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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bippen
Bippen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bippen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 35′ N, 7° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Samtgemeinde: Fürstenau
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 79,25 km2
Einwohner: 2949 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49626
Vorwahl: 05435
Kfz-Kennzeichen: OS, BSB, MEL, WTL
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 011
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 4
49626 Bippen
Website: www.fuerstenau.de
Bürgermeister: Helmut Tolsdorf (SPD)
Lage der Gemeinde Bippen im Landkreis Osnabrück
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Über dieses Bild
Ortsteile Bippen (Grenzen von Haneberg-Br. und Restrup nicht klar definiert)
Sültemühle in Lonnerbecke
Sankt Georgs Kirche

Bippen ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Fürstenau an der nordwestlichen Grenze des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Bippen liegt im Norden der Ankumer Höhe und grenzt im Nordosten an das Artland sowie im Westen an den Landkreis Emsland

KlimaBearbeiten

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Bippen 8,5–9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

NachbargemeindenBearbeiten

Bippen grenzt im Norden an Berge, im Osten an Eggermühlen, im Süden an Fürstenau sowie im Westen an den Landkreis Emsland mit den Gemeinden Andervenne, Handrup und Wettrup.

GemeindegliederungBearbeiten

Gemeindeteile:

  • Bippen
  • Dalum
  • Hartlage-Lulle
  • Klein Bokern
  • Lonnerbecke
  • Ohrte
  • Ohrtermersch
  • Vechtel
  • Restrup
  • Haneberg-Brockhausen

GeschichteBearbeiten

Im Ortsteil Dalum wurde im 19. Jahrhundert ein Hortfund der Schnurkeramiker bzw. der Einzelgrabkultur gemacht. Es handelte sich um einen Ösenhalsring und eine sehr seltene Kupferaxt. Hier liegt auch das Großsteingrab Dalum. 1993 wurde die 900-Jahr-Feier begangent (Erwähnung in einer Urkunde aus dem Kloster Corvey als „bipehem“). Bippen ist eine Etappe der Straße der Megalithkultur[2].

Evangelische KircheBearbeiten

Die Geschichte Bippens ist eng verbunden mit ihrer St. Georgs-Kirche. Mit dieser evangelisch-lutherischen Kirche verfügt Bippen über die älteste Kirche des Osnabrücker Nordlandes. Bereits 855 stand die Kirche unter dem Patronat des Klosters Corvey. Bereits vor der ersten Jahrtausendwende befand sich hier ein Taufort für die Bewohner eines Gebietes, das relativ genau der heutigen Samtgemeinde Fürstenau entspricht. Der Bezug zum Wasser mag sich auch im Ortsnamen wiederfinden. Eine Theorie leitet den Ortsnamen jedenfalls ab von „bipehem“ = „an bewegten Quellen gelegen“.

Der romanische Vorgängerbau ist noch heute von außen gut zu erkennen (zugemauerte Rundbogenfenster, Schwagstorfer Pforte). Der Kirchturm wurde 1245 errichtet. Die Kirche wurde um 1490 nach Osten hin erweitert und erhielt ihre gotische Gestalt in drei Langhausjochen und polygonalem 5/8-Chor. Der Anbau einer Sakristei erfolgte um 1700. Die Ausstattung entstammt dem Rokoko und ist unverändert erhalten (1695/1696). Altar mit Orgelaufsatz von Gerhard Georg Wessel aus Osnabrück (Kreuzigungsbild, Apostelfiguren Simon Petrus und Paulus, Tetragramm, König David). Ältestes Stück der Ausstattung ist der Bentheimer Taufstein (um 1200). Rechts neben dem Seiteneingang befinden sich Wetzrillen.

Zum evangelischen Kirchspiel Bippen gehören die Ortschaften Hekese, Döthen und Bockraden.

EingemeindungenBearbeiten

Die heutige Einheitsgemeinde Bippen wurde anlässlich der Gebietsreform am 1. Juli 1972 aus den ehemals selbständigen Gemeinden Bippen, Dalum, Hartlage, Klein Bokern, Lonnerbecke, Ohrte, Ohrtermersch und Vechtel gebildet.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Bevölkerungsentwicklung in Bippen seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Bippen im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[4] auf Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden.[3]

Jahr Einwohner
1961 2728
1970 2679
1987 2591
1990 2642
1995 2965
2000 3010
2005 3065
2010 3005
2011 3005
2015 2945
2017 2980

OrtsnameBearbeiten

Alte Bezeichnungen des Ortes sind: Bipeheim, Biphem, Bippehem, Bippehen, Byppehem, Bippen, Byphem, Bipham, Bypham, Byppen, Bipphe. Bippen ist ein bis heute nicht erklärter Name. Im zweiten Teil steht niederdeutsch „hem“ für „Heim, Siedlung, Dorf“. Vielleicht gehört der erste Teil zu „beben (Erdbeben), bibbern“. Die Namengebung könnte sich auf nachgebenden, beim Betreten schwingenden, zitternden Boden beziehen; dieses Motiv ist keineswegs selten zu beobachten, es gibt etliche Orte, die aufgrund dieser Bodeneigenschaften so benannt worden sind.[5]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

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Der Gemeinderat hat gegenwärtig 13 Mitglieder aus drei Parteien oder Gruppen. Bürgermeister ist Helmut Tolsdorf (SPD).

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Bippen: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD Grüne FDP Wählerge-
meinschaften
Einzel-
bewerber
Sonstige Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode %   %   %   %   %   %   %   %   %
1996–2001 55,7 8 37,7 5 4,3 0 2,4 0 - - - - - - 100 13 71,8
2001–2006 44,4 6 47,2 7 2,4 0 4,1 0 - - 2,0 0 - - 100 13 70,3
2006–2011 37,5 6 57,0 9 3,1 0 2,3 0 - - - - - - 100 15 65,5
2011–2016 38,33 5 55,57 7 6,1 1 - - - - - - - - 100 13 61,1
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[6], Landkreis Osnabrück[7][8].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

StädtepartnerschaftenBearbeiten


VerkehrBearbeiten

 
„Näpfchenstein“ in Restrup

Die Bundesstraße 402 durchquert die südwestlichen Gemeindeteile Lonnerbecke und Vechtel. Bippen liegt an der Straße der Megalithkultur, die, von Eggermühlen her kommend, nach Fürstenau führt. Etwa 100 Meter neben der Straße befindet sich in Restrup auf einem Privatgrundstück der „Näpfchenstein“, auch „Deuvels Stein“ genannt.[10][11] Außerdem ist Bippen in die Artland-Route eingebunden.

Die seit 1996 nördlich von Spelle stillgelegte Bahnstrecke Rheine–Quakenbrück führt von Südwesten nach Nordosten durch das Gemeindegebiet. Ein Teil dieser Strecke und der Bahnhof im Gemeindeteil Bippen werden für touristische Ausflugsfahrten mit pedalbetriebenen Fahrraddraisinen genutzt. Die Kleinbahn Lingen–Berge–Quakenbrück verkehrte von 1904 bis 1952 auch durch das heutige Gemeindegebiet mit Bahnhöfen in Ohrte, Ohrtermersch und Vechtel. Der Bahnhof in Vechtel war Einsatzstelle und Übernachtungsstation für die Züge der Kleinbahn.

Im Taktverkehr fahren Busse der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück nach Quakenbrück und Fürstenau.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

LiteraturBearbeiten

  • Eberhard Ostendorff: Bippen. Werdegang und Geschichte einer altgermanischen Siedlung und Kultstätte. (Heft 1–6), 1978.
  • 900 Jahre Bippen. Das Jubiläumsjahr 1993. Hrsg. Gemeinde Bippen, 1995.
  • Kirchenführer.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bippen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. http://www.strassedermegalithkultur.de/
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 254.
  4. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung@1@2Vorlage:Toter Link/www1.nls.niedersachsen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 17. August 2014; abgerufen am 3. August 2019.
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  7. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (Memento vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 528 kB)
  8. Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). (PDF 8,0MB S. 23) Landkreis Osnabrück, abgerufen am 6. März 2016 (Spalte "Gemeindewahlen").
  9. Eintrag über die Partnerschaften der Gemeinden in der Samtgemeinde Fürstenau auf deren Homepage Aufgerufen am 7. Mai 2019, 15:24
  10. Stonepages: Restruper Näpfchenstein (Memento des Originals vom 5. April 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stonepages.de
  11. SAGEN.at: Schalensteine, Näpfchensteine