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Lütetsburg

Gemeinde in Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lütetsburg
Lütetsburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lütetsburg hervorgehoben
Koordinaten: 53° 36′ N, 7° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Aurich
Samtgemeinde: Hage
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 16,73 km2
Einwohner: 734 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km2
Postleitzahl: 26524
Vorwahl: 04931
Kfz-Kennzeichen: AUR, NOR
Gemeindeschlüssel: 03 4 52 016
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 56
26524 Hage
Bürgermeister: Gerd Mammen (Vereinigte Bürgerliste Lütetsburg)
Lage der Gemeinde Lütetsburg im Landkreis Aurich
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Über dieses Bild
Schloss Lütetsburg
Zweisprachiges Ortsschild

Die Gemeinde Lütetsburg (ostfriesisch-plattdeutsch Lütsbörg) ist Mitglied des Gemeindeverbandes Samtgemeinde Hage im Landkreis Aurich im nördlichen Ostfriesland und liegt zwischen der Stadt Norden und dem Flecken Hage. Besondere Sehenswürdigkeit des Ortes ist ein Wasserschloss mit angrenzendem Landschaftsgarten.

Inhaltsverzeichnis

Geologie und GeografieBearbeiten

Die Gemeinde befindet sich größtenteils auf Gley-Podsol-Böden mit Plaggenauflage die in Lütetsburg bis auf Höhen von bis zu 2,3 Meter über Normalnull (NN) ansteigen. Im Osten und Westen grenzt ein Gebiet mit Plaggenesch (unterlagert von Podsol-Gley) an, im Norden ein Areal mit Gley-Grund.[2] Insgesamt bedeckt die Gemarkung eine Fläche von 16,73 Quadratkilometern.[3] Die Streusiedlung befindet sich etwa zwei Kilometer westlich von Hage und rund drei Kilometer östlich von Norden.[2] Zur Gemeinde Lütetsburg gehören neben dem namensgebenden Hauptort noch die Nebenorte, Kolonien und Wohnplätze Hilgenbur, Moorriege, Sandhöchte, Tidofeld und Westekelbur.[2] Insgesamt hat die Gemeinde 782 Einwohner.[3]

GeschichteBearbeiten

In Lütetsburg stand schon vor 1373 ein „Uthof“ (=Außenhof) des Häuptlingsgeschlechtes Manninga. Diesen baute Lütet Manninga um 1400 zur Burg aus. Er wurde damit zum Namensgeber der sich um das Anwesen entwickelnden Ortschaft. Diese wird 1433 erstmals als Lützborch, Lutzborch oder Lutetzborch urkundlich erwähnt. Der heutige Name ist seit 1852 amtlich. Lütetsburg ist seit 1588 der Stammsitz der Grafen von Inn- und Knyphausen.[2]

Im Jahre 1965 schlossen sich die Gemeinden Berum, Blandorf-Wichte, Hage, Lütetsburg und Westdorf zu einer Samtgemeinde zusammen. Am 3. Mai 1965 erklärte der Rat des Fleckens Hage seinen Beitritt. Zur Gemeinde Lütetsburg gehörte damals noch der Ortsteil Bargebur, der 1972 im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform an die Stadt Norden abgetreten wurde.

Lütetsburg besaß einen Bahnhof an der Ostfriesischen Küstenbahn (Emden-Norden-Dornum-Wittmund-Jever-Wilhelmshaven). Auf dem Abschnitt Norden-Lütesburg-Dornum wird diese Eisenbahnlinie in der Sommersaison als Museumseisenbahn betrieben.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Lütetsburg besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.[4] Die neun Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze
Vereinigte Bürgerliste Lütetsburg (VBL) 59,41 % 5 +4,53 % 0
SPD 23,00 % 2 −3,92 % 0
CDU 17,58 % 2 −0,61 % 0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 62,71 %[5] über dem niedersächsischen Durchschnitt.[6] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 11. September 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 56,06 %.[7]

BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Gerd Mammen (Vereinigte Bürgerliste Lütetsburg (VBL)) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[8]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten von Schwarz und Grün, belegt mit einem goldbewehrten, goldgezungten und golden gekrönten silbernen Löwen.“

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Schloss Lütetsburg, namensgebend für die Gemeinde, ist ein Wasserschloss mit Vorburg und bedeutendem Park.[9][10]

Ein außergewöhnliches Gartenkunstwerk stellt der 1790–1813 von Edzard Moritz Freiherr von Inn- und Knyphausen angelegte Landschaftsgarten am Schloss dar. Mit 30 Hektar altem Baumbestand, seltenen Exoten, Rhododendren und Azaleen ist er einer der größten in Norddeutschland. Der Lütetsburger Park zählt zu den wenigen auf dem Kontinent erhaltenen Beispielen des frühromantischen Gartentyps.

Söhne und Töchter (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Udo von Alvensleben-Wittenmoor: Die Lütetsburger Chronik. Geschichte eines friesischen Häuptlingsgeschlechts. 2. Auflage. Wallstein Verlag, Göttingen 1988, ISBN 978-3-89244-005-5.
  • Wolfgang Kehn (Hrsg.): Der Schloßgarten zu Lütetsburg. Mit Beiträgen von Wolfgang Kehn und Birgit Alberts, (Worms 1998) [= Die Gartenkunst 1998, H. 1, S. 1–73].

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lütetsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. a b c d Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Lütetsburg, Samtgemeinde Hage, Landkreis Aurich (PDF; 686 kB), eingesehen am 23. Mai 2013.
  3. a b Samtgemeinde Hage: Gemeinde Lütetsburg, abgerufen am 29. April 2019.
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  5. a b Gemeinde Lütetsburg – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  6. hna.de: Kommunalwahlen: Alle Infos, alle Ergebnisse, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  7. Gemeinde Lütetsburg – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 31. Dezember 2016
  8. Samtgemeinde Hage – Gemeindeorgane, abgerufen am 22. Januar 2017
  9. Schlosspark Lütetsburg: Ein Landschaftsgarten als Kunstwerk und als Lebensform, abgerufen am 29. April 2019.
  10. Der Parkgründer: Reichsfreiherr Edzard Mauritz zu Inn- und Knyphausen (1748 – 1824), abgerufen am 29. April 2019.