Arnoldstein

Gemeinde in Österreich
Marktgemeinde
Arnoldstein
Wappen Österreichkarte
Wappen von Arnoldstein
Arnoldstein (Österreich)
Arnoldstein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Villach-Land
Kfz-Kennzeichen: VL
Fläche: 67,4 km²
Koordinaten: 46° 33′ N, 13° 42′ OKoordinaten: 46° 33′ 2″ N, 13° 42′ 14″ O
Höhe: 578 m ü. A.
Einwohner: 7.038 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 104 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9601
Vorwahl: 04255
Gemeindekennziffer: 2 07 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindeplatz 4
9601 Arnoldstein
Website: www.arnoldstein.gv.at
Politik
Bürgermeister: Erich Kessler (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(27 Mitglieder)
19
4
4
19 
Insgesamt 27 Sitze
Lage von Arnoldstein im Bezirk Villach-Land
ArnoldsteinArriachBad BleibergFeistritz an der GailFeld am SeeFerndorfFinkenstein am Faaker SeeFresachHohenthurnNötsch im GailtalPaternionRoseggSankt Jakob im RosentalStockenboiTreffen am Ossiacher SeeVelden am Wörther SeeWeißensteinWernberg (Kärnten)Afritz am SeeVillachKärntenLage der Gemeinde Arnoldstein im Bezirk Villach-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Marktgemeindeamt
Marktgemeindeamt
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Arnoldstein (slowenisch: Podklošter, Unter dem Kloster) ist eine Marktgemeinde mit 7038 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) im Gailtal in Kärnten (Österreich). Die Gemeinde, erreichbar über die A2 oder Südbahn, liegt in unmittelbarer Nähe des Dreiländerecks zwischen Italien, Slowenien und Österreich.

Ansicht Arnoldsteins von 1688 (Valvasor); links das Stift; mittig Schloss Rosenheim; rechts die Fuggerau

GeographieBearbeiten

Die Marktgemeinde Arnoldstein grenzt an die Karawanken und die Karnischen Alpen und bildet somit auf dem Gipfel des Ofen ein Dreiländereck zwischen Italien, Slowenien und Österreich. Es handelt sich dabei um den einzigen Schnittpunkt der drei großen europäischen Kulturkreise, des germanischen, des romanischen und des slawischen.

GemeindegliederungBearbeiten

Arnoldstein ist in die sechs Katastralgemeinden Arnoldstein (Podklošter), Hart (Ločilo), Thörl-Maglern (Vrata-Megvarje), Pöckau (Peče), Riegersdorf (Rikarja vas) und Seltschach (Sovče) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 21 Ortschaften (in Klammern der slowenische Ortsname sowie die Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[1]):

  • Agoritschach (Zagoriče) (60)
  • Arnoldstein (Podklošter) (2021)
  • Erlendorf (Oljše) (427)
  • Gailitz (Ziljica) (1046)
  • Greuth (Rute) (17)
  • Hart (Ločilo) (258)
  • Krainberg (Strmec) (4)
  • Krainegg (Podkrajnik) (4)
  • Lind (Lipa) (110)
  • Maglern (Megvarje) (283)
  • Neuhaus an der Gail (Poturje) (285)
  • Oberthörl (Zgornja Vrata) (51)
  • Pessendellach (Dole) (59)
  • Pöckau (Peče) (677)
  • Radendorf (Radna vas) (198)
  • Riegersdorf (Rikarja vas) (514)
  • St. Leonhard bei Siebenbrünn (Šentlenart pri Sedmih studencih) (298)
  • Seltschach (Sovče) (387)
  • Thörl-Maglern-Greuth (Rute pri Vratih) (8)
  • Tschau (Čava) (97)
  • Unterthörl (Spodnja Vrata) (234)

NachbargemeindenBearbeiten

Bad Bleiberg Villach
Nötsch im Gailtal, Hohenthurn   Finkenstein am Faaker See
Tarvis (I) Kranjska Gora (SLO)

GeschichteBearbeiten

 
Spurrillen der Römerstraße bei Maglern
 
Arnoldstein um 1870 (Ölbild)
 
Verleihungsurkunde über das Marktrecht von Kaiser Ferdinand I.

Das Gebiet von Arnoldstein war bereits in der Antike besiedelt, wovon heute noch die Römerstraße am linken Ufer der Gailitz kündet. Diese Heeresstraße zog sich von Aquileia nach Virunum.

Der Name beruht auf dem vermutlichen Gründer der Klosterburg, Arnold, der jedoch urkundlich nicht fassbar ist. Dieser errichtete auf einem Felsen über der Gailitz im 11. Jahrhundert die Burg, die dem Patriarchat Aquileia und ab 1014 dem Bistum Bamberg unterstand. Otto von Bamberg richtete hier 1106/07 das Benediktinerkloster ein, das bis 1783 bestand (siehe auch Stift Arnoldstein). Die Klosterburg ist heute als begehbare Ruine erschlossen. Im Parkmuseum der Landeshauptstadt Klagenfurt befindet sich heute ein antiker Grabstein, welcher Ritter Arnold mit seiner Frau Mathilde zeigt.

Unterhalb des Klosters entstand am Verkehrsweg nach Italien („schräger Durchgang“) ein Dorf, das 1376 erstmals urkundlich erwähnt und schon um das Jahr 1500 auch als Markt bezeichnet wurde, aber keine Selbstverwaltung mit privilegierterer Bürgerschicht besaß. Im Lauf des 16. Jahrhunderts sank es wieder zum Dorf ab.[2]

Im 15. Jahrhundert errichteten die Fugger eine Bleihütte (Fuggerau). 1797 entstand im benachbarten Gailitz eine (Blei-)Glättefabrik, die später Rostschutzfarbe und von 1814 bis 1975 Schrotkugeln herstellte, wovon heute noch ein Schrotturm zeugt.[3] Arnoldstein wurde ab 1882 zum Industriestandort, als hier eine Bleihütte der Bleiberger Bergwerks Union entstand. Daran erinnert der 100 Meter hohe Kamin.

Die Gemeinde Arnoldstein wurde 1850 gegründet und erhielt im Jahr 1930 das Recht zur Führung der Bezeichnung Marktgemeinde.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

  • Laut Volkszählung 2001 hat Arnoldstein 6.832 Einwohner, davon besitzen 91,9 % die österreichische Staatsbürgerschaft, 2,9 % kommen aus Bosnien und Herzegowina und 1,5 % aus Deutschland. 76,3 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen, 9,8 % zur evangelischen Kirche und 3,5 % sind islamischen Glaubens. 7,6 % der Einwohner sind ohne religiöses Bekenntnis.
  • Die Bevölkerung zählt zum 1. Jänner 2016 7.027 Einwohner. Nach Staatsangehörigkeit haben 869 Einwohner (12,4 %) nicht die österreichische Staatsbürgerschaft. Nach Geburtsland sind 1005 Einwohner (14,3 %) nicht Österreicher.

In der Zeit von 1991 bis 2001 waren sowohl Geburtenbilanz als auch Wanderungsbilanz positiv. Von 2001 bis 2011 wurde die negative Geburtenbilanz (–169) durch eine stark positive Wanderungsbilanz (+216) kompensiert.[4]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Hochaltarfigur Maria Pomoč Kristjanov in der Wallfahrtskirche Maria Siebenbrünn

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • In den Orten Arnoldstein, Gailitz, Pöckau, Seltschach und Thörl findet jeweils zu den einzelnen Kirchtagen das traditionelle Kufenstechen statt.
  • Jeden zweiten Sonntag im September findet die Sternwanderung Tour 3 auf das Dreiländereck statt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftssektorenBearbeiten

Von den 203 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 165 im Nebenerwerb geführt. Diese bewirtschafteten siebzig Prozent der Flächen. Im Produktionssektor beschäftigte der Bereich der Warenherstellung zwei Drittel der Erwerbstätigen, ein Drittel arbeitete in der Bauwirtschaft. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die sozialen und öffentlichen Dienste, hier arbeitete rund ein Drittel der 1137 Erwerbstätigen. Ein Fünftel war im Handel beschäftigt und rund 15 Prozent im Bereich Verkehr (Stand 2011).[5][6][7]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 203 248 74 35
Produktion 58 41 674 698
Dienstleistung 244 205 1137 1230

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, PendelnBearbeiten

Im Jahr 2011 lebten rund 3000 Erwerbstätige in Arnoldstein. Davon arbeiteten 900 in der Gemeinde und 2100 pendelten aus, der Großteil in einen anderen Bezirk. Fast 1000 Menschen kamen aus der Umgebung, um in Arnoldstein zu arbeiten.[8]

EnergieBearbeiten

Arnoldstein gehört zu den 24 Gemeinden in Österreich (Stand März 2019), die mit der höchsten Auszeichnung des e5-Gemeinden Energieprojekts ausgezeichnet wurden. Das e5-Gemeinde-Projekt soll die Umsetzung einer modernen Energie- und Klimapolitik auf Gemeindeebene fördern.[9]

VerkehrBearbeiten

 
Arnoldstein gesehen von der Dobratsch-Südwand, im Vordergrund die Süd Autobahn.
  • Bahn: Der Bahnhof Arnoldstein bildet den Abzweig der Gailtalbahn von der Rudolfsbahn.
  • Straße: Im Gemeindegebiet befindet sich der Grenzübergang der Süd Autobahn A2 nach Italien.
  • Wanderwege: Arnoldstein ist der südliche Endpunkt des Salzsteigwegs.

SicherheitBearbeiten

Arnoldstein ist Sitz des Bezirkspolizeikommandos Villach Land und beherbergt auch eine Polizeiinspektion der Bundespolizei.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat 27 Mitglieder.

BürgermeisterBearbeiten

WappenBearbeiten

Das Wappen von Arnoldstein, das der Marktgemeinde am 30. April 1956 verliehen wurde, zeigt das Motiv des ältesten erhaltenen Siegels des Klosters, das an Urkunden von 1280 bis 1509 erhalten ist, auch wenn diese Darstellung nicht der – eigentlich eintürmigen – Kirchenfassade entspricht. Die Zinnen sollen an die Burg als Vorgängerbau des Klosters erinnern. Bei der Tingierung griff man auf die Farben des Bistums Bamberg zurück, unter dessen Herrschaft das Kloster bis 1759 stand.

Die Blasonierung des Wappens lautet:

„In einem goldenen Schilde erscheint eine auf einem stilisierten abgeledigten Berg aufragende doppeltürmige romanische Kirche, dies alles schwarz, die Kirche silbern ausgefugt. Das Kirchenschiff weist in der Mitte ein von einem silbernen Kreise durchbrochenes rundbogiges Tor auf und trägt auf seinem Giebel ein auf einer Kugel ruhendes Tatzenkreuz. Die beiden Türme sind mit einer Zinnenkrone mit drei sichtbaren Zinnen bekrönt.“[2]

Die Fahne ist Gelb-Schwarz mit eingearbeitetem Wappen.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen mit Bezug zur GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Arnoldstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  2. a b Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 48.
  3. (Memento des Originals vom 3. November 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hausromana.at Kulturpfad Arnoldstein, Haus Romana, abgerufen am 26. September 2014 – Text und Bild zu Schrotturm
  4. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Arnoldstein, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Arnoldstein, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 28. November 2020.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Arnoldstein, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 28. November 2020.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Arnoldstein, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 28. November 2020.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Arnoldstein, Erwerbstätige nach Entfernungskategorie des Berufspendelns. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 28. November 2020.
  9. e5-Gemeinden in Österreich Stand März 2019
  10. Gemeinderatswahl 2015, endgültiges Ergebnis Arnoldstein (Memento des Originals vom 15. August 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ktn.gv.at
  11. Bürgermeisterwahl 2015. Abgerufen am 28. November 2020.