zehn US-amerikanische Städte. Aufgrund des Erfolges des vorangegangenen Albums Spectators sollte die Tournee durch die Vereinigten Staaten eigentlich bereits im Jahr 2001 stattfinden, doch wegen der Terroranschläge am 11. September 2001 wurde die Tour verschoben und schließlich im März/April 2004 absolviert.[11][12] Es war die einzige Tournee die Wolfsheim ausschließlich ins Ausland führte.

Datum Stadt Veranstaltungsort Land
21. März 2004 Tampa Masquerade Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten
22. März 2004 Atlanta Masquerade
24. März 2004 New York City Webster Hall
26. März 2004 Boston Manray (TBC)
27. März 2004 Detroit St. Andrews Hall
28. März 2004 Chicago Metro
31. März 2004 Denver Gothic Theatre
2. April 2004 San Antonio Sin 13
4. April 2004 Los Angeles Henry Fonda Music Box Theatre
5. April 2004 San Francisco Death Guild

MitwirkendeBearbeiten

Albumproduktion

Artwork (Cover)

Unternehmen

  • Bishop Studios: Tonstudio
  • Graphische Werke Ottensen: Artwork (Cover)
  • Indigo: Vertrieb
  • Master & Servant: Mastering
  • Metropolis: Musiklabel
  • Pleasure-Park Studios: Tonstudio
  • Strange Ways Records: Musiklabel
  • Tonofen Studio: Tonstudio
  • Trixx Studios: Tonstudio

RezeptionBearbeiten

RezensionenBearbeiten

Das deutschsprachig Musikportal Plattentests.de bewertete das Album mit 6/10 Punkten. Oliver Ding von der Redaktion sagte folgenden zu dem Album: Man fände fast die gleichen „Schmeicheleinheiten“ wie auf Spectators. Es sei alles da: der süßliche Pop, die tänzelnde Harmlosigkeit, die sanften Schwelgereien, die melancholischen Seufzer. Und über allem sei wie immer Heppners Organ: hauchzart bis zum Anschlag, zwischen Schwermut und Trost changierend und stets kurz vorm Schmachten. Das erfreue nicht nur die Zielgruppe, denn während sich Kein Zurück zur erfolgreichsten Single der Label-Geschichte entwickele, schiele jetzt auch das Album nach der Chartspitze. Nicht zu unrecht, denn Wolfsheim beweisen immer noch ihr Händchen für unkomplizierte Melodien. Die gehen dank der Hilfe von Andreas Herbig mal wieder derart einschmeichelnd ins Ohr, dass man dem Duo sogar seichte Augenblicke wie Wundervoll verzeihen möge. Dezente „Midtempotracks“ wie Care for you würden aus zufriedenen Synthesizern gekitzelt. Im leicht abgedunkelten Underneath the veil tupfe ein getragenes Klavier Wolken an den Himmel, bis ein fetter Bass nahe und dem Lied elektrische Stämmigkeit verpasse. Sogar noch besser gerate I Won’t Believe, dass sich erst über weichen Klängen ausbreite und schließlich in einem unerwarteten Gitarrengeschrammel kulminiere. Dass man auf dem fünften Album der Hamburger trotzdem keinen sonderlichen Tiefgang mehr fände, stört nicht wirklich. Harmlos mache glücklich.[13]

Theo Kavadias von dem US-amerikanische Musikportal Allmusic bewertet das Album mit 3/5 Sternen und der Begründung: „The acoustic guitar in Kein Zurück should be the first indication that Wolfsheim is maturing. It’s a tad unusual for this synth pop notable, but this unexpected element fits in acceptably after the initial jolt. Another chance the German duo takes is slowing things down a notch. The first half of Casting Shadows hovers around 100 bpm. After the success of the dance tracks from Spectators, that may or may not be a good idea. Wolfsheim’s fifth album shows signs of a band mellowing out but slightly losing its passion. Among the slower tracks is Care for You, a leisurely excursion that accents Peter Heppner’s distinguished vocals. Find You’re Gone and Wundervoll (one of a couple tracks sung in German) are appropriate for the clubs and are memorable just not quite as strong or emotional. There isn’t another Once in a Lifetime, but there is plenty of romantic synth pop here nonetheless.“[14]

Das deutschsprachige Online-Magazin laut.de vergab 3/5 Sternen. Daniel Straub von der Redaktion beurteilte das Album mit folgenden Worten: Zusammenfassend sei es „symphatischer“ Synthie-Pop mit himmlischen Melodien. Wolfsheim würden den Spagat zwischen luftigen Pophöhen und „sektiererischen Underground-Tiefen“ mit einer „spielerischen Leichtigkeit“ bewältigen. Heppners näselnder, betont getragener Gesangsdarbietung ständen die schleppenden Synthiegrooves von Reinhardt zur Seite. Ein eingespieltes Duo, das sich mit Casting Shadows wohl endgültig vom hüpfenden „Gruftie-Pop“ früherer Tage verabschiedet habe. Wer nach etwas wie The Sparrows and the Nightingales sucht, werde nicht fündig. Care for You schmeichele dem Zuhörer mit „vertrackt-leichten Trip-Hop-Beats“, die Heppners Gesang und weiche Synthieflächen in himmlische Melodien überführe. Mit viel Gefühl für Stimmungen inszeniere sich Wolfsheim auf Casting Shadows, setzen ganz auf die emotionale Tiefe der Stücke. Es scheine gar so, als hätten Wolfsheim eine gewisse Altersweisheit erlangt, so abgeklärt klänge Casting Shadows. Da wirke eine Nummer wie Wundervoll mit ihren „housigen Beats“, dem „zischenden Hi-Hat“ und dem vor „schmalziger Melodie“ nur so „tropfenden Refrain“ fast ein wenig fehl am Platz. Vielleicht bleibe Wundervoll aber gerade deshalb so leicht im Ohr hängen, weil es der Ernsthaftigkeit von Casting Shadows ein sympathisches „Smilie“ aufdrückt.[15]

Charts und ChartplatzierungenBearbeiten

Casting Shadows erreichte in Deutschland Position eins der Albumcharts und konnte sich insgesamt eine Woche an der Spitze, sechs Wochen in den Top 10 und 38 Wochen in den Charts halten. In Österreich erreichte das Album in zehn Chartwochen Position 38 und in der Schweiz in vier Chartwochen Position 56 der Charts. Es ist das einzige Album Wolfsheims, dass sich gleichzeitig in allen deutschsprachigen Ländern in den Charts platzieren konnte. Das Album war für einen Zeitraum von fünf Wochen das erfolgreichste deutschsprachige Album in den deutschen Albumcharts. 2003 platzierte sich Casting Shadows in den Album-Jahrescharts auf Position 21 in Deutschland, damit verzeichneten sie die höchste Platzierung in den Album-Jahrescharts ihrer Karriere.

Für Wolfsheim ist dies bereits der vierte Charterfolg in den deutschen Albumcharts sowie der zweite in der Schweiz und der erste in Österreich. Es ist ihr zweiter Top-10-Erfolg und zugleich der erste Nummer-eins-Erfolg in den deutschen Albumcharts. In Deutschland und Österreich konnte sich bis heute kein Album des Duos höher und länger in den Albumcharts platzieren. In der Schweiz konnte sich kein Album länger in den Charts behaupten.

Chartplatzierungen
ChartsChart­plat­zie­rungen Höchst­platzie­rung Wo­chen
  Deutschland (GfK)[16] 1 (38 Wo.) 38
  Österreich (Ö3)[17] 38 (10 Wo.) 10
  Schweiz (IFPI)[18] 56 (4 Wo.) 4
Jahrescharts
ChartsJahres­charts (2003) Platzie­rung
  Deutschland (GfK)[19] 21

Auszeichnungen für MusikverkäufeBearbeiten

2004 wurde Casting Shadows in Deutschland von der BVMI (Bundesverband Musikindustrie) mit einer Platin-Schallplatte für über 200.000 verkauften Einheiten ausgezeichnet. Obwohl das vorangegangene Album Spectators nur mit Gold ausgezeichnet wurde, ist Casting Shadows aufgrund der Abwertung der Vergaberegeln für Plattenauszeichnung nur der zweit-meistverkaufte Tonträger Wolfsheims bis heute.

Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe)
Ver­käu­fe
  Deutschland (BVMI)[20]   Platin 200.000
Insgesamt   1× Platin
200.000

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolfsheim – Casting Shadows. discogs.com, abgerufen am 18. August 2015.
  2. Online Datenbank – Musikalische Werke. online.gema.de, abgerufen am 18. August 2015.
  3. a b Wolfsheim – Schattenwerfer im Rampenlicht (Memento vom 31. Mai 2004 im Internet Archive) kleinertod.de, 2003, abgerufen am 23. April 2019.
  4. Wolfsheim – Casting Shadows. allmusic.com, abgerufen am 18. August 2015.
  5. Wolfsheim – Casting Shadows (Promo-CD). musik-sammler.de, abgerufen am 23. April 2017.
  6. isntitironicTOTP5: 2003 – Wolfsheim – Kein Zurück (Live @ TOTP-DE). youtube.com, 8. April 2007, abgerufen am 8. September 2019.
  7. Wolfsheim – Casting Shadows. musik-sammler.de, abgerufen am 23. April 2017.
  8. Vom Szene-Tipp zum Chart-Act. pagandance.de, abgerufen am 18. August 2015.
  9. Chartquellen Singles: DE AT CH
  10. Wolfsheim-Tour und Album verschoben. (Memento vom 7. April 2018 im Internet Archive) forum.vnvnation.de, abgerufen am 6. April 2018.
  11. Dirk Horst: Synthiepop – Die gefühlvolle Kälte: Geschichten des Synthiepop.
  12. Wolfsheim – 2004 US Tour Dates. goth.net, abgerufen am 18. August 2015.
  13. Schattig. plattentests.de, abgerufen am 23. April 2017.
  14. Wolfsheim – Spectators / AllMusic Review by Theo Kavadias. allmusic.com, abgerufen am 13. August 2015.
  15. Sympathischer Synthie-Pop mit himmlischen Melodien. laut.de, abgerufen am 26. April 2017.
  16. Wolfsheim – Casting Shadows. offiziellecharts.de, abgerufen am 18. August 2015.
  17. Wolfsheim – Casting Shadows. austriancharts.at, abgerufen am 18. August 2015.
  18. Wolfsheim – Casting Shadows. hitparade.ch, abgerufen am 18. August 2015.
  19. Album-Jahrescharts 2003. offiziellecharts.de, abgerufen am 18. August 2015.
  20. Gold-/Platin-Datenbank. musikindustrie.de, abgerufen am 18. August 2015.