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Big Punisher

US-amerikanischer Rapper
(Weitergeleitet von Big Pun)

Big Punisher, auch Big Pun (* 9. November 1971 in der Bronx, New York; † 7. Februar 2000 in White Plains, New York; bürgerlich Christopher Lee Rios), war ein US-amerikanischer Rapper und gelegentlicher Schauspieler puerto-ricanischer Abstammung. Er gilt als eine der Zugfiguren des Eastcoast-Hip-Hop und von den Verkaufszahlen her als einer der erfolgreichsten Künstler seines Genres. Punisher gilt im Allgemeinen als einer der besten Techniker im amerikanischen Hip-Hop. So wurde er von about.com auf Platz 25 der "50 Greatest MCs (1987–2007)"[1] und von The Source auf Platz 19 der "50 Greatest Lyricists of All Time" gewählt.[2]

Früheres LebenBearbeiten

Rios wurde im November 1971 in der Bronx, New York City als Sohn puerto-ricanischer Eltern geboren. Er wuchs in der South Bronx, einem Vorort der Bronx, auf.[3][4] Rios' Jugend war ziemlich schwierig, da sein Vater bereits früh starb und er, aufgrund eines Drogenproblems seiner Mutter, mit dreizehn Jahren zu seiner Großmutter ziehen musste.[5] Da er große Probleme und sogar gewalttätige Auseinandersetzungen mit seinen Großeltern hatte, zog er mit fünfzehn Jahren aus und schlief stattdessen bei Freunden oder in leerstehenden Wohnungen. Ein Jahr später brach er die Highschool ab.[6] Mit 16 Jahren hielt sich Rios als Gelegenheitsboxer und Drogenhändler über Wasser, ehe er mit seiner Rapkarriere begann.

Musikalischer WerdegangBearbeiten

AnfängeBearbeiten

Anfang der 1990er Jahre begann Rios unter dem Namen "Big Moon Dawg" eigene Raptexte zu schreiben, ehe er 1993 mit "Triple Seis" und Cuban Link (damals Lyrical Assassin) die Rapgruppe "Full-A-Clips" gründete. Im Jahr 1995 lernte Rios, der sich bereits zu "Big Punisher" umbenannt hatte, den damals noch unbekannten Joseph Cartegena aka Fat Joe kennen. Dieser hatte bereits ein Album veröffentlicht, das allerdings kommerziell eher ein Flop war und außerhalb von der Bronx kaum Beachtung bekam. Kurz darauf nahmen beide zusammen das Lied "Watch Out" für Fat Joe's zweites Album "Jealous One's Envy" auf, der zudem den ersten im Studio aufgenommenen Song Rios' darstellt. 1996 nahm Rios den Song "I'm Not a Player" auf, der kurz darauf von der britischen Kondom-marke Durex als Hintergrund in einer ihrer Werbungen gespielt wurde und deshalb mit Platz 98 der Billboard Hot 100 ein Untergrund-Hit wurde.

Vertrag bei Loud Records und DebütalbumBearbeiten

1997 wurde der Produzent Sean C. auf Rios aufmerksam, worauf er Jerome Foster, dem Produzenten und Vorsitzenden von Loud Records, ein paar Lieder von diesem vorspielte.[7] Dieser war von Rios begeistert und lud diesen in sein Studio ein um mit ihm einen Song aufzunehmen. Daraus entstand der Song "Still Not a Player", eine Hommage an "I'm Not a Player", der bis auf Platz 24 der Billboard Hot 100 gehen und Rios weltweit bekannt machen konnte.[8] Kurz nach Veröffentlichung der Single konnte auch "I'm Not a Player" noch einmal in die Charts einsteigen und erreichte Ende 1997 mit Platz 57 seine Höchstplatzierung in den Billboard Hot 100. Kurz darauf wurden Rios und sein Rap-Partner Fat Joe bei "Loud Records" unter Vertrag genommen.

Am 28. April 1998 wurde schließlich sein Debütalbum "Capital Punishment" veröffentlicht. Das Album enthält Gastauftritte von Fat Joe, Black Thought, Cuban Link, Triple Leis und Armageddon und wurde für über eine Million verkaufte Einheiten mit Platin ausgezeichnet. Somit stellt Rios den ersten Latino-Rapper dar, der mit einem Album Platin gehen konnte. Das Album erreichte den fünften Platz der Billboard Hot 100.[9] Von Kritikern wurde das Album auch überwiegend positiv aufgenommen und mittlerweile gilt es als Klassiker des Eastcoast-Hip-Hop.[10]

Kurz darauf trat Rios der Hip-Hop-Gruppe Terror Squad bei, die ein paar Monate vorher von Fat Joe gegründet wurde. Zusammen brachte die Gruppe 1999 das Album "The Album" raus, das auf Platz 22 der Billboard Hot 100 gehen konnte. Somit stellte das Album also keinen kommerziellen Erfolg dar, allerdings wurde es von verschiedensten Kritikern positiv aufgenommen und stellte für viele der damaligen "Terror Squad" Künstler ein Sprungbrett für ihre Solokarriere dar. Besonders für das Album war, dass Rios, zu der Zeit bereits einer der führenden Personen im Rapgeschäft, auf jegliche Promo verzichtete, was die verhältnismäßig kleinen Verkaufszahlen erklärt.[11] Das Album stellt, aufgrund von Rios' Tod, das einzige "Terror Squad" Album mit seiner Beteiligung dar.

Im Jahr 1999 begann Rios' offiziell die Arbeiten an seinem zweiten Soloalbum "Yeeeah Baby", das zwei Monate nach seinem Tod posthum veröffentlicht worden ist.

TodBearbeiten

Seit seiner Kindheit litt Rios an einer Stoffwechselkrankheit, weshalb er auch als Erwachsener des Öfteren Probleme mit seiner Fettleibigkeit bekam. Fat Joe erzählte später in einem Interview, dass Rios kurz vor seinem Tod an einem Abnehmkurs in North Carolina teilgenommen habe, bei dem er 36 Kilogramm verloren haben soll. Aufgrund der für ihn nicht gewohnten Anstrengung soll er diesen allerdings abgebrochen und sein altes Gewicht wieder zugenommen haben.[12]

Am 7. Februar 2000 war Rios mit seiner Frau und seinen drei Kindern im Crowne Plaza Hotel in White Plains, da sein Haus renoviert wurde. Dort bekam Rios einen Herzinfarkt, worauf er in ein New Yorker Krankenhaus eingeliefert wurde und noch gegen Abend hin dort starb. Die genaue Uhrzeit seines Todes ist unbekannt. Zur Zeit seines Todes wog Rios 698 Pfund (317 Kilogramm).[13]

Posthume VeröffentlichungBearbeiten

Zweites SoloalbumBearbeiten

Im April 2000 wurde Rios' zweites und letztes offizielles Soloalbum unter dem Namen "Yeeeah Baby" veröffentlicht. Es enthält Gastauftritte von Tony Sunshine, Fat Joe, Prospect, Cuban Link, M.O.P., Sunkiss, Remy Ma, Donell Jones und Drag-On. Zudem stellt es mit Platz drei in den Billboard Hot 100 die höchste Chartplatzierung von Rios dar.[14] Als Singles wurden "It's so Hard" und "100%" ausgekoppelt (ersteres in Zusammenarbeit mit Donell Jones und zweiteres in Zusammenarbeit mit Tony Sunshine).

Posthume Veröffentlichungen mit ArchivmaterialBearbeiten

Am 3. April 2001 wurde posthum das Best-Of-Album "Endangered Species" veröffentlicht, das neben bereits bekanntem Songmaterial auch bisher unveröffentlichte Aufnahmen Rios' enthält. Das Album enthält Gastauftritte von Fat Joe, Ashanti, Cuban Link, Cam'ron usw.

2004 wurden auf dem zweiten "Terror Squad" Album namens "True Story" weitere Archivaufnahmen von Rios verwendet, ehe Fat Joe 2005 in einem Interview bekannt gab, dass dies das letzte Album mit Archivaufnahmen von Big Punisher gewesen sei.

2009 erschien die Dokumentation "Big Pun: The Legacy", zu der auch ein Best-Of Album veröffentlicht wurde. "The Legacy: The Best of Big Pun" stellt bis heute (Stand: 2015) die letzte Veröffentlichung unter seinem Namen dar.

DiskografieBearbeiten

StudioalbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[15] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1998 Capital Punishment
300! 300! 300! 300! 5
 Platin

(28 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. April 1998
Verkäufe: + 1.000.000
2000 Yeeeah Baby
80
(1 Wo.)
300! 300! 300! 3
 Platin

(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. April 2000
Verkäufe: + 1.000.000

KompilationenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[15] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
2001 Endangered Species
300! 300! 300! 300! 7
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. April 2001
2009 The Legacy: The Best of Big Pun
300! 300! 300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 18. September 2009

KollaboalbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[15] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1999 The Album
300! 300! 300! 300! 22
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. September 1999
mit Terror Squad

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[15] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1997 Off the Books
Stone Crazy
300! 300! 300! 300! 86
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. September 1997
The Beatnuts feat. Big Pun und Cuban Link
I’m Not a Player
Capital Punishment
300! 300! 300! 300! 57
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Oktober 1997
1998 Still Not a Player
Capital Punishment
300! 300! 300! 86
(2 Wo.)
24
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. März 1998
feat. Joe
You Came Up
Capital Punishment
300! 300! 300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 22. August 1998
feat. Noreaga
2000 It’s So Hard
Yeeeah Baby
300! 300! 300! 300! 75
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. März 2000
feat. Donell Jones
100%
Yeeeah Baby
300! 300! 300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 5. Mai 2000
feat. Tony Sunshine
Feelin’ So Good
On the 6
39
(9 Wo.)
300! 22
(10 Wo.)
15
(6 Wo.)
51
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2000
Jennifer Lopez feat. Big Pun und Fat Joe
2001 How We Roll
Endangered Species
300! 300! 300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 19. Januar 2001
feat. Ashanti

FilmografieBearbeiten

  • 1998: Moesha (als er selber)
  • 1999: Thicker than Water (als Punny)
  • 1999: Urban Menace (als Crow)
  • 1999: Whiteboyz (als Don Flip)
  • 2000: Boricua's Bond (als er selber)
  • 2002: Still Not A Player (Dokumentation: Archivaufnahmen)
  • 2002: Big Pun: Live (Archivaufnahmen)
  • 2009: Big Pun: The Legacy (Dokumentation: Archivaufnahmen)

Auszeichnungen für MusikverkäufeBearbeiten

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/Region   Gold   Platin Verkäufe Quellen
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten (RIAA) 0! G 2 2.000.000 riaa.com
Insgesamt 2

QuellenBearbeiten

WeblinksBearbeiten