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Geschichtsbücher des Alten Testaments

Namen nach dem ÖVBE
Eingerückt: Deuterokanonisch (katholisch und orthodox) bzw. Apokryphen (evangelisch)

Das 2. Buch der Könige ist ein Buch des jüdischen Tanach bzw. des christlichen Alten Testaments. Seit dem Mittelalter wird es in 25 Kapitel unterteilt. In der Septuaginta (und infolgedessen in den christlichen Ostkirchen) heißt es das 4. Buch der Königreiche.

Ursprünglich bildeten beide Bücher der Könige nur ein Buch, vergleiche die Schlussmasora nach (2 Kön 25,30 EU).

Die Teilung der Bücher nach (1 Kön 22,54 EU) – mitten in der Geschichte Ahasjas von Israel – ist sachlich nicht gerechtfertigt. Die Teilung in zwei Bücher stammt aus der Tradition der Septuaginta, wo sie wahrscheinlich durch die handhabbare Länge einer Schriftrolle bedingt war – griechische Texte nehmen bedingt durch den Aufbau der griechischen Sprache (lange Wörter) und Schrift (viele Vokale) wesentlich mehr Platz ein als hebräische Texte (kurze Wörter, keine Vokale) desselben Inhalts. Sie wurde in der Vulgata tradiert und im späten Mittelalter auch zurück in die Hebräische Bibel übernommen.

Das 2. Buch der Könige setzt die Geschichte der getrennten Reiche Israel und Juda (israelitischen Reichsteilung 926 v. Chr.) bis zum Untergang Samarias in 2. Kön 17 fort. Danach folgt die Geschichte Judas bis zum Fall Jerusalems und der späteren Begnadigung Jojachins.

Inhaltsverzeichnis

GliederungBearbeiten

(nach der Elberfelder Bibel; der erste Teil dieser Gliederung findet sich im Artikel: 1. Buch der Könige)

2. Geschichte der getrennten Reiche (Fortsetzung) (1. Könige 12,1 – 2. Könige 17,41)Bearbeiten

Kapitel Überschrift (nach der Elberfelder Bibel)
1,1–18 ELB Ahasja von Israel – Sein Götzendienst, Elias Gerichtsandrohung, Ahasjas Tod
2,1–18 ELB Elija und Elischa – Elias Himmelfahrt
2,19–25 ELB Wundertaten des Elisa: Hilfe in Jericho, Gericht in Bethel
3,1–27 ELB Joram von Israel – Krieg gegen die Moabiter – Hilfe durch Elisa
4,1–7 ELB Elisa und der Ölkrug der Witwe
4,8–37 ELB Elisa und der Sohn der Schunemiterin
4,38–44 ELB Elisa und die vergiftete Speise – Elisa und die Hungernden
5,1–27 ELB Elisa und die Heilung des Naaman – Gericht über Gehasi
6,1–7 ELB–16,7 ELB Elisa und das schwimmende Eisen
6,8–23 ELB Elisa vereitelt die Kriegsabsichten der Aramäer
6,24 ELB-7,1–20 ELB Hungersnot im belagerten SamariaWeissagung Elisas – Samarias Rettung
8,1–6 ELB Elisa und die Schunemiterin
8,7–15 ELB Elisa und Hasael von Damaskus
8,16–24 ELB Joram von Juda
8,25–29 ELB Ahasja von Juda
9,1–13 ELB Jehu von Israel: Salbung zum König
9,14–37 ELB Jehus Aufstand: Tod Jorams von Israel, Ahasjas von Juda und Isebels
10,1–17 ELB Ausrottung des Hauses Ahabs durch Jehu
10,18–36 ELB Ausrottung des Baalsdienstes durch Jehu
11,1–20 ELB Herrschaft der Atalja in Jerusalem – Verschwörung des Priesters Jojada gegen sie – Einsetzung des Joasch zum König
12,1–17 ELB Joasch von Juda – Ausbesserung des Tempels
12,18–22 ELB Auslieferung der Tempelschätze an die Aramäer durch Joasch – Seine Ermordung
13,1–9 ELB Joahas von Israel
13,10–25 ELB Joasch von Israel – Elisas letzte Weissagung und Tod
14,1–22 ELB Amazja von Juda – Sein Krieg mit Joasch von Israel – Ende des Joasch und des Amazja
14,23–29 ELB Jerobeam II. von Israel
15,1–7 ELB Asarja von Juda
15,8–31 ELB Secharja, Schallum, Menahem, Pekachja und Pekach von Israel
15,32–39 ELB Jotam von Juda
16,1–20 ELB Ahas von Juda – Seine Unterwerfung unter Assur und sein Götzendienst
17,1–6 ELB Hoschea, letzter König von Israel – Wegführung nach Assur
17,7–23 ELB Die Schuld Israels
17,24–41 ELB Entstehung des Volkes der Samariter

3. Geschichte der Könige Judas (2. Könige 18,1–25,30)Bearbeiten

Kapitel Überschrift (nach der Elberfelder Bibel)
18,1–8 ELB Hiskia von Juda
18,9–12 ELB Hoschea von Israel – Wegführung nach Assur
18,13–37 ELB Belagerung Jerusalems durch Assur – Die Hohnreden des Rabschake
19,1–37 ELB Die Weissagung des Jesaja – Brief des Königs von Assur – Hiskias Gebet und Gottes Antwort durch Jesaja – Abzug des Königs von Assur
20,1–11 ELB Hiskias Krankheit und Genesung
20,12–21 ELB Gesandtschaft aus Babel bei Hiskia – Sein Tod
21,1–18 ELB Manasse von Juda – Sein Götzendienst
21,19–26 ELB Amon von Juda
22,1–20 ELB–16,7 ELB Josia von Juda: Fund des Gesetzbuches
23,1–30 ELB Josias Reformen: Bundeserneuerung, Abschaffung des Götzendienstes, Passahfeier – Sein Tod im Krieg gegen die Ägypter
23,31–35 ELB Joahas von Juda
23,36 ELB-24,1–7 ELB- Jojakim von Juda
24,8–20 ELB Jojachin von Juda – Erste Eroberung Jerusalems und erste Wegführung nach Babel
25,1–7 ELB Und Zedekia empörte sich gegen den König von Babel
25,8–21 ELB Zerstörung Jerusalems und des Tempels – Zweite Wegführung nach Babel
25,22–26 ELB Statthalter Gedalja
25,27–30 ELB Jojachins Begnadigung

InhaltBearbeiten

  • Der Erzählkreis um die Propheten Elija und Elischa
  • Das Ende des Reiches Israel (722 v. Chr.)
  • Die Reform des Königs Josia (622 v. Chr.)
  • Das Ende des Reiches Juda (587 v. Chr.)

Exemplarische SchwerpunkteBearbeiten

2. Könige 18Bearbeiten

  • Die Verbindungslinie von Hiskia zu David (V. 3) überrascht in der Hinsicht, dass Hiskias gute Taten mit David verglichen werden, der "das Rechte" getan haben soll, was in Spannung zur sonstigen Davidsdarstellungen steht, die auch um seine Sünden wissen.
  • Zu den guten Taten Hiskias zählt klassischerweise seine Zerstörung von Höhenheiligtümern, Mazzeben und der Aschera (Singular: Kodex Leningradensis, alternativ auch Plural: Ascheren). Untypisch hingegen ist die Erwähnung der Zerstückelung der bronzenen Schlage, die Mose gemacht hatte. Insgesamt geht es nicht um die Monotheismus-Frage, denn alle genannten Elemente können Bezüge zu Adonai haben. Es geht eher um eine Religionspolitik, die sich gegen Bilder und Verehrung an verschieden Orten ("Höhen") wendet.
  • Die Deportation des Nordreiches wird theologisch dahingehend gedeutet, dass es an den Sünden lag – nämlich dass sie nicht auf Gott gehört haben und den Bund übertreten haben (V.12).
  • Hebraistisch wertvoll ist die Aussage in V. 26, dass es scheinbar eine vom Hebräisch zu unterscheidende Dialektsprache gibt, die "Jehudit" (‎ יְהוּדִית) heißt, also wohl ein südreichspezifischer Dialekt, den laut Text auch der 2.-höchste Mann Assurs (Rabschake) sprechen kann.

Personen / WichtigesBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten