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Allendorf (Dautphetal)

Ort in der Gemeinde Dautphetal

Allendorf am Hohenfels (Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i) ist ein Ortsteil der Gemeinde Dautphetal im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Allendorf
Gemeinde Dautphetal
Wappen von Allendorf
Koordinaten: 50° 50′ 50″ N, 8° 35′ 1″ O
Höhe: 294 m ü. NHN
Fläche: 4,01 km²[1]
Einwohner: 663 (31. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35232
Vorwahl: 06466
Karte
Lage in der Gemeinde Dautphetal
Luftaufnahme Allendorfs
Luftaufnahme Allendorfs

Geographische LageBearbeiten

Das Dorf Allendorf liegt östlich des Orts Dautphe, dem kommunalen Sitz und geographischen Zentrum der Gemeinde Dautphetal – sowie zwei Kilometer südlich der Lahn und der B 62, die dort beide in west-östlicher Richtung verlaufen. Nähere Städte sind Biedenkopf im Nordwesten und Marburg im Osten.

GeschichteBearbeiten

Die erste Erwähnung fand im Jahr 1307 als Aldendorf im Zusammenhang mit den von Buchenau statt. "Ich Heydenreich und Kryg von Buchenau Gebrüder bekennen öffentlich an diesem Brief um die zwei Teile des Zehnten zu Allendorf, die wir zu Lehen haben von unserem Junker Johann Graf zu Nassau Dietz, wir unsern Junker gebeten haben, daß er damit belehnt unsern Vetter Eling von Breidenbach. Und sagen, daß wir unserm Junker folgen und unsere Mannschaft mit demselben verbunden bleibt. Um dieses zu beurkunden, haben wir unsere Siegel an diesen Brief gehängt." Datum Anno dni (= Domini) M ccc septimo = 1307, 8. Juli (= Namenstag des heiligen Kilian)

Es gibt nur wenige Urkunden zwischen dem Adelsgeschlecht derer von Hohenfels und der Ortschaft Allendorf. Auf dem beiden Erhebungen des Hohenfels zwischen Buchenau und Allendorf (in der Gemarkung Allendorf) standen die beiden Burgen derer von Hohenfels, der Stammsitz der Herren von Hohenfels. Sie waren die Inhaber der Cent Dautphe, die weit über die Grenzen der heutigen Gemeinde Dautphe hinaus ging.

Urkunde vom 13. Mai 1367 von den Hohenfelser in Verbindung mit Allendorf

Ide, Witwe des Ritters Gumpracht v. Hohenfels, und Dietrich v. Hohenfels verkaufen für eine bezahlte Geldsumme an ihren Neffen Ludwig v. Breidenbach, seine Frau Fie und ihre Erben all ihre Zinsen,. kleinen Gefälle und Rechte im Grund zu Breidenbach außer einem Gütchen zu Stedenhausen, das Lyb von Dieten innehatte und von dem 5 Schilling Pfennige, 1 Pfund Wachs, 1 Huhn und 1 Fastnachtshuhn gegeben wurden, außer einem Zins von 4 Schilling Geld, 1 Gans, 1 Huhn von einem Gütchen zu Wallau, das Rupracht Heller hatte, schließlich außer ihrer Wiese unter dem Dorf Wallau. Sonst sollen alle' anderen Güter dazu gehören, auch das, was sie zu Dilschhausen und Allendorf an Rechten haben.

- Zeugen: die beiden Wäppner Kraft Döring.und Ellung v. Lixfeld sowie die zwei Schöffen Werner Gise und Siegfried von Dexbach zu Biedenköpf.

Siegler: die Ritter Ellung v. Breidenbach, ihr Bruder bzw. Oheim, und Kraft.Döring. - Montag vor Pfingsten.

 
Zeichnung der beiden Hohenfelsburgen nach Vorlagen der Vermessungsarbeiten.

Weitere Urkunden zu Allendorf:

Heidenrich von Buchenau und sein Bruder Gilbracht Krieg bekennen, dass sie von dem Junker von Nassau die Hälfte des Zehnten zu Dydenauwe (Niederdieten) und den Zehnten zu Allendorf zu 2 Dritteln zu Lehn haben.

Datierung: 1363 Juli 16

Graf Johann zu Nassau belehnt Sifrid von Linne mit den Erblehn der von Linne und des verstorbenen Krieg von Buchenau, nämlich den Kirchlehn zu Buchenau, Hartenrod, Eiaemroth, Hirzenhain, Weitershausen, Anteil an der Vogtei zu Weitershausen als Lehn des Krieg von Buchenau, Vogtei zu Battenfeld, Zehnten zu Breidenbach, Elsbach, Gladenbach, Roßbach, Oberhörlen, Friedensdorf und Allendorf.

Datierung : 1395 Dezember 31

Siegfried von Linne erhält von Graf Johann von Nassau folgende Lehen: das Kirchlehen zu Buchenau halb, das halbe Kirchlehen zu Hartenrod, das halbe Kirchlehen zu Eisemroth (Yssemrode), das Kirchlehen zu Hirzenhain, halb, seinen Anteil am Kirchlehen zu Weitershausen und den Anteil der Boise daselbst. Die Vogtei zu Battenfeld, den halben Zehnten zu Breidenbach, den halben Zehnten zu Elsbach, den halben Zehnten zu Gladenbach, den halben Zehnten zu Roßbach, den halben kleinen Zehnten zu Oberhörlen, den halben Zehnten zu Friedensdorf (Fredelndorf) und den halben Zehnten zu Allendorf.

Datierung : 1411-01-05

Johann, Engelbrecht und Kaspar von Breidenbach genannt Breidenstein, Söhne des + Gerlach, reversieren über ihre Belehnung durch Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg mit einem Teil des Eisenhausen und der freien Leute im Grund Breidenbach, dem Zehnt zu Allendorf und Gladenbach, dem Viertel des Zehnten zu Niederdiedenau sowie dem Hof Breitenbach.

Datierung:  1586-02-07

Hans Siebel als Schultheiß und Bevollmächtigter des Johann Otto und des Konrad Adolph von Breidenbach genannt Breidenstein reversiert über die Belehnung durch Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen mit einem Teil des Gerichts Eisenhausen, den Zehnten Allendorf und Gladenbach und weiteren Lehen.

Datierung: 1663-11-16

Johannes Kunckel, breidensteinischer Verwalter, als Bevollmächtigter der Familie von Breidenstein genannt Breidenbach reversiert über die Belehnung durch Fürst Johann Franz Desideratus von Nassau-Siegen mit Zehnten zu Allendorf, Gladenbach und Niederdiedenau sowie dem Hof zu Breidenbach.

Datierung: 1687-12-31

Ludwig Eyffert, breidenbachischer Samtgerichtsschultheiß, als Bevollmächtigter der Familie von Breidenbach genannt Breidenstein reversiert über die Belehnung durch Prinz Wilhelm von Oranien-Nassau mit den Zehnten zu Allendorf und Gladenbach und anderen Lehen der Familie.

Datierung:  1776-02-10

An dem Ort vorbei fließt der All-Bach in den Stegebach bei Allendorf, der in Höhe der Carlshütte in die Lahn mündet.

Mit Wirkung zum 1. Oktober 1954 wurde auf Beschluss der Hessischen Landesregierung der Name der Gemeinde von „Allendorf b. Gladenbach“ nach „Allendorf am Hohenfels“ geändert.[3]

GebietsreformBearbeiten

Am 1. Juli 1974 wurde Allendorf im Rahmen der Gebietsreform in Hessen mit 11 weiteren Gemeinden kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Dautphetal zusammengeschlossen.[4][5] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke eingerichtet.

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Allendorf lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577: 16 Hausgesesse
• 1630: 16 Hausgesesse (1 dreispännige, 5 zweispännige, 4 einspännige Ackerleute), 1 Witwe.
• 1677: 15 Hausgründe, 2 Witwen, 8 ledige Personen
• 1742: 29 Haushalte
Allendorf: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2017
Jahr  Einwohner
1791
  
162
1834
  
187
1840
  
197
1846
  
207
1852
  
267
1858
  
242
1864
  
245
1871
  
258
1875
  
315
1885
  
278
1895
  
278
1905
  
325
1910
  
345
1925
  
353
1939
  
426
1946
  
610
1950
  
592
1956
  
560
1961
  
539
1967
  
637
2006
  
704
2012
  
660
2016
  
658
2017
  
663
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; 1791:[9]; nach 2000: Gemeinde Dautphetal (webarchiv)

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1830: 188 evangelische Einwohner
• 1885: 269 evangelische (= 96,76 %), 3 katholische (= 1,08 %), 6 anderes konfessionelle christliche (= 2,16 %) Einwohner
• 1961: 468 evangelische (= 86,83 %), 70 römisch-katholische (= 12,99 %) Einwohner

ErwerbstätigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1867: Erwerbspersonen: 59 Landwirtschaft, 2 Bergbau und Hüttenwesen.
• 1961: Erwerbspersonen: 79 Land- und Forstwirtschaft, 163 produzierendes Gewerbe, 24 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges.

PolitikBearbeiten

OrtsbeiratBearbeiten

Seit der Kommunalwahl 2016 ist Tim Vollmerhausen (BLH) Ortsvorsteher von Allendorf, sein Stellvertreter ist Jonas Bandel (BLH) und Schriftführer ist Christian Bösser (BLH). Gemeinsam ist das Trio mit einem Altersdurchschnitt von 22 Jahren (Stand 2016) der jüngste Ortsbeirat in Hessen.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In einem von Rot und Silber gespaltenen Schild ein um einen Stern geschlossener Doppelflügel in verwechselten Farben.“[10]

Das Wappen wurde am 27. Oktober 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Burg Hohenfels wurde vom ortsansässigen Burgverein in Zusammenarbeit mit einigen Institutionen der Universität Marburg freigelegt und erneuert.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Allendorf (Dautphetal) – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Allendorf am Hohenfels, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. „Einwohnerzahlen der Gemeinde Dautphetal“ im Internetauftritt der Gemeinde Dautphetal, abgerufen am 28. März 2018
  3. Der Hessische Minister des Innern: Änderung des Namens der Gemeinde Allendorf b. Gladenbach im Landkreis Biedenkopf, Regierungsbezirk Wiesbaden, in „Allendorf am Hohenfels“ vom 11. Oktober 1954. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1954 Nr. 44, S. 1039, 1063 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,6 MB]).
  4. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 20 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350 f.
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins: vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  8. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 415 (online bei Google Books).
  9. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 185, 260 (online bei HathiTrust’s digital library).
  10. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Allendorf am Hohenfels im Landkreis Biedenkopf, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 27. Oktober 1954. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1954 Nr. 46, S. 1086, Punkt 1126 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,1 MB]).