Bernhard Ehrenzeller

Richter für den Staatsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein

Bernhard Ehrenzeller (* 5. September 1953 in St. Gallen;[1] heimatberechtigt in Oberbüren SG und Metzerlen SO)[2] ist ein Schweizer Jurist und Richter im Fürstentum Liechtenstein. Seit Februar 2020 ist er Rektor der Universität St. Gallen.[3]

LebenBearbeiten

AusbildungBearbeiten

Ehrenzeller besuchte die Primarschule Metzerlen im Kanton Solothurn.[2] 1973 schloss er die Matura B am Kollegium Karl Borromäus in Altdorf UR ab.[2] Ehrenzeller studierte bis 1977 Rechtswissenschaft an der Universität Fribourg und erhielt das Lizentiat.[2] Im Jahr 1980 erlangte er das solothurnische Fürsprech- und Notariatspatent. 1984 doktorierte Ehrenzeller bei Luzius Wildhaber an der Universität Basel zum Thema „Die Diözesankonferenz des Bistums Basel“ mit summa cum laude.[2] Ab 1987 arbeitete Ehrenzeller an einer rechtsvergleichenden Habilitation über „Legislative Gewalt und Aussenpolitik“.[2] Gleichzeitig forschte er am Max Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, an der Harvard Law School in Cambridge (Massachusetts) und am Schweizerischen Institut für Rechtsvergleichung in Lausanne.[2] Im Jahr 1992 nahm die juristische Fakultät der Universität Basel Ehrenzellers Habilitationsschrift an aufgrund von Gutachten von Luzius Wildhaber und Kurt Eichenberger.[2] Am 14. Januar 1993 habilitierte er und wurde ihm die venia docendi für öffentliches Recht verliehen.[2]

Berufliche LaufbahnBearbeiten

In den 1980er-Jahren kandidierte Ehrenzeller für die Christlichdemokraten für ein Richteramt im Kanton Solothurn.[4]

Von 1991 bis 1997 war Ehrenzeller persönlicher Mitarbeiter von Bundesrat Arnold Koller (CVP, Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements).[2] Ab 1993 war er als Privatdozent an der Universität Basel tätig. Von 1994 bis 1996 war er Stabsmitglied der Projektleitung der „Verfassungsreform“ des EJPD im Rahmen der Totalrevision der Bundesverfassung.[2]

Seit 1. April 1997 ist Ehrenzeller Ordinarius für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität St. Gallen und seit 1. April 1998 Direktor des „Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis an der Universität St. Gallen“.[2] Von 2003 bis 2011 war er Prorektor der Universität St. Gallen.[2] Seit 2011 amtet er als Richter für den Staatsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein.[2] Am 14. Januar 2019 wurde Ehrenzeller vom Universitätsrat der Universität St. Gallen zum neuen Rektor gewählt und am 15. Januar 2019 von der Regierung des Kantons St. Gallen bestätigt.[5] Am 1. Februar 2020 hat Ehrenzeller die Nachfolge von Thomas Bieger als Rektor angetreten.[6]

PrivatesBearbeiten

Ehrenzeller ist verheiratet und hat zwei Kinder.[2] Ehrenzeller ist römisch-katholisch.[2]

AuszeichnungenBearbeiten

  • Genossenschaftspreis der Universität Basel[2]

Mitgliedschaften (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Base de données sur les Élites suisses au XXe siècle. Abgerufen am 5. September 2019.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y Bernhard Ehrenzeller: CURRICULUM VITAE von Prof. Dr. Bernhard Ehrenzeller. Abgerufen am 5. September 2019.
  3. HSG-Rektorat 2020 bis 2022 in vollständiger Besetzung | Wissen | Universität St.Gallen. Abgerufen am 19. Mai 2020.
  4. Adrian Vögele, Adrian Vögele: «Ehrenzeller ist eine Übergangslösung»: Reaktionen der St.Galler Parteien zum Kandidaten für das HSG-Rektorat. Abgerufen am 5. September 2019.
  5. Bernhard Ehrenzeller wird künftiger HSG-Rektor | Wissen | Universität St.Gallen. Abgerufen am 5. September 2019.
  6. Oliver Kerrison, Oliver Kerrison: HSG St.Gallen: Bernhard Ehrenzeller wird neuer Rektor. Abgerufen am 5. September 2019.