Brigitte Soubeyran

deutsche Schauspielerin und Regisseurin

Brigitte Soubeyran, geb. Worringen, spätere Grashof-Soubeyran (* 1932 in Köln; † 16. Januar 2015 in Klausthal) war eine deutsche Schauspielerin und Regisseurin.

LebenBearbeiten

Brigitte Worringen war gelernte Schneiderin. Sie kam zu Beginn der 1950er Jahre zum Pantomimen-Ensemble von Jean Soubeyran, den sie dann heiratete und mit dem sie ein Kind bekam. 1955 folgte eine längere Gastspielreise durch die Bundesrepublik und die DDR. Hier wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann von Bertolt Brecht an das Berliner Ensemble eingeladen und wirkte dort bis in die 1960er Jahre als Pantomime-Lehrerin, Choreografin und Bewegungsregisseurin.

1959 siedelte Brigitte Soubeyran ganz in die DDR über, aus politischer Überzeugung und weil es dort aus ihrer Sicht das bessere Theater gab. Sie wurde am Deutschen Theater eine enge Mitarbeiterin des Regisseurs Benno Besson. So wirkte sie als Schauspielerin und Choreografin an so legendären Inszenierungen wie Der Frieden (1962) von Peter Hacks (nach Aristophanes) mit. Die ausgebildete Tänzerin und Pantomimin war als Assistentin Bessons auch für das Schauspieltraining zuständig, sollte auch „die Körper der Schauspieler das Sprechen lehren“. In dieser Zeit lebte sie mit Wolf Biermann zusammen, der an der Humboldt-Universität zu Berlin studierte und von dem sie ein Kind bekam. Gemeinsam gründeten sie das Berliner Arbeiter-Theater (b.a.t), welches 1963 aus politischen Gründen wieder geschlossen wurde.[1] Später wurde es das Studio der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, an der Brigitte Soubeyran jahrzehntelang als Dozentin tätig war und als Professorin berufen wurde.

Mit Besson wechselte sie 1969 an die Berliner Volksbühne, wo sie ab 1971 selbst zu inszenieren begann, was zu dieser Zeit für eine Frau noch ungewöhnlich war.[2] Nach ihrem Weggang von der Volksbühne 1978 widmete sie sich an der Seite des Schauspielers Christian Grashof, neben Inszenierungen als freie Regisseurin in Budapest, Tübingen, Köln, Spoleto und Chemnitz, mehr und mehr dem Schreiben.[3][4][5]

Am 16. Januar 2015 starb sie im uckermärkischen Klausthal, wo sie seit 1999 in einer Landkommune lebte. Brigitte Soubeyran ist die Mutter von Manuel Soubeyrand, dem Intendanten der Neuen Bühnen Senftenberg, und von Jonas Soubeyrand, dem Leiter der Klausthaler Puppenbühne.[6]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

  • 1959: „Weißes Blut“[7]

Theater: DarstellerinBearbeiten

Theater: RegieBearbeiten

HörspieleBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Wolf Biermann: Warte nicht auf bessere Zeiten. Die Autobiographie. Berlin 2016.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vgl. Hochschule für Schauspielkunst – BAT
  2. Vgl. Akademie der Künste – Ein Männerberuf in Frauenhand 2011
  3. Vgl. Inselgalerie 6. Hacksgespräch 2010 (Memento des Originals vom 10. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.inselgalerie-berlin.de
  4. Berliner Zeitung vom 20. Januar 2015, S. 21
  5. Vgl. Nachruf auf Brigitte Soubeyran in Niederlausitz aktuell am 19. Januar 2015.
  6. Vgl. Die Regisseurin Brigitte Soubeyran ist tot. In: nachtkritik.de, 19. Januar 2015.
  7. Vgl. Defa-Sternstunden – Weißes Blut (Memento vom 28. Januar 2015 im Webarchiv archive.today)