Berumbur

Gemeinde in Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland

Berumbur ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Hage im Landkreis Aurich in Ostfriesland. Die Gemeinde hat 2773 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 6,42 Quadratkilometern.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Berumbur
Berumbur
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Berumbur hervorgehoben

Koordinaten: 53° 35′ N, 7° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Aurich
Samtgemeinde: Hage
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 6,42 km2
Einwohner: 2773 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 432 Einwohner je km2
Postleitzahl: 26524
Vorwahl: 04936
Kfz-Kennzeichen: AUR, NOR
Gemeindeschlüssel: 03 4 52 003
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 56
26524 Hage
Bürgermeister: Cornelius Peters (SPD)
Lage der Gemeinde Berumbur im Landkreis Aurich
BaltrumJuistLandkreis WittmundLandkreis LeerMemmertNorderneyNordseeEmdenLandkreis FrieslandLandkreis LeerLandkreis WittmundAurichBerumburBerumburDornumGroßefehnGroßheideHageHagermarschHalbemondHinteIhlow (Ostfriesland)KrummhörnLeezdorfLütetsburgMarienhafeNorden (Ostfriesland)OsteelRechtsupwegSüdbrookmerlandUpgant-SchottUpgant-SchottWiesmoorWirdumKarte
Über dieses Bild

OrtsnameBearbeiten

Der erste Teil des Gemeindenamens verweist auf den in direkter Nachbarschaft gelegenen Hager Ortsteil Berum und auf dessen Burg. Der zweite Namensteil, der sich in vielen Ortsnamen findet,[2] bedeutet Bauerschaft. Berumbur kann demnach mit Berumer Bauerschaft oder Bauerschaft der Burg / des Amtes Berum übersetzt werden. Erste bekannte Erwähnungen des Ortsnamens stammen aus dem 16. Jahrhundert. Dabei entwickelte sich die Schreibweise von Bherum Buer (1552) über Bherumsbuhr (1560?), Behrumbuhr (1719), Berumbuer (Coldewey-Karte, 1730), Berembur (1740) nach Berumbur.[3]

GeographieBearbeiten

Berumbur liegt am Nordrand des ostfriesisch-oldenburgischen Geestrückens zwischen Marsch- und ehemaligen Moorgebieten. Seine durchschnittliche Höhe liegt zwischen 1,5 und 2,5 m über Meeresniveau (NN).

LageBearbeiten

Berumbur grenzt an die Gemeinden Hage im Norden und Westen, Großheide im Osten und Süden sowie Halbemond im Südwesten. Im nördlichen Teil durchzieht die Niedersächsischen Landesstraße 6, die von Wittmund nach Norden führt, den Ort. Hauptstraße der Gemeinde ist die Kreisstraße 204, die von Berumerfehn kommend Berumbur durchzieht und kurz vor Berum in die Landesstraße 6 einmündet.

GemeindegliederungBearbeiten

 
Die Berumburer Ortsteile

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Kleinheide, Berumbur und Holzdorf. Der größte Ortsteil Kleinheide ist 1552 als „Lutke Haeyde“ nachgewiesen und wurde 1599 als „Heide“ sowie 1719 als „Klein Heyde“ bezeichnet. Der Name bedeutet „kleine Heide(-siedlung)“.[4] Kleinheide liegt im Osten des Gemeindegebiets, während sich der namensgebende Ortsteil der Gemeinde Berumbur im Nordwesten befindet. Der kleinste, 1805 gegründete Ortsteil der Gemeinde ist Holzdorf und liegt im Südwesten des Gemeindegebiets.[4]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl
1821 551
1848 763
1871 812
1885 837
1905 938
Jahr Einwohnerzahl
1925 893
1933 995
1939 1.045 (1.055)
1946 1.274
1950 1.313
Jahr Einwohnerzahl
1956 1.235
1961 1.357
1970 1.632
2005 2.560
2011 2.580

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Berumbur besteht aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2001 und 3000 Einwohnern.[5] Die 13 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze
SPD 49,11 % 6 −8,94 % −1
CDU 38,57 % 5 +9,91 % +1
GRÜNE 7,03 % 1 −0,85 % ±0
Freie Wählergemeinschaft (FWG) 5,27 % 1 −0,12 % ±0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 58,75 %[6] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[7] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 11. September 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 56,03 %.[8]

BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Cornelius Peters (SPD) im November 2016 zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode. Es ist bereits seine vierte Amtszeit.[9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau eine goldene Weizenähre, beseitet von je einem sechszackigen goldenen Sporenrädlein.“
Wappenbegründung: Die Ähre erinnert an die landwirtschaftliche Prägung der Gemeinde. Die Sporenrädlein finden sich auch in den Wappen von Berumerfehn und Norden. Allgemein wird angenommen, dass sie ihren Ursprung im Wappenschild der auf Burg Lintel bei Norden ansässigen Adelsfamilie Idzinga haben. Die Idzingas verfügten über zahlreiche Besitzungen im Norderland und galten als die Häuptlinge dieses Gebietes, zu dem teilweise auch Berumbur gehörte. Die Heimatforscherin Gudrun Dekker bestreitet allerdings, dass auf dem Wappenschild der Idzingas Sporenrädlein zu sehen waren. In einem Kölner Stadtarchiv entdeckte sie ein Idzinga-Siegel, das lediglich einen gotischen Adler zeigt.[10]

Das Wappen geht auf einen Entwurf des Münsteraner Heraldikers Ulf-Dietrich Korn zurück. Er wurde vom Rat der Gemeinde Berumbur am 31. Januar 1961 als Siegelwappen der Gemeinde angenommen.

FlaggeBearbeiten

  00Hissflagge:„Die Flagge ist gelb-blau geteilt mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte.“[11]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

TourismusBearbeiten

Innerhalb der Gemeinde steht eine Ferienhausanlage mit mehr als 600 Einheiten, direkt an einem großen Kiessee, der – obwohl nicht als offizielle Badestelle zugelassen – auf eigene Gefahr zum Baden genutzt wird. Zudem gibt es in Berumbur und Umgebung viele Angelseen, wovon zwei in Berumbur direkt liegen.

VerkehrBearbeiten

Berumbur ist über die L 6 an die B 72 angebunden, die von Norddeich zur Anschlussstelle Cloppenburg der A 1 führt.

LiteraturBearbeiten

  • Werner H. Schönherr: Zwischen Marsch und Moor. Geschichte und Geschichten aus dem alten Berumbur von den Anfängen bis zur kommunalen Neuordnung 1972, Norden 2012, ISBN 978-3-939870-69-2.

WeblinksBearbeiten

Commons: Berumbur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Zum Beispiel Victorbur, Burmönken, Burhafe
  3. Werner H. Schönherr: Zwischen Marsch und Moor. Geschichte und Geschichten aus dem alten Berumbur von den Anfängen bis zur kommunalen Neuordnung 1972, Norden 2012, S. 8
  4. a b Arbeitsgruppe der Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Arbeitsgruppe der Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Berumbur, Samtgemeinde Hage, Landkreis Aurich (PDF-Datei; 294 kB), abgerufen am 22. September 2011
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  6. a b Gemeinde Berumbur – Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  7. hna.de: Kommunalwahlen: Alle Infos, alle Ergebnisse, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  8. Gemeinde Berumbur – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  9. OZ-Online: Cornelius Peters erneut Bürgermeister, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  10. Siehe dazu Werner H. Schönherr: Zwischen Marsch und Moor. Geschichte und Geschichten aus dem alten Berumbur von den Anfängen bis zur kommunalen Neugestaltung 1972, Norden 2012, S. 8 f.
  11. Flagge der Gemeinde Berumbur