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Canal de jonction de Nancy

Schifffahrtskanal in Frankreich

Der Canal de jonction de Nancy, auch Embranchement de Nancy, Canal de Nancy oder nur Canal de jonction (deutsch: Verbindungskanal), ist ein Schifffahrtskanal in Ostfrankreich, im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Grand Est. Er verbindet den Canal de la Marne au Rhin mit dem Canal des Vosges (bis 2003 Canal de l’Est).

Canal de jonction de Nancy
Schleuse 10 am Canal de jonction

Schleuse 10 am Canal de jonction

Gewässerkennzahl FRA---0202
Lage Frankreich, Region Grand Est
Länge 10 km
Klasse I (Freycinet-Klasse)
Beginn Abzweig vom Canal des Vosges nahe Messein
Ende Einmündung in den Canal de la Marne au Rhin in Laneuveville-devant-Nancy
Abstiegsbauwerke 18

GeschichteBearbeiten

Der Kanal wurde angelegt, um den Schiffen auf der Relation Rhône-Rhein sowie von und zur Stahlhütte im nahegelegenen Neuves-Maisons den Umweg über Toul und Frouard (Boucle de Nancy) zu ersparen.[1] Ende des 20. Jahrhunderts lag er brach und wurde im März 2004 wieder für die Schifffahrt freigegeben. Im Mai 2008 machte ihn ein Deichrutsch auf 400 m Länge bis Juni 2012 erneut unpassierbar.[2] Aktuell wird er nur noch für die Freizeitschifffahrt, vorwiegend mit Hausbooten, genutzt. Der zulässige Tiefgang wurde auf 1,50 m reduziert.[3]

VerlaufBearbeiten

Der Kanal beginnt südlich der Ortschaft Messein im Tal der Mosel und führt über einen Bergrücken nach Laneuveville-devant-Nancy im Tal der Meurthe. Der höchste Punkt (Höhentrennungsabschnitt) liegt bei Fléville-devant-Nancy, die Anhöhe wird mit Hilfe von insgesamt 18 Schleusen bei einer Länge von 10 Kilometer überwunden. Hiervon führen fünf Schleusen vom Moseltal nach oben, der Abstieg ins Tal der Meurthe wird mittels einer Schleusentreppe mit dreizehn Schleusen bewältigt.[4]

SchleusenBearbeiten

 
Schleusentreppe

Die Schleusen entsprechen in ihren Abmessungen dem Freycinet-Maß, sie sind für Schiffe von maximal 38,5 m Länge und 5,05 m Breite bei einem Tiefgang von höchstens 2,50 m ausgelegt. Jeweils von der Höhentrennung abwärts sind die Schleusen durchnummeriert, von 1 bis 5 nach Messein und von 1 bis 13 nach Laneuveville. Bis auf wenige Ausnahmen sind die alten Schleusenwärterhäuser verschwunden. Sämtliche Schleusen werden von den Schiffern per Funk fernbedient.

WasserversorgungBearbeiten

Da der Höhenrücken von Nancy nur über ein begrenztes Wasservorkommen verfügt, wird der Kanal mittels eines 1881 in Betrieb genommenen Turbinenhebewerks mit Wasser versorgt. Nahe Flavigny-sur-Moselle wird Wasser aus der Mosel entnommen und über einen offenen Versorgungskanal zur unmittelbar am Canal des Vosges gelegenen Usine élevatrice de Messein geführt. Dort wird es mit vier Pumpen, von denen aktuell nur noch eine in Betrieb ist, zum höchstgelegenen Kanalabschnitt (Scheitelhaltung) befördert.[5]

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte von Laneuveville bei genealogie.bristiel.free.fr (französisch), abgerufen am 10. November 2013
  2. Fluvialnet.com vom 12. März 2012, abgerufen am 10. November 2013
  3. Website der Association Nationale des Plaisanciers en Eaux intérieures, abgerufen am 10. November 2013
  4. Voies navigables de France, abgerufen am 9. November 2013
  5. L’usine élevatrice de Messein. Voies navigables de France (VNF), Direction territoriale Nord-Est, abgerufen am 20. Juli 2018 (französisch).