Hauptmenü öffnen

Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

deutsche Bundesoberbehörde

Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) hat seinen Hauptsitz in Frankfurt am Main. Es ist in Deutschland als Bundesoberbehörde für alle Belange der Kartographie und Geodäsie zuständig, soweit diese nicht – entsprechend dem Föderalismus – Aufgaben der Bundesländer sind (siehe Landesvermessungsamt).

Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
– BKG –
Bundesamt für Kartographie und Geodäsie.svg
Staatliche Ebene Bund
Aufsichtsbehörde Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Gründung 4. August 1997
Hauptsitz Frankfurt am Main, Hessen
Behördenleitung Paul Becker, Präsident
Haushaltsvolumen 40.290.000 Euro[1] (2019)
Website www.bkg.bund.de
Zentrale Dienststelle in der Villa Mumm in Frankfurt-Sachsenhausen

Das BKG ging durch einen Organisationserlass am 4. August 1997 aus dem „Institut für Angewandte Geodäsie“ (IfAG) hervor und ist dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat direkt unterstellt.

Seit 1. April 2019 ist Paul Becker Präsident und Professor des Bundesamtes.[2]

Weiterhin ist das BKG mit einer Außenstelle in Leipzig sowie dem Geodätischen Observatorium Wettzell im Bayerischen Wald ansässig. Daneben betreibt das BKG das Observatorium AGGO in La Plata/Argentinien, die einzige geodätische Fundamentalstation in Südamerika. Auch am Betrieb des Radioteleskops O’Higgins in der Antarktis ist das BKG beteiligt.

Aufgaben und OrganisationBearbeiten

Das BKG ist der zentrale Dienstleister des Bundes für topographische Grundlagendaten, Kartographie und geodätische Referenzsysteme. Gesetzliche Grundlage ist das Bundesgeoreferenzdatengesetz (BGeoRG), wonach das BKG geodätische Referenzsysteme unterhält, Referenzdaten des Bundes zur Nutzung durch Bundesbehörden erhebt und bereitstellt sowie daraus erwachsende internationale Verpflichtungen erfüllt.

Das BKG hat insbesondere folgende Aufgaben:

Das BKG entwickelt Verfahren, Produkte und Dienste, mit denen sich topographische Geobasisdaten mit thematischen Informationen aus Fachinformationssystemen kombinieren und somit nutzbar machen lassen.

Aus topographischen Geobasisdaten leitet das BKG unterschiedlichste Produkte ab, zum Beispiel:

Über die fachlichen Arbeiten hinaus wirkt das BKG daran mit, die Geodäsie und Geoinformation im deutschen föderalen System zu koordinieren. Hierzu gehören unter anderem die Zentrale Stelle Geotopographie (ZSGT) oder die Koordinierungsstelle der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE). Das BKG ist mit der Koordinierung der GDI-DE auch die Verbindungsstelle zur Europäischen Kommission im Rahmen der EU-Richtlinie INSPIRE, die alle Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, öffentliche Geoinformationen nach einheitlichen fachlichen und technischen Regeln webbasiert bereitzustellen.

Auf Bundesebene existierte bis 2012 keine gesetzliche Rechtsgrundlage, um Nutzungsbedingungen für die Bereitstellung von Geodaten und Geodatendiensten festzulegen. Seit Inkrafttreten der letzten Änderung des Geodatenzugangsgesetzes (GeoZG) am 16. November 2012 stehen Geodaten und Geodatendienste des Bundes für kommerzielle und nicht kommerzielle Nutzung grundsätzlich kostenfrei zur Verfügung.

Wegen der fachlichen Nähe befindet sich auch die Geschäftsstelle des Ständigen Ausschusses für geographische Namen (StAGN) sowie der Verwaltungssitz des Internationalen Dienstes für Erdrotation und Referenzsysteme (IERS) im BKG.

SonstigesBearbeiten

Für Kartenwerke der deutschen Küstengewässer ist das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie zuständig.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Haushaltsgesetz 2019. (PDF) In: www.bundestag.de. Deutscher Bundestag, 10. August 2018, S. 677–683, abgerufen am 2. April 2019.
  2. Prof. Dr. Paul Becker ist neuer BKG-Präsident. 1. April 2019, abgerufen am 2. April 2019.

Koordinaten: 50° 5′ 23″ N, 8° 39′ 52″ O