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Łęczyce [wɛnˈt͡ʂɨt͡sɛ] (deutsch Lanz, Kreis Lauenburg/Pommern, kaschubisch Łãczëce) ist ein Dorf im Powiat Wejherowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde.

Łęczyce
Wappen der Gmina Łęczyce
Łęczyce (Polen)
Łęczyce
Łęczyce
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Wejherowski
Gmina: Łęczyce
Geographische Lage: 54° 35′ N, 17° 52′ OKoordinaten: 54° 35′ 21″ N, 17° 51′ 39″ O
Einwohner: 1524
Postleitzahl: 84-218
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GWE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 6: StettinDanzig
Schienenweg: PKP-Strecke 202: Danzig–Stargard
Nächster int. Flughafen: Danzig



Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Das Dorf liegt in Hinterpommern, im Tal der Łeba (Leba), die mitten durch den Ort fließt, etwa 14 Kilometer nordöstlich von Lębork (Lauenburg in Pommern) und 27 Kilometer westlich von Wejherowo (Neustadt in Westpreußen).

Drei Kilometer südlich des Ortes verläuft die polnische Landesstraße 6 (ehemalige deutsche Reichsstraße 2, heute auch Europastraße 28), die von Stettin nach Danzig und weiter bis Pruszcz Gdański (Praust) führt.

Die nächste Bahnstation ist Godętowo (bis 1945 Goddentow-Lanz) an der Staatsbahn-Strecke 202 von Danzig nach Stargard.

GeschichteBearbeiten

 
Dorfstraße

Um 1780 hatte das Dorf einen Freischulzen, dem das Recht zustand, in der Leba eine Schleuse für den Lachsfang zu halten, acht Bauernhöfe, zwei Büdner und einen Schulmeister und wies 16 Feuerstellen (Haushaltungen) auf.[1]

Bis 1945 war Lanz in den Landkreis Lauenburg i. Pom. im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern eingegliedert. Er gehörte mit den Gemeinden Bresin (heute polnisch Brzeżno Lęborskie), Hohenfelde (Wysokie), Kattschow (Kaczkowo), Krahnsfelde (Chrzanowo) und Pusitz (Pużyce) zum Amtsbezirk Schweslin (Świetlino) und zum Amtsgerichtsbereich Lauenburg in Pommern (Lębork).

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Hinterpommern zusammen mit Westpreußen und der südlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. In Lanz begann danach die Zuwanderung polnischer Zivilisten. Das deutsche Dorf Lanz erhielt den polnischen Ortsnamen Łęczyce. In der darauf folgenden Zeit wurden die Dorfbewohner vertrieben.

1945 ist das Dorf in den Powiat Wejherowski (Powiat Neustadt in Westpreußen) innerhalb der Woiwodschaft Pommern (bis 1998 Woiwodschaft Danzig) eingegliedert worden. Es ist Teil und Sitz der Gmina Łęczyce, innerhalb derer es ein Schulzenamt mit den Ortschaften Godętowo (Goddentow), Wielistowo (Felstow) und Węgornia (Aalbeck) bildet. Hier leben heute 1524 Einwohner.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Anmerkungen
1822 156 [2]
1925 676 darunter 645 Evangelische und 30 Katholiken[3]
1933 865 [4]
1939 817 [4]

KircheBearbeiten

Lanz gehörte von alters her zu der vom Deutschen Ritterorden wahrscheinlich 1437 gegründeten Parochie Bresin (heute polnisch: Brzeżno Lęborskie). Mit der Reformation wurde das Dorf lutherisch, eine eigene Kirche hatte Lanz jedoch nicht. Das Kirchspiel Bresin gehörte zum Kirchenkreis Lauenburg in Pommern im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern in der Kirche der Altpreußischen Union.

Seit 1945 leben in Łęczyce überwiegend katholische Einwohner. Hier steht jetzt eine eigene Pfarrkirche, die den Namen Kościół św. Antoniego Padewskiego (Antonius von Padua) trägt. Die Pfarrei gehört zum Dekanat Gniewino (Gnewin) im Bistum Pelplin der Katholischen Kirche in Polen.

Hier lebende evangelische Kirchenglieder sind in die Pfarrei der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen eingegliedert. Kirchort ist Lębork (Lauenburg in Pommern).

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

  • Horst Katzor (1918–1998), deutscher Ingenieur und von 1969 bis 1984 Oberbürgermeister der Stadt Essen.

Gmina ŁęczyceBearbeiten

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Łęczyce umfasst eine Fläche von 232,8 km². Hier leben 12.000 Einwohner.

LiteraturBearbeiten

  • Ludwig Wilhelm Brüggemann Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1050, Absatz (11).
  • Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. Lauenburg i. Pom. 1912, S. 386.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1050, Ziffer (11).
  2. Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht. Berlin/Stettin 1827, S. 285
  3. Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Lanz im ehemaligen Kreis Lauenburg in Pommern (2011).
  4. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. lauenburg_p.html#ew39lauplanz. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).