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UPC Schweiz

(Weitergeleitet von Cablecom)
UPC Schweiz GmbH[1]

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Rechtsform GmbH
Gründung 1994
Sitz Wallisellen, Schweiz
Leitung Severina Pascu, Geschäftsführerin [1]
Mitarbeiterzahl mehr als 1'500 (2018)[2]
Umsatz 1,72 Mrd. CHF (2016)[2]
Branche Telekommunikation
Website www.upc.ch

UPC ist mit rund 1.2 Millionen Kunden der grösste Kabelnetzbetreiber der Schweiz und entstand 1994 durch die Fusion von mehreren Kabelnetzgesellschaften. UPC ist seit 2005 eine Tochtergesellschaft von Liberty Global.[1] Seit 1. September 2018 ist Severina Pascu als CEO tätig.

Highspeed-Kabelroutermodem Connect-Box mit verbesserter WLAN-Funktion (2016)

Inhaltsverzeichnis

UnternehmensdatenBearbeiten

Per 30. Juni 2018 versorgte UPC in der Schweiz 1.2 Millionen Kunden mit über 2.5 Millionen Diensten (ca. 1'135'000 Fernseh-, 725'000 Breitband-Internet-, 530'000 Festnetztelefon- und 129'000 Mobilfunkkunden).[3] Aktuell beschäftigt UPC in der Schweiz rund 1'500 Mitarbeiter.

GeschichteBearbeiten

In den 1930er Jahren entstanden die ersten Kabelnetzbetreiber, die mehrere Radioprogramme über Kabel in die Haushalte transportierten. Eine dieser Kabelnetzanbieterinnen war die 1931 gegründete Rediffusion S.A, welche Radiosendungen mittels Drahtrundspruch verbreitete. Ab Ende der 1950er Jahre übertrug die Rediffusion S.A. vom Uetliberg aus erste Fernsehprogramme in schwarz-weiss. 1994 entstand aus der Rediffusion S.A. und anderen selbstständigen Kabelnetzgesellschaften das Unternehmen Cablecom, das den Unternehmen Siemens, VEBA und Swisscom gehörte.[4]

Cablecom integrierte 1998 den Internet-Service-Provider SwissOnline. In den folgenden Jahren wuchs die Kabelnetzbetreiberin weiter, indem sie Kabelnetzgesellschaften (Bsp. Balcab und Sitel) kaufte. Durch diese Übernahmen erweiterte Cablecom ihr Netz in weite Teile der Schweiz. Im Jahr 2000 verkauften die bisherigen Eigentümer Cablecom an die britisch-amerikanische NTL für 5,8 Milliarden Schweizer Franken. In den Folgejahren konnte das operative Geschäft nachhaltig verbessert werden. Nach finanziellen Schwierigkeiten der NTL verkaufte diese Cablecom im Jahre 2003 an eine Gruppe von Banken und Privatinvestoren.

Auf Mitte Oktober 2005 planten die Besitzer von Cablecom den Börsengang. Nachdem Liberty Global Europe, eine 100-prozentige Tochter von Liberty Global, am 30. September 2005 Cablecom für 2,8 Milliarden aufgekauft hatte, wurde der Börsengang jedoch abgesagt.[4] In den darauffolgenden Jahren investierte Cablecom in den Netzausbau. 2007 lancierte das Unternehmen hochauflösendes Fernsehen (HDTV). Zwei Jahre später führte Cablecom erste Kombi-Angebote (Paket mit Internet, Telefonie und Fernsehen) ein. Im Jahr 2010 lancierte Cablecom die DigiCard, die es den Kunden ermöglichte, digital fernzusehen, ohne ein zusätzliches Gerät an den Fernseher anschliessen zu müssen. Seit Anfang 2011 bietet Cablecom Video on Demand mit 3D-Inhalten an.[4]

Im April 2011 wurde Cablecom in UPC Cablecom umbenannt. Durch das Rebranding wurde anstelle des roten Schraubenschlüssels ein neues Logo ähnlich einer Lotusblüte lanciert.[5]

Am 14. Januar 2013 führte UPC die Set-Top-Box Horizon ein. Bei diesem System handelt es sich um eine Settopbox für Digital- und HD-TV, vereint mit einem Internetrouter mit W-LAN, IP-Telefonie und einem Festplattenrekorder.

Liberty Global führte am 1. August 2014 die beiden Schwestergesellschaften UPC Cablecom und UPC Austria zu einer gemeinsamen Regionalorganisation mit Sitz in Zürich zusammen.

Seit 25. Mai 2016 heisst UPC Cablecom nur noch UPC.

Per 1. August 2018 wurde UPC-Austria von T-Mobile Austria übernommen.

Am 1. September 2018 übernahm Severina Pascu die CEO-Agenden von Eric Tveter, der seit 2009 das Amt des CEO innehatte.

ProdukteBearbeiten

Digitales TV und RadioBearbeiten

UPC verbreitet digitale TV- und Radiosender. Den Grundstein hierfür wurde 1999 gelegt, als neu 32 digitale Sender parallel zum analogen Angebot ausgestrahlt wurden. Im November 2012 hob UPC die Grundverschlüsselung für das TV-Grundangebot von 55 digitalen TV- und 100 Radiosendern auf. Trotz der Digitalisierung wurden über das Kabelnetz von UPC je nach Region mindestens 36 TV- und 34 Radiosender analog verbreitet.[6] Der Bundesrat hat im Rahmen des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen eine Must-Carry-Liste für analoge Sender erstellt. Diese enthielt vom Bundesrat bestimmte Sender, welche durch UPC und andere Kabelnetzbetreiber in der ganzen Schweiz analog verbreitet werden mussten. Diese Must-Carry-Regel wurde aufgrund der Änderung in der UVEK-Verordnung über Radio und Fernsehen vom 13. Mai 2013 angepasst. Daraufhin mussten nur noch die SRG Sender, die konzessionierten Regional-TV-Programme sowie der Jugendsender Joiz analog verbreitet werden. Diese Pflicht endete am 31. Dezember 2014 (Joiz: 21. März 2015) bzw. schon vorher, wenn von Kabelnetzbetreiber ein Grundangebot ohne Mehrkosten und einen Digital/Analog-Konverter angeboten wurde. So digitalisierte UPC im Herbst 2014 im Rahmen eines Pilotprojekts die Zentralschweiz komplett – am 7. Juli 2015 schliesslich wurden im Tessin die letzten analogen Sender von upc cablecom abgestellt.[7] Durch die Aufhebung der Grundverschlüsselung ist auch die freie Wahl des Endgerätes (TV, Receiver, Recorder, DigiCard) möglich geworden. Für die Benutzung des digitalen Basisangebots wird ein aktiver Kabelanschluss, ein Antennenkabel und ein Fernsehgerät mit integriertem DVB-C Empfänger bzw. einem Umwandler für ältere Geräte benötigt.

Um digitale Zusatzangebote via Kabelnetz zu empfangen, braucht es ein Empfangsgerät – entweder eine Set Top Box (Recorder / Receiver) oder eine Smartcard. Mit dem Horizon HD Recorder hat man zusätzlich zum HDTV- und dem Video-on-Demand-Angebot die Möglichkeit bis zu vier Sendungen gleichzeitig aufzunehmen, Livesendungen anzuhalten beziehungsweise mittels Replay das Fernsehprogramm der letzten 7 Tage zu schauen.[8] Darüber hinaus lassen sich mit der UPC TV App die im jeweiligen Senderpaket gebuchten Kanäle auch unterwegs via iOS oder Android streamen. [9]

TV-Paket und Lancierung MySportsBearbeiten

Beim TV-Angebot lassen sich (exklusive einzelner Zusatzoptionen) vier Senderpakete unterscheiden: Basic TV, Horizon TV, Premium TV sowie MySports Pro. Der Sportkanal MySports wurde im September 2017 lanciert und bietet eine breite Palette an unterschiedlichen Sportarten, allen voran der Schweizer National League im Eishockey. Im August 2018 wurde darüber hinaus mit MySports One ein „Best of“-Sender lanciert, erhältlich für alle Digital TV Kunden.

Mit MyPrime führte UPC als erstes Unternehmen in der Schweiz das Flatrate-Modell für Filme und Serien ein. Ende 2016 waren mehr als 10'000 Inhalte wie Filmklassiker, Serien, Dokumentationen und Kindersendungen für die Kunden in der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin verfügbar. [10]

InternetBearbeiten

UPC bietet einen Breitband-Internet-Anschluss über ihr Kabelnetz (Glasfaserkabelnetz) an. Das Unternehmen verfügt in diesem Bereich über 725'000 Kunden (Stand 30. Juni 2018).[3] Das Kabelnetz besteht zu 95 % aus Glasfasern und zu 5 % aus Koaxialkabel, sogenanntes Hybrid Fiber Coax (HFC). Der Vertrieb des Internetdienstes läuft mit dem Übertragungsstandard DOCSIS 3.0.

Seit November 2012 beinhaltet der Kabelanschluss von UPC auch ein digitales Basisangebot für Bestandskunden mit Internetzugang von 2 Mbit/s sowie TV-Angebot, und seit Januar 2015 einen Telefon-Festnetzanschluss. Zusätzlich lässt sich damit auch die UPC TV App nutzen.[11]

Happy HomeBearbeiten

Anfang 2018 lancierte UPC die „Happy Home“ Kombi-Abos und ersetzte dadurch die vormals als „Connect & Play“ bekannten Pakete. Diese gibt es in drei unterschiedlichen Varianten: Happy Home 50, 200 bzw. 500, deren Ziffern jeweils gleichbedeutend mit den Downloadgeschwindigkeiten gemessen in Mbit/s sind. Die Happy Home Pakete umfassen einen Internetzugang, das Horizon TV Senderpaket und einen Festnetzanschluss – wobei hierbei auch eine Option gewählt werden kann, die neben Anrufe innerhalb der Schweiz auch Anrufe ins EU-Ausland inkludiert. Gleichzeitig wurde auch, um die WLAN-Verbindung bei den Kunden zu verbessern, die UPC Connect App eingeführt, die das Einrichten der Connect Box sowie das Scannen der WLAN-Abdeckung im eigenen Zuhause vereinfacht beziehungsweise ermöglicht. Um darüber hinaus die Signalstärke des hauseigenen WLANs zu erweitern, können mittels Powerline Adapters – über Verwendung der Stromleitung – Hotspots in anderen Räumen errichtet werden. [12]

TelefonieBearbeiten

FestnetzBearbeiten

Seit Juli 2003 gibt es bei UPC mit Voice over Cable ein Telefonie-Angebot. Es telefonieren 530'000 Kunden (Stand 30. Juni 2018) über ihr Kabel. [3]

MobilfunkangebotBearbeiten

Seit April 2014 bietet UPC bestehenden Kunden ein Mobilfunkangebot an. UPC bietet ihr Mobilfunkangebot auf dem bestehenden Mobilfunknetz von Salt an und wird so zum MVNO (Mobile Virtual Network Operator)-Anbieter. Das Unternehmen erbringt, abgesehen von der Nutzung der Mobilfunkantennen von Salt, alle Services eigenständig. Mitte 2018 hatten 129'000 Personen ein Mobilfunk-Abonnement von UPC. Voraussichtlich per Anfang 2019 wechselt UPC auf das Netz von Swisscom.[13]

GeschäftskundenBearbeiten

UPC Business bietet seit 1999 Kommunikationslösungen für Unternehmen – bestehend aus kleinen und mittleren Unternehmen, Kantonalbanken, Spitäler, öffentliche Verwaltungen etc. – an und spielt eine starke Rolle im Schweizer B2B-Markt. So bedient das Unternehmen im Finanzsektor mehr als 50 Prozent aller Kantonalbanken mit Connectivity und Managed Services. Zu weiteren Kunden gehören die SV (Schweiz) AG (IP-Telefonie-Lösungen und LAN-Management) sowie die BKW Gruppe (Software Defined WAN). [14]

KonkurrenzsituationBearbeiten

Kombi-AngeboteBearbeiten

Stärkster Konkurrent von UPC ist Swisscom. Bei UPC bestehen solche Bundles aus Fernseh-, Internet-, und Telefoniediensten.[15] Vergleichbare Angebote gibt es bei Swisscom und seit Dezember 2011 bei Sunrise. Salt wiederum stieg im März 2018 mit „Salt Fibre“ ins Festnetz-Business ein.

FernsehenBearbeiten

UPC liegt mit 1.135 Mio. TV-Kunden auf Platz zwei. (Stand: 30. Juni 2018). Dies ist gleichbedeutend mit einem 26-prozentigen Anteil am Schweizer TV-Markt. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Swisscom mit knapp 35 Prozent. Sunrise wiederum bewegt sich am TV-Markt im einstelligen Bereich mit einem Anteil von 5 Prozent. Die anderen Kabelnetzbetreiber kommen zusammengerechnet ebenso wie UPC auf 26 Prozent. Die übrigen 8 Prozent belegen Satellit sowie Antenne. [16]

InternetBearbeiten

Das Glasfaserkabelnetz von UPC versorgt in der Schweiz knapp 2,3 Millionen Haushalte und ermöglicht flächendeckend Internet von 500 Mbit/s Downstream bei 50 Mbit/s Upstream (Stand: September 2018) – sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Die Höchstgeschwindigkeit der Internetverbindungen von Swisscom wie auch von Sunrise liegt aktuell bei 100 Mbit/s (VDSL) bzw. bei 1 Gbit/s (FTTH). [17] Ermöglicht werden die Geschwindigkeiten bei UPC Schweiz durch ein hybrides Netz aus einem überwiegenden Anteil Glasfaser sowie einem kleinen Teil Koaxialkabel. Dadurch können die bereits vorhandenen Internetkapazitäten auf dem bestehenden Netz kontinuierlich und nach Bedarf weiter ausgebaut werden – mittels Frequenzerweiterung beziehungsweise der Bündelung von Kanälen. Der Status quo von 500 Mbit/s kann demzufolge auf zukünftige Kundenbedürfnisse angepasst werden – ohne, dass dadurch zusätzliche Bauarbeiten auf Strassen oder in den Häusern vorgenommen werden müssten.[18]

TelefonieBearbeiten

UPC, Sunrise und Swisscom bieten Abonnemente in der Festnetz-, wie auch in der Mobilnetztelefonie. Alle Anbieter haben Sondertarife, variierend je nach Abonnementstyp.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten