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Hedwigkirche

Brzezinka (1935–1945: Birkenau O.S.) ist ein westlicher Stadtteil von Gliwice in Polen.

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GeographieBearbeiten

Der Ort befindet sich etwa acht Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Gliwice und knapp fünf Kilometer von der nächsten Eisenbahnstation in Łabędy (Laband) entfernt. Die geographische Lage ist 50° 19' 31,9 Nord und 18° 34' 29 Ost. An der westlichen Peripherie von Brzezinka führt die Trasse Autostrada A4 vorbei.

GeschichteBearbeiten

Brzezinka wurde im Jahr 1376 erstmals urkundlich erwähnt. Von 1550 bis 1719 waren das Dorf und das Rittergut im Besitz der Familie von Zmeskal. Noch heute zeigt das Gleiwitzer Museum im Piasten-Schloss die aus der Kirche von Brzezinka stammende große Grabtafel der Zuzanna Zmeskalowa aus dem Jahr 1644 mit polnischer Inschrift.[1]

Von 1719 bis 1725 gehörten Dorf und Gut dem Christoph Heinrich Pesta, anschließend erbte es dessen Ehefrau, die beides im Jahr 1731 an Georg Josef und Feliziana von Gusnar verkaufte. Im Jahr 1746 ging Brzezinka in das Eigentum der Geschwister Gellari über, spätere Eigentümer waren u. a. von 1752 bis 1774 die vielfachen Gutsbesitzer Georg Gotthard von Holly und Ponientzietz, Marschkommissar des Landkreises Lublinitz und 1786 auch Kreisdeputierter des Landkreises Tost, und dessen Sohn Traugott von Holly und Ponientzietz (1751–1828), der fast alle seine Güter und Dörfer verkaufte.[2]

Im Jahr 1785 gehörten Dorf und Gut dem Heinrich von Bünau, danach dem 1770 in den preußischen Adelsstand erhobenen Offizier Felix Friedrich von Stümer (1789),[3] Gottlieb von Strzidowsky (1795) und schließlich einem Freiherrn von Chambres (1799).

Im Jahr 1908 gehörten eine Fasanerie und eine Försterei zum Rittergut.[4] Zu dieser Zeit gab es im Ort eine katholische und eine evangelische Kirche, eine davon im Jahr 1871 als Schrotholzkirche genannt,[5] ein Amtsgericht sowie ein Postamt. Die Gemeinde gehörte damals zum Amtsbezirk Schloß Kieferstädtel.[6]

Am 1. Dezember 1910 lebten in Brzezinka 1.016 Einwohner im Dorf und 91 auf dem Rittergut, insgesamt 1.107 Personen. Im Jahr 1933 hatte die Gemeinde im Landkreis Tost-Gleiwitz 1.167 Einwohner, sechs Jahre später waren es schon 2.406. Ab 1935 war für Brzezinka das Amtsgericht in Gleiwitz zuständig.[7]

WirtschaftBearbeiten

Im 19. Jahrhundert gab es in Brzezinka das Steinkohle-Bergwerk „Wilhelm Deutscher Kaiser“, das im Zuständigkeitsbereich des Oberbergamtsbezirks Breslau lag. Das Bergwerk gehörte den Fürsten Hohenlohe-Oehringen und ging in die 1905 gegründete „Hohenlohe-Werke Aktiengesellschaft“ ein. Seit 1996 wurde östlich des Stadtteiles die Wirtschaftssonderzone Katowicka Specjalna Strefa Ekonomiczna eingerichtet.

QuellenBearbeiten

  1. Website des Museums in Gliwice (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  2. Der Vater der Josepha Olschowka geb. von Holly, 1993 -- toter Link !
  3. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIV, Seite 238, Band 131 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2003, ISSN 0435-2408
  4. Schlesisches Ortschaftsverzeichnis, Verlag Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1908
  5. Verzeichnis der 1871 gelisteten Schrotholzkirchen in Oberschlesien
  6. Schlesisches Ortschaftsverzeichnis
  7. Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches, Bibliographisches Institut, Leipzig 1935

WeblinksBearbeiten