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Liberty Global plc.

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Rechtsform Public Limited Company
ISIN GB00B8W67662
Gründung 2005
Sitz London, Vereinigtes Königreich
Leitung Michael T. Fries, Präsident und Chief Executive Officer
Mitarbeiterzahl 37.000 (31. Dez. 2015)[1]
Umsatz 20 Mrd. US-Dollar (2016)[2]
Branche Medien, Telekommunikation
Website www.lgi.com

Liberty Global plc. mit Sitz in London ist ein internationaler Medienkonzern und einer der größten Breitbandanbieter weltweit.

Die Aktien des Unternehmens werden in Form von zwei Tracking Stocks an der NASDAQ gehandelt, wobei die Liberty Global Group das europäische Geschäft und die Liberty Latin America and Caribbean Group (LiLAC) das Geschäft in Lateinamerika und der Karibik enthält.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

 
Logo bis 18. Juni 2012

Die Gesellschaft ist aus einer Fusion von Liberty Media International und UGC (UnitedGlobalCom) entstanden. Diese sind jetzt 100-prozentige Töchter von Liberty Global. Eigenen Angaben zufolge hatte der Konzern Ende September 2015 knapp 27 Millionen Kunden in 14 Ländern.[3] LMI-Chef John C. Malone fungiert als Chairman, UGC-Chef Michael Fries als Präsident und Chief Executive Officer (CEO).[4]

Malone ist zugleich CEO der „Discovery Holding Company“, die über die Tochtergruppe Discovery Communications unter anderem den Discovery Channel betreibt.

Am 24. Oktober 2005 erwarb Liberty Global Switzerland für rund 2,8 Milliarden Schweizer Franken sämtliche Aktien der „Cablecom Holdings AG“, der indirekten Muttergesellschaft des Schweizer Kabelnetzbetreibers Cablecom.[5] Das Unternehmen ist seit 2007 Teil der niederländischen UPC Broadband Holding und seit Ende März 2011 unter dem Namen UPC Cablecom tätig. Seit 25. Mai 2016 heißt UPC Cablecom nur noch UPC.

Seit Ende 2007 versorgt Liberty Global über die aufgekaufte UPC Telekabel auch Österreich.

Auch an dem größten belgischen Kabelnetzbetreiber Telenet hält Liberty Global mit 56,36 % eine Aktienmehrheit.[6]

Am 13. November 2009 gab Liberty Global die Übernahme des deutschen Kabelnetzbetreibers Unitymedia für 3,5 Milliarden Euro bekannt. Der Kauf wurde am 28. Januar 2010, nach der Genehmigung durch das Bundeskartellamt abgeschlossen. Im März 2011 erfolgte der Kauf von Kabel BW für 3,2 Milliarden Euro, welcher durch grünes Licht der Kartellbehörden im Dezember 2011 endgültig vollzogen werden konnte. Am 19. Juni 2012 machte Liberty Global einen Relaunch und passte u. a. sein Logo an das seiner UPC-Tochterfirmen an.[7]

Am 5. Februar 2013 wurde bekannt, dass Liberty Global Virgin Media kaufen möchte. Liberty Global ist das größte Breitband-Unternehmen der Welt, und außerdem der größte Kabelnetzbetreiber in Großbritannien. Die Übernahme wurde am 7. Juni 2013 abgeschlossen.[3]

Mit Wirkung zum 1. Mai 2013 wurde die neue Konzernobergesellschaft mit dem Namen Liberty Global Corporation Ltd. mit Sitz in London[8] gegründet, die sich kurz darauf in Liberty Global plc. umbenannte.[9] Die bisherige Konzernobergesellschaft war die Liberty Global, Inc. mit Sitz in Englewood (Colorado) in den Vereinigten Staaten.

2014 wurde das Unternehmen auch in den Niederlanden durch die Übernahme von Ziggo zum größten Kabelnetzbetreiber. Ende 2014 wurde Ziggo in eine B.V. umgewandelt.

Ende November 2014 wurde bekannt, dass die Vodafone Group die Komplettübernahme oder die Übernahme einzelner Geschäftsbereiche von Liberty Global prüfte.[10][11][12][13][14][15] Am 28. September 2015 wurde gemeldet, die Übernahmegespräche seien wegen unterschiedlicher Auffassungen bezüglich des Wertes der einzelnen Ländergesellschaften gescheitert.[16]

Am 17. November 2015 wurde bekannt, dass Liberty Global plant, die britische Cable & Wireless Communications zu übernehmen.[17]

Am 9. Mai 2018 gab die Vodafone Group eine Vereinbarung zur Übernahme der Aktivitäten von Liberty Global in Deutschland, Tschechien, Ungarn und Rumänien im Wert von 18,4 Milliarden Euro bekannt. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus.[18]

Per 1. August 2018 wurden alle österreichischen UPC-Unternehmen von T-Mobile Austria übernommen, das Unternehmen wurde mit T-Mobile Austria verschmolzen.[19]

Hintergründe

Liberty Global besitzt Anteile an Breitband-Vertriebs- und Content-Gesellschaften außerhalb der Vereinigten Staaten, vornehmlich in Europa, Asien sowie Nord-, Süd- und Mittelamerika. Durch seine Niederlassungen und Tochtergesellschaften ist Liberty Global in Bezug auf die Teilnehmerzahlen der größte Breitband-Kabelnetzbetreiber außerhalb der Vereinigten Staaten. Basierend auf den operativen Unternehmenskennzahlen vom 30. Juni 2013 (ausgenommen NTL Ireland, das zwar konsolidiert aber nicht kontrolliert wird) versorgt Liberty Globals Netzwerk ca. 24 Millionen verkabelte Haushalte und stellt ca. 47,6 Millionen Einzeldienste (RGUs) zur Verfügung. Diese beinhalten ca. 21,9 Millionen TV-Kunden, 13,9 Millionen Breitband-Internet-Kunden und 11,8 Millionen Telefoniekunden[20]. Liberty Global ist in 13 Ländern in Europa sowie in Chile und Puerto Rico vertreten, und ist der größte Kabelnetzbetreiber in den Niederlanden, Polen, Schweiz, Spanien, Belgien, Slowakei, Ungarn und Tschechien.

Steuersparmodell

Liberty rechnet damit, Unitymedia im Jahr 2019 mit einem Plus von rund 7,2 Milliarden Euro abzugeben. Auf diesen Kaufpreis erwartet Liberty nach eigenen Angaben keinerlei Steuerzahlungen. Liberty hat in einem Zeitraum von acht Jahren 3,8 Milliarden Euro bei Unitymedia abgeschöpft. Der damalige Kaufpreis betrug 2,1 Milliarden Euro Im selben Zeitraum zahlte Unitymedia in Deutschland nur gut 50 Millionen Euro an Unternehmensteuern.
Durch Recherchen des SPIEGEL und der britischen Organisation Finance Uncovered ist bekanntgeworden, mit welchen Finanzierungskonstrukten es Liberty Global gelungen ist, beim Transfer dieser Milliardenbeträge fast keine deutschen Gewinnsteuern zu zahlen. Multinationale Unternehmen können legal das Steuersystem ausnutzen, indem sie viel Geld leihen, sich selbst hohe Ausschüttungen gewähren und enorme Kapitalgewinne machen.[21]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Liberty Global plc.: Annual Report 2015. (PDF) Abgerufen am 15. März 2016 (englisch).
  2. finanzen.net.: Liberty Global A: Unternehmenskennzahlen (in USD). Abgerufen am 20. Juli 2017.
  3. a b Liberty Global plc.: About Us. Abgerufen am 15. März 2016.
  4. Liberty Global plc.: Officers and Directors. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 14. August 2013; abgerufen am 20. August 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.libertyglobal.com
  5. SEC Filing: Liberty Global, Form 10-K, Geschäftsjahr 2005, S. I-3
  6. Telenet: Investor Relations
  7. Press Release: Liberty Global Introduces New Corporate Identity (Memento vom 10. Juli 2012 im Internet Archive) (PDF; 93 kB)
  8. Liberty Global plc.: Contact Us. Abgerufen am 20. August 2013.
  9. SEC: Mitteilung über die Gründung der neuen Holdinggesellschaft. Abgerufen am 20. August 2013.
  10. digitalfernsehen.de: Vodafone prüft Fusion mit Kabel-Konzern Liberty Global
  11. heise.de: Vodafone prüft anscheinend Zusammenschluss mit Liberty Global
  12. Bloomberg.com: Vodafone Weighing Takeover of Malone’s Liberty Global
  13. handelsblatt.com: Vodafone prüft Fusion mit Liberty Global
  14. The Register: Vodafone eyes up Liberty Global – report
  15. Reuters: Vodafone examining UK options, including a move for Liberty - sources
  16. www.handelsblatt.com 28. September 2015: Vodafone-Deal mit Liberty Global ist geplatzt
  17. Liberty Global kauft britische Cable & Wireless Communications, 17. November 2015
  18. Vodafone to acquire Liberty Global’s operations in Germany, the Czech Republic, Hungary and Romania
  19. derStandard.at: UPC-Übernahme: Die Marke "T-Mobile" verschwindet 2019. Artikel vom 2. August 2018, abgerufen am 2. August 2018.
  20. http://www.internetanbieter.eu/anbieter/liberty-global/
  21. spiegel.de 4. Dezember 2018: Wie man mit TV-Kabeln Milliarden macht - fast steuerfrei