Angelo De Donatis

italienischer katholischer Kardinal

Angelo Kardinal De Donatis (* 4. Januar 1954 in Casarano, Provinz Lecce, Italien) ist ein italienischer Geistlicher und seit 2017 Generalvikar Seiner Heiligkeit in der Diözese Rom. Zugleich ist er Erzpriester der Lateranbasilika.

Angelo Kardinal De Donatis (2018)

Leben Bearbeiten

Angelo De Donatis besuchte zunächst das Priesterseminar in Tarent und später das Päpstliche Römische Priesterseminar. Er studierte Philosophie an der Päpstlichen Lateranuniversität und Katholische Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana, wo er auch das Lizentiat in Moraltheologie erwarb.

Am 12. April 1980 empfing er die Priesterweihe für das Bistum Nardò-Gallipoli und wurde am 28. November 1983 in den Klerus des Bistums Rom inkardiniert. Von 1980 bis 1983 war er Hilfsgeistlicher in der Pfarrei San Saturnino und Religionslehrer sowie anschließend bis 1988 Kaplan dieser Pfarrei. Danach war er von 1988 bis 1990 Angestellter im Generalsekretariat des Vikariats von Rom und Mitarbeiter des Weihbischofs Giovanni Marra. Zugleich war er Kaplan in der Pfarrei Santissima Annunziata a Grottaperfetta und von 1989 bis 1991 Archivar im Sekretariat des Kardinalskollegiums. Von 1990 bis 1996 leitete er als Direktor das Amt für den Klerus im Vikariat des Bistums Rom. Weiterhin war er von 1990 bis 2003 Spiritual am Päpstlichen Römischen Priesterseminar. Seit 2003 war er Pfarrer der Pfarrei San Marco Evangelista al Campidoglio.

 
Kardinalswappen (seit 2018)

De Donatis war Mitglied der Priesterrates und des Konsultorenkollegiums des Bistums Rom. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 10. April 1990 den Ehrentitel Kaplan Seiner Heiligkeit (Monsignore).

Am 14. September 2015 ernannte ihn Papst Franziskus zum Titularbischof von Motula und zum Weihbischof im Bistum Rom.[1] Die Bischofsweihe spendete ihm der Papst persönlich am 9. November 2015 in der Lateranbasilika[2]; Mitkonsekratoren waren die Kurienkardinäle Agostino Vallini und Beniamino Stella.

Am 26. Mai 2017 ernannte Franziskus ihn als Nachfolger von Agostino Kardinal Vallini unter gleichzeitiger Erhebung zum Titularerzbischof zum Generalvikar von Rom.[3]

Im Konsistorium vom 28. Juni 2018 nahm ihn Papst Franziskus als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Marco[4], deren Pfarrer er gewesen war, in das Kardinalskollegium auf. Am 6. Oktober desselben Jahres ernannte ihn der Papst zum Mitglied der Kongregation für den Klerus.[5] Am 8. Juli 2019 ernannte ihn der Papst für fünf Jahre zum Mitglied der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens.[6]

Am 11. Juli 2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Apostolischen Administrator des mit gleichem Datum errichteten Apostolischen Exarchats für die ukrainisch-katholischen Gläubigen in Italien.[7] Mit der Ernennung eines ersten Exarchen am 24. Oktober des folgenden Jahres endete diese Beauftragung.[8]

Seit 1989 ist er Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. 2017 erfolgte durch Kardinal-Großmeister Edwin Frederick O’Brien die Ernennung zum Großkreuz-Ritter.[9]

Im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen den slowenischen Künstler und Geistlichen Marko Ivan Rupnik warf Kardinal De Donatis im Dezember 2022 den Medien vor, „das Gottesvolk durch Berichte über diesen Skandal zu verwirren“, und wandte sich gegen eine Vorverurteilung Rupniks. Gleichzeitig kündigte er jedoch an, dessen Tätigkeiten im Bistum Rom untersuchen zu lassen.[10]

Weblinks Bearbeiten

Commons: Angelo De Donatis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Nomina di Vescovo Ausiliare di Roma. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 14. September 2015, abgerufen am 14. September 2015 (italienisch).
  2. Ordinazione episcopale conferita dal Santo Padre Francesco. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 9. November 2015, abgerufen am 24. Mai 2018 (italienisch).
  3. Rinuncia del Vicario Generale per la Diocesi di Roma e Arciprete della Basilica Papale di San Giovanni in Laterano e nomina del successore. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 26. Mai 2017, abgerufen am 26. Mai 2017 (italienisch).
  4. Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 28. Juni 2018, abgerufen am 28. Juni 2018 (italienisch).
  5. Nuovi Membri dei Dicasteri della Curia Romana. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. Oktober 2018, abgerufen am 8. Oktober 2018 (italienisch).
  6. Nomina di Membri della Congregazione per gli Istituti di vita consacrata e le Società di vita apostolica. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 8. Juli 2019, abgerufen am 9. Juli 2019 (italienisch).
  7. Erezione dell’Esarcato Apostolico per i fedeli cattolici ucraini di rito bizantino residenti in Italia e nomina dell’Amministratore Apostolico sede vacante. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 11. Juli 2019, abgerufen am 11. Juli 2019 (italienisch).
  8. Termine dell’incarico di Amministratore Apostolico sede vacante dell’Esarcato per i fedeli cattolici ucraini di rito bizantino residenti in Italia e nomina dell’Esarca Apostolico. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 24. Oktober 2020, abgerufen am 24. Oktober 2020 (italienisch).
  9. Durch das Vertrauen des Papstes geehrte Hirten und Mitglieder des Ordens. In: Newsletter Nr. 47. Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem, 2017, S. V, abgerufen am 24. Mai 2018.
  10. Der Fall Rupnik ist noch nicht ausgestanden. domradio.de, 5. Januar 2023, abgerufen am 8. Januar 2023.
VorgängerAmtNachfolger
Agostino Kardinal ValliniKardinalvikar
seit 2017
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