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Łasin (bis 1920 und von 1939 bis 1945 deutsch Lessen) ist eine Stadt im Powiat Grudziądzki (Graudenzer Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Sie hat etwa 3.300 Einwohner und ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde mit etwa 8.400 Einwohnern.

Łasin
Wappen von Łasin
Łasin (Polen)
Łasin
Łasin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Grudziądz
Geographische Lage: 53° 31′ N, 19° 5′ OKoordinaten: 53° 31′ 3″ N, 19° 5′ 1″ O
Einwohner: 3347
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 86-320
Telefonvorwahl: (+48) (+48)056
Kfz-Kennzeichen: CGR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Einwohner: 8074
(31. Dez. 2016)[1]
Gemeindenummer (GUS): 0406033
Verwaltung
Bürgermeister: Franciszek Kawski
Adresse: ul. Radzyńska 2
86-320 Łasin
Webpräsenz: www.lasin.pl



Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Die Stadt liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, südlich der Danziger Bucht, etwa 25 Kilometer (Luftlinie) südöstlich von Marienwerder (Kwidzyn) und 22 Kilometer ostnordöstlich von Graudenz (Grudziądz).

GeschichteBearbeiten

 
Lessen südlich von Marienwerder und ostnordöstlich von Graudenz auf einer Landkarte von 1908.
 
Rathaus

Die ersten menschlichen Spuren auf dem Stadtgebiet stammen aus der Jungsteinzeit, aus den Jahren 2500–1700 v. Chr. In den Jahren 1298–1461 gehörte die Stadt dem Deutschritterorden. Der Deutschritterordensmeister Meinhard von Querfurt verlieh der Siedlung 1298 das Lokationsprivileg, wodurch die Stadt auf der Grundlage des Magdeburger Rechtes gegründet wurde.

Zwischen 1466 und 1772 gehörte die Stadt zum unter polnischer Schirmherrschaft stehenden autonomen Königlichen Preußen. Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens 1772, mit der die Wiedervereinigung westlicher Teile Preußens mit Ostpreußen einherging, kam Lessen an das Königreich Preußen.

Vermutlich nach 1800 erfolgte der Zuzug von jüdischen Familien. Begräbnisse jüdischer Personen fanden seit 1817 auf einem Areal neben dem kommunalen Friedhof statt. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es im Ort eine Synagoge. Zwischen 1920 und 1939 gehörte die Stadt zur Zweiten Polnischen Republik.

Bis 1919 gehörte Lessen zum Landkreis Graudenz im Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste Lessen 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zur Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Durch den Überfall auf Polen 1939 kam Lessen mit dem Kreis Graudenz in das Reichsgebiet zurück und wurde dem Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet, zu dem es bis 1945 gehörte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben.

BevölkerungszahlenBearbeiten

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 1.089 [2]
1852 1.977 [3]
1864 2.187 davon 492 Evangelische und 1.352 Katholiken[2][4]
1875 2.342 [5]
1880 2.286 [5]
1890 2.190 davon 540 Evangelische, 1.414 Katholiken und 230 Juden[5]

GminaBearbeiten

Die Gemeinde Łasin besteht aus der Stadt Łasin, den folgenden 19 Schulzenämtern:

(Ehemalige deutsche Namen nach Messtischblättern 2479 (von 1900)[6], 2480 (von 1926)[7] und 2580 (von 1911)[8])

  • Goczałki
  • Huta-Strzelce
  • Jakubkowo (Jakobkau)
  • Jankowice (Jankowitz)
  • Kozłowo
  • Nogat (Nogath)
  • Nowe Błonowo (Neu Blumenau)
  • Nowe Jankowice (Körberode)
  • Nowe Mosty (Neubrück)
  • Plesewo
  • Przesławice
  • Stare Błonowo (Alt Blumenau)
  • Strzelce (Heinrichsfelde)
  • Szczepanki (Szczepanken)
  • Szonowo Szlacheckie (Adlig Schönau)
  • Szynwałd (Groß Schönwalde)
  • Święte
  • Wybudowanie Łasińskie
  • Wydrzno (Wiedersee)
  • Zawda (Sawdin)
  • Zawdzka Wola

und den weiteren Ortschaften: Bogdanki • Gordanowo • Hermanowo • Ludwichowo (Hermannsdorf) • Małe Szczepanki und Szonowo Królewskie (Königlich Schönau).

VerkehrBearbeiten

Der nördlich der Stadt gelegene Bahnhof Łasin war bis 1979 der Endbahnhof der Bahnstrecke Gardeja–Łasin. Einige Jahre später wurde der vormalige Bahnhof Szonowo Szlacheckie an der heute ebenso stillgelegten Bahnstrecke Jabłonowo Pomorskie–Prabuty zu Łasin Pomorski umbenannt. Dieser Bahnhof lag einige Kilometer östlich der Stadt.

Łasin liegt an der Landesstraße 16 und der Woiwodschaftsstraße 538.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Christine Poniatovska (1610–1644), polnische Schriftstellerin und Seherin
  • Ludwig Lessen (Louis Salomon) (1873–1943), deutscher Journalist und Schriftsteller
  • Heiner Stadler (1942–2018) deutsch-amerikanischer Komponist und Musikproduzent

Persönlichkeiten, mit der Gmina verbundenBearbeiten

  • Curt Schimmelbusch (1860–1895), geboren im Gutsbezirk Groß Nogath (Nogat), Chirurg und Erfinder der Schimmelbuschmaske.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Katherinenkirche
  • Wasserturm von 1893
  • Magistratsgebäude von 1900

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. a b E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 19, Nr. 25.
  3. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats'. Berlin 1856, S. 347.
  4. E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, Ortschafts-Verzeichniß des Regierungsbezirks Marienwerder, S. 22–23, Nr. 96.
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. dan_graudenz.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. https://geogreif.uni-greifswald.de/geogreif-content/upload/mtbl/2479Roggenhausen.jpg
  7. https://geogreif.uni-greifswald.de/geogreif-content/upload@1@2Vorlage:Toter Link/geogreif.uni-greifswald.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. http://amzpbig.com/maps/025_TK25/2580_Kgl_Lindenau_1911.jpg