Zützen (Schwedt/Oder)

Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder

Zützen ist ein Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder im Landkreis Uckermark in Brandenburg.[2]

Zützen
Koordinaten: 53° 1′ 39″ N, 14° 14′ 32″ O
Höhe: 5 m ü. NHN
Einwohner: 442 (2006)[1]
Eingemeindung: 1. August 2001
Postleitzahl: 16303
Vorwahl: 03332
Dorfkirche Zützen
Dorfkirche Zützen
Zützen (Brandenburg)
Zützen
Zützen
Lage von Zützen in Brandenburg

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt fünf Kilometer südwestlich vom Zentrum der Stadt Schwedt/Oder entfernt.[3] Das Dorf auf einer Gemarkungsfläche von 10,83 Quadratkilometer liegt an der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße am Westrand des Odertales. Das Gelände um Zützen ist flach und liegt nur drei bis sechs Meter über dem Meeresspiegel. Die Umgebung ist von Feuchtwiesen (Criewener Eulenbruch), Bruchwäldern (Ritterbruch) und Feldern (Werderfeld) geprägt. Nordwestlich von Zützen steigt das Gelände um ungefähr 50 Meter an (Schlangenberge) und erreicht im Briesenberg 65 m ü. NN. In dieser typisch uckermärkischen Landschaft liegen auch einige abflusslose Sölle, wie der sechs Hektar große Pagelsee oder der als Badegewässer genutzte vier Hektar große Briesensee. Die „Poldern“, der östliche Bereich der Gemarkung Zützen zwischen Oder und Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße mit seinen zahlreichen Altarmen, ist Teil des Nationalparkes Unteres Odertal.

GeschichteBearbeiten

Bodenfunde in der unmittelbaren Umgebung Zützens lassen auf die Existenz von Siedlungen und Wohnstätten seit der Steinzeit schließen. Es handelt sich unter anderem um Faustkeile, eine Stein-Getreidemühle, ein Steinbeil und Skelettgräber. Beim Bau einer Abwasserleitung 1998 wurde ein gut erhaltenes Tongefäß aus der Bronzezeit gefunden. Eine Besiedlung des Gebietes für die Zeit von 700 bis 900 ist mit einer slawischen Handmühle aus Granit belegt.

Seit dem im Jahr 1250 geschlossenen Vertrag von Landin gehörte die Uckermark zu Brandenburg. Die erste Nennung Zützens als „wendischen dorppe tzützen bie der Oder“ findet sich 1354 in einem Vertrag, der große Teile der Uckermark Pommern zuschlug.

Der Ortsname, der sich im Lauf der Zeit über Tzutzen (1354), Czutzen (1355), Zcuzcenow (1527), Zwzenn (1540), Zeutzenn (1541) und Zuetzen (1578) schließlich zum heutigen Zützen wandelte,[4] wird auf das slawische Wort Sosna (Kiefer) zurückgeführt.

1472 bis 1479 kehrten die ostuckermärkischen Gebiete wieder zu Brandenburg zurück. Zützen gehörte bis 1816 zum Stolpirischen Kreis, benannt nach Stolpe, einem Kreis der Uckermark in der Mark Brandenburg und kam danach zum Landkreis Angermünde.[4]

Im Stadtmuseum Schwedt befindet sich der Rest des Zützener Münzfundes aus dem Jahr 1867. Die 316 Vinkenaugen und 5 Prager Groschen stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Das Rittergut Zützen ist durch mehrere Lehnsurkunden belegt. Es lag südlich des als Runddorf angelegten Ortes und bestand bis 1945. Teile des Gutes mit dem „Schloss“ sind heute noch erhalten. Südöstlich vom Schloss schloss sich ein von Peter Joseph Lenné 1832 geplanter Park an, von dem nur noch einige Bäume zu sehen sind.  

Die Gemeinde Zützen entstand 1928 aus dem Gutsbezirk Zützen mit dem Vorwerk Carlsberg. Um das Jahr 1900 bestand das Gut aus 750 Hektar Land, den Bauern standen ca. 30 Hektar zur Verfügung (Angabe aus dem Jahr 1860).

Nach der Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinde Zützen am 1. August 2001[5] entstand westlich des alten Ortskerns nahe der ehemaligen Bundesstraße 2 von Angermünde nach Schwedt eines der vier ausgewiesenen Eigenheimgebiete der Stadt Schwedt/Oder.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Ältestes Gebäude Zützens und heute ein Baudenkmal ist die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtete evangelische Dorfkirche Zützen in der Mitte des Dorfes.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hermann von Heyden (1810–1851), Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, lebte einige Jahre in Zützen
  • Axel von Colmar (1840–1911), königlich preußischer Regierungspräsident und Politiker, Gutsherr in Zützen

LiteraturBearbeiten

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VIII – Uckermark – M–Z. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 21. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-036-4, S. 1182 ff.

WeblinksBearbeiten

Commons: Zützen (Schwedt) – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (Hrsg.): Orts- und Gemeindeverzeichnis Brandenburg. 2007.
  2. Stadt Schwedt/Oder – Ortsteile nach § 45 Kommunalverfassung – Bewohnte Gemeindeteile – Wohnplätze. In: service.brandenburg.de. Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, abgerufen am 11. Oktober 2016.
  3. BrandenburgViewer der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB)
  4. a b Neitmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VIII – Uckermark – M–Z. 2012, S. 1182.
  5. Eingliederung der Gemeinde Zützen in die Stadt Schwedt/Oder Bekanntmachung des Ministeriums des Innern Vom 11. Juli 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 31, Potsdam, den 1. August 2001, S. 550/1 PDF; 1,15 MB