Fischenthal

politische Gemeinde in der Schweiz
Fischenthal
Wappen von Fischenthal
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ZürichKanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Hinwilw
BFS-Nr.: 0114i1f3f4
Postleitzahl: 8496 Steg im Tösstal
8497 Fischenthal
8498 Gibswil
UN/LOCODE: CH STG (Steg)
Koordinaten: 712068 / 243462Koordinaten: 47° 19′ 57″ N, 8° 55′ 17″ O; CH1903: 712068 / 243462
Höhe: 740 m ü. M.
Höhenbereich: 667–1291 m ü. M.
Fläche: 30,24 km²
Einwohner: 2501 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 83 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
14,1 % (31. Dezember 2018)[2]
Gemeindepräsident: Barbara Dillier
Website: www.fischenthal.ch
Kirche in Fischenthal

Kirche in Fischenthal

Lage der Gemeinde
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Über dieses Bild
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Fischenthal ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz.

WappenBearbeiten

Blasonierung

In Blau übereinander zwei in Gegenrichtung schwimmende silberne Fische
 
Historisches Luftbild aus 200 m von Walter Mittelholzer von 1919

.

GeographieBearbeiten

Zur Gemeinde Fischenthal gehören die Ortschaften Steg im Tösstal und Gibswil. Das Gemeindegebiet umfasst 30,25 km² und ist damit die grösste Landgemeinde des Kantons Zürich.

Die Gesamtfläche von 3'025 ha unterteilt sich in:

  • 63 % Wald
  • 32 % Landwirtschaft
  • 2 % Siedlungen
  • 2 % Verkehr

Die Stadt Winterthur liegt 24 km und die Stadt Zürich 30 km Luftlinie entfernt. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf dem Schnebelhorn auf 1292 m ü. M., der tiefste bei Lenzen auf 676 m ü. M. Die Nachbargemeinden von Fischenthal sind im Uhrzeigersinn Mosnang, Eschenbach SG, Wald ZH, Hinwil, Bäretswil und Bauma.

GeschichteBearbeiten

Die älteste Urkunde, in der der Name Fiskinestal erwähnt wird, stammt von 876. Damals wurden Besitzungen in Fischenthal dem Kloster St. Gallen geschenkt.[3] Man nimmt an, dass ein alemannischer Siedler namens Fiskin dem Tal den Namen gegeben hat. Im 13. Jahrhundert wurde Fischenthal der habsburgischen Hausmacht einverleibt. Doch schon 1301 verpfändeten die Habsburger die Vogtei Fischenthal, die noch mehrmals den Herrn wechselte, bis sie 1425 der Stadt Zürich abgetreten wurde. Von 1542 an war Fischenthal Bestandteil der Herrschaft Grüningen. 1798 wurde es dem Distrikt Wald zugeteilt, 1803 dem Bezirk Uster, dann dem Oberamt Grüningen und schliesslich 1831 dem Bezirk Hinwil.

Einen Aufschwung erlebte das Gebiet zur Zeit der Heimindustrie im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Verdienst brachte zuerst die Handspinnerei, dann die Handweberei. An Stelle der früheren Armut zog eine gewisse Wohlhabenheit ein, bis die mechanischen Webstühle in den Fabriken des Unterlandes der Heimarbeit ein Ende setzten. Viele Wohnstätten wurden verlassen. Der Staat sprang helfend ein, indem er namentlich im Quellgebiet der Töss Land erwarb und aufforstete. Heute ist das Gebiet um den Tössstock ein Wildschongebiet, in dem sich auch Gämsen aufhalten.

1532 soll am Hörnli der letzte Bär des Zürcher Oberlandes erlegt worden sein. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde ein Pilgerweg – der «Jakobsweg» begangen, der aus Süddeutschland über Fischingen, das Hörnli, dem Jonatal entlang nach Rapperswil und Einsiedeln führte. Pilgerherbergen waren das Gasthaus «Zum Steg» und dasjenige «Zum Hauptmann», früher im Fistel, später der Vorläufer der «Blume».

OrtsmuseumBearbeiten

 
Das Ortsmuseum „Alte Kanzlei“

Im Ortsmuseum „Alte Kanzlei“ sammelt die Ortsmuseumskommission Gegenstände aus dem alltäglichen Leben von früher und heute. Im Archiv werden auch Schriften, Bilder, Fotos, Filme und die Sammlung der Chronik[4] aufbewahrt. Die Kommission ist wie die Nachbargemeinde Wald für die Fastnachts-Umezüge[5] verantwortlich und sie unterhält die alte Schuhmacherwerkstatt von Albert Knecht in der Drechslerei Kleintal[6]. Einmal pro Jahr stellt ein Künstler aus der Region seine Werke im Museum aus. Die Ortsmuseumskommission Fischenthal bildete sich anfangs der siebziger Jahre. 1997 konnte sie die ehemalige Gemeinderatskanzlei als Ortsmuseum übernehmen.

BevölkerungBearbeiten

Am 31. Dezember 2015 lebten 2'425 Menschen in der Gemeinde Fischenthal, davon 13,3 % Ausländer.[7]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 466
1771 1'789
1836 2'814
1850 2'394
1900 2'052
1941 1'694
1950 1'837
1960 1'987
1980 1'605
2000 1'961

ReligionBearbeiten

 
Katholische Kirche St. Gallus

Am 31. Dezember 2011 gehörten 55,6 % der Bevölkerung der evangelisch-reformierten Kirche und 18,6 % der römisch-katholischen Kirche an.[8]

In Fischenthal gibt es zwei Kirchen:

  • Die reformierte Kirche wurde an Stelle der mittelalterlichen Kirche von Fischenthal gebaut: Im Jahr 1711 wurde an den bestehenden Kirchturm das heutige Kirchenschiff angebaut. Im Chor befinden sich seit 1933 drei Farbfenster des Glasmalers Röttinger, Zürich.[9]
  • Die katholische Kirche St. Gallus erinnert mit ihrem Namen daran, dass die mittelalterliche Kirche von Fischenthal einst dem Hl. Gallus geweiht war. 1949 wurde die Vorgängerkirche St. Bernadette eingeweiht, an die ein Altersheim angegliedert war. 1971 wurde die heutige Kirche, erbaut vom Architekten Karl Higi, eingeweiht. Der äusserlich schlichte Bau besitzt Kunstwerke von Paul Stöckli und ist ein exemplarischer Kirchbau einer nachvatikanischen katholischen Kirche.[10]

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde Fischenthal und die Ortschaften Steg im Tösstal und Gibswil sind mit der Linie S 26 WinterthurBaumaRüti ZH , die von der Thurbo betrieben wird, mit jeweils eigenem Haltepunkt an die S-Bahn Zürich (bis 1918 Tösstalbahn) angeschlossen. Ende November 2015 wurde der SBB Billettschalter geschlossen.

Eine Buslinie wird durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) betrieben:

  • 854 Bahnhof RütiWald – Gibswil – Fischenthal – Steg – Bahnhof Bauma

PolitikBearbeiten

Gemeindepräsident ist Barbara Dillier (parteilos).[11]

Mitglieder des Fischenthaler Gemeinderats (Amtsperiode 2018–2022)
Name Amtsantritt Funktion Partei
Barbara Dillier 2018 Gemeindepräsident / Präsidiales und Finanzen parteilos
Hans Lazzarotto 2018 Schulpräsident / Bildung und Jugend parteilos
Rudolf Pfeiffer 2018 Gesellschaft und Kultur parteilos
Elmar Schaufelberger 2018 Liegenschaften und Sicherheit parteilos
Matthias Zürcher 2011 Bau und Umwelt parteilos

Sehenswürdigkeiten und SportBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

WeblinksBearbeiten

Commons: Fischenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. StiASG, Urk. IV 355. Online auf e-chartae, abgerufen am 19. Juni 2020.
  4. Chronik. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  5. Fastnachts-Umezüge. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  6. Drechslerei Kleintal. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  7. http://www.web.statistik.zh.ch/cms_vis/karteBevoelkerung2015/index.html (abgerufen am 18. März 2016)
  8. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012)
  9. Website der reformierten Kirchgemeinde. Abschnitt Geschichte. Abgerufen am 9. Mai 2014.
  10. Website der katholischen Kirchgemeinde Bauma. Abschnitt Geschichte der Pfarrei Fischenthal. Abgerufen am 9. Mai 2014.
  11. Gemeinderat. Abgerufen am 14. April 2020 (Schweizer Hochdeutsch).
  12. Antonio Cortesi: Bankvater aus Fischenthal. (PDF) In: Gemeinde Fischenthal. Zürcher Oberländer, 1. Oktober 1990, S. 1–7, abgerufen am 28. März 2020.
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