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Der Bachtel ist ein Berg im Zürcher Oberland bei Hinwil in der Schweiz. Er ist mit 1115 m ü. M. die höchste Erhebung der Allmannkette (Allmenkette, Bachtel-Allmen-Kette) zwischen Töss und Glatt.

Bachtel
Der Bachtel vom Egelsee (Bubikon) aus gesehen

Der Bachtel vom Egelsee (Bubikon) aus gesehen

Höhe 1115 m ü. M.
Lage Hinwil, Zürcher Oberland, Schweiz
Dominanz 3,95 km → Ramsel (Brandegg)
Schartenhöhe 358 m ↓ Gibswil
Koordinaten 709494 / 239220Koordinaten: 47° 17′ 41″ N, 8° 53′ 11″ O; CH1903: 709494 / 239220
Bachtel (Kanton Zürich)
Bachtel
Der Bachtel über den Pfäffikersee gesehen.

Der Bachtel über den Pfäffikersee gesehen.

1854 erbaute der Bachtelverein auf dem Kulm eine Trinkhütte. Zwei Jahre später baute Johannes Ryf ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit einem Aussichtspodium.

NameBearbeiten

 
Historisches Luftbild von 1923, aufgenommen aus 100 Metern Höhe von Walter Mittelholzer

Bachtel ist ein in der Region verbreiteter Flurname mit der Bedeutung «Bachtal», «Bachtobel». Das maskuline Genus rührt davon, dass der Name des Bergs verkürzt ist aus Bachtalberg, so auf der Gygerkarte von 1667. Das namensgebende Bachtal ist das des Sagenbachs (an der Südflanke des Bergs), an dessen oberem Lauf die Bachtelweid liegt.[1]

Der Bachtel trug früher andere Namen. In Urkunden aus der Zeit vor Mitte 17. Jahrhundert wird der Name Berg Orn oder auch hoher Ornberg verwendet.[2] Als höchste Erhebung der Allmannkette respektive Bachtelkette[3] wurde früher auch der Name Allmann (Allmannberg, Almenberg) verwendet. Auf der Karten von Johannes Stumpf (1548) findet sich der Eintrag «Alman M[ons]».

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Name Allmann (Allmen) allmählich auf den zweithöchsten Gipfel (1079 m ü. M.) übertragen. Die Umbenennung des Bachtels nach dem Tal des Sagenbachs ging von Osten (Wald) aus, im Westen um Hinwil hiess der Berg noch länger Allmann. So hiess die Regionalzeitung in Hinwil ab 1852 «Der Allmann», während der Name einer vergleichbaren Publikation in Wald ab 1861 «Volksblatt vom Bachtel» lautete (seit 1960 sind die beiden Zeitungen fusioniert als Zürcher Oberländer).

Ludwig von Bollmann bezeichnet den heutigen Bachtel noch 1837 als den «eigentlichen Allmann» (Die Schweiz: ein Handbuch zunächst für Reisende), und der Name Bachtel-Horn ist auf das heutige Bachtelhörnli (968 m ü. M.) beschränkt.[4] Die Karte von Johannes Wild, entstanden zwischen 1843 und 1851, bezeichnet den Hauptgipfel bereits als Bachtel, und das Bachtelhörnli als Hörnli. Auf dem Sattel zwischen Bachtel und Bachtelhörnli ist der Hof Bachtel eingezeichnet. In der Landeskarte ab 1909 heisst derselbe Hof dann Unterbachtel (da nun unterhalb des als Bachtel benannten Gipfels gelegen).

GeographieBearbeiten

Der Bachtel liegt zwischen Hinwil im Nordwesten, Wald ZH im Südosten und Rüti ZH im Südwesten. Er ist der höchste Punkt und südliche Abschluss der langen Hügelkette – Allmannkette oder Bachtelkette – zwischen den Tälern der Töss und Jona im Osten und des Pfäffikersees und der Kempt im Westen. Der obere Bereich des Berges ist mehrheitlich bewaldet. Die tieferen Lagen werden landwirtschaftlich genutzt. Der Berg gehört nach der Einteilung des SAC zu den Ostschweizer Voralpen, die in anderen Einteilungen als «Appenzeller Alpen» bezeichnet werden.

Mit Ausnahme von Sonntagen kann man mit dem Auto bis zum Gipfel fahren. Die Strassen von Hinwil und Wald bis Orn (925 m ü. M.) sind immer für den Verkehr freigegeben. Am Südhang findet sich auf rund 750 Meter Höhe das Flugfeld Hasenstrick.

Südöstlich, unterhalb des Gipfels, liegt auf ca. 955 Meter Höhe der Bachtelspalt.[5] Es handelt sich um eine Spalte, die 1939 beim Abrutschen eines Nagelfluhkopfes entstand. Sie ist begehbar, aber sehr eng.

BautenBearbeiten

 
Aussichtsturm

Der Bachtel ist ein beliebtes Ausflugsziel. Auf dem Gipfel des Bachtels stehen ein Restaurant und ein Aussichtsturm, der Bachtelturm. Ein erster Turm aus Holz wurde bereits 1873 errichtet. Der zweite Turm aus Metall, der alte Bachtel-Turm, wurde aufgrund seiner Schutzwürdigkeit nach dem Abbau eingelagert und steht heute auf dem Pfannenstiel.[6] Der heutige Turm stammt aus dem Jahr 1986 und ist 75 Meter hoch.[7][8]

Die Skisprungschanzen im Orn wurden 2003 abgerissen.[9] Als Ersatz wurde 2005 in Gibswil die Bachtelblickschanze erbaut.

Das auf der Südseite des Bachtels gelegene Flugfeld Hasenstrick (ICAO: LSPK) musste 2009 den Betrieb einstellen wegen Differenzen zwischen den Inhabern der Betriebsbewilligung und der Eigentümerin des Grundstücks.[10][11]

TriviaBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bachtel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hinwil/Wald (Hof, Bergkuppe, laut älterer Angabe aus ZWald n., sonst m. 'Bachtalberg.') 1643, HKGyger, Karte Bachtal, Schweizerisches Idiotikon; daneben steht ein fem. Bachtalen, das in Flurnamen allerdings als Bachtlen, Bachtelen erscheint. Bachtalen, Schweizerisches Idiotikon.
  2. Restaurant Bachtel-Kulm. Abgerufen am 4. März 2019.
  3. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 36, Stichwort Allmann  (Scan der Lexikon-Seite).
  4. Ludwig von Bollmann: Die Schweiz: ein Handbuch zunächst für Reisende. Hoffmann, Stuttgart/Zürich 1837, S. 205 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Ein Hügelland geht von der Quelle der Töss aus, nach NW. zur Quelle der Jonen und erhebt sich hier am ansehnlichsten im eigentlichen Allman und im S. desselben, durch eine flache Einsattelung getrennt, im Bachtel-H[orn] (3190 F. [957 m]).“
  5. Standort Bachtelspalt 47° 17′ 22″ N, 8° 53′ 51″ E
  6. Der Bachtel-Turm. In: Restaurant Bachtel-Kulm. Abgerufen am 4. März 2019.
  7. Bachtel. In: wernetshausen.ch. Abgerufen am 4. März 2019.
  8. Die Fakten über die Genossenschaft und den Bachtel. In: Genossenschaft Bachtel-Kulm. Abgerufen am 4. März 2019.
  9. Hinwil. In: Skisprungschanzen-Archiv. Abgerufen am 2. August 2015.
  10. Unser Flugplatz. In: Fluggruppe Hasenstrick. 31. Dezember 2009, abgerufen am 2. August 2015.
  11. Gesuch um Betriebsbewilligung für Hasenstrick. In: Neue Zürcher Zeitung. 18. Dezember 2009, abgerufen am 2. August 2015.