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Wolfgang Kahl (Jurist)

deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer

LebenBearbeiten

Nach dem Studium der Rechts- und Politikwissenschaft in Augsburg und München und der Assistentenzeit bei Reiner Schmidt (Universität Augsburg) sowie einer Lehrtätigkeit an der Hochschule für Politik in München war Kahl nach seiner Habilitation (1999) zunächst Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht an der Justus-Liebig-Universität Gießen (2000–2004) und – als Nachfolger von Peter M. Huber – an der Universität Bayreuth (2004–2009).

Seit 2009 ist Kahl als Nachfolger von Eberhard Schmidt-Aßmann Professor für Öffentliches Recht an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und ebendort geschäftsführender Direktor des Instituts für deutsches und europäisches Verwaltungsrecht (IVR). Ferner leitet er die von ihm 2009 gegründete Forschungsstelle für Nachhaltigkeitsrecht[1] der Universität Heidelberg.

Im Sommersemester 2014 und Wintersemester 2014/15 war Kahl Fellow am Marsilius-Kolleg (Center for Advanced Studies) der Universität Heidelberg.

Bei Kahl habilitierten sich Klaus Ferdinand Gärditz (Universität Bonn), Andreas Glaser (Universität Zürich) und Jan Henrik Klement (Universität Mannheim).

Kahl ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen.

ForschungsschwerpunkteBearbeiten

Kahls Forschungsschwerpunkte liegen im deutschen und europäischen Verfassungs- und Verwaltungsrecht, insbesondere im Allgemeinen Verwaltungsrecht, Nachhaltigkeitsrecht, Umwelt- und Planungsrecht, Energierecht sowie im Bereich der deutschen und europäischen Grundrechte.

Er ist Herausgeber der Schriftenreihe Recht der Nachhaltigen Entwicklung (RNE) und Mitherausgeber des Bonner Kommentars zum Grundgesetz, des Deutschen Verwaltungsblatts (DVBl), der Zeitschrift für Umweltpolitik & Umweltrecht (ZfU) sowie der Zeitschrift für Europäisches Umwelt- und Planungsrecht (EurUP).

Vor der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer berichtete Kahl 2005 in Frankfurt am Main über das Thema „Sprache als Kultur- und Rechtsgut“.

Mitgliedschaften und ÄmterBearbeiten

Kahl ist Mitglied der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer (VDStRL), der Societas Iuris Publici Europaei (SIPE) sowie der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentages (djt). Ferner ist er Gründungs- und Vorstandsmitglied des Heidelberg Center for the Environment (HCE).

Kahl war Mitglied der Enquetekommission des Hessischen Landtags zur Reform der Verfassung des Landes Hessen (2003–2005), des Projektkreises Umweltgesetzbuch (UGB) im Bundesumweltministerium (2006–2007) und des Ständigen Ausschusses des Deutschen Juristen-Fakultätentages (DJFT, 2005–2014). Von 2005 bis 2008 war er Präsidiumsmitglied, von 2008 bis 2014 Vizepräsident des Allgemeinen Fakultätentages (AFT).

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Umweltprinzip und Gemeinschaftsrecht. Eine Untersuchung zur Rechtsidee des „bestmöglichen Umweltschutzes“ im EWG-Vertrag. C. F. Müller, Heidelberg 1993 (Dissertation, Universität Augsburg, 1992).
  • Die Staatsaufsicht. Entstehung, Wandel, Neubestimmung unter besonderer Berücksichtigung der Aufsicht über die Gemeinden. Mohr Siebeck, Tübingen 2000 (Habilitationsschrift, Universität Augsburg, 1999/2000).
  • Die Schutzergänzungsfunktion von Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz. Mohr Siebeck, Tübingen 2000.
  • Hochschule und Staat. Entwicklungsgeschichtliche Betrachtungen eines schwierigen Rechtsverhältnisses unter besonderer Berücksichtigung von Aufsichtsfragen. Mohr Siebeck, Tübingen 2004.
  • (Hrsg.), Nachhaltigkeit als Verbundbegriff, Mohr Siebeck, Tübingen 2009.
  • mit Marcus Schmidtchen: Kommunaler Klimaschutz durch Erneuerbare Energien. Mohr Siebeck, Tübingen 2013.
  • Ökostromförderung und Verfassung, Nomos Verlag, Baden-Baden 2015 (zusammen mit James Bews)
  • (Hrsg.), Nachhaltigkeit durch Organisation und Verfahren, Mohr Siebeck, Tübingen 2016
  • Umweltrecht, 10. Auflage, C.H. Beck, München 2017 (zusammen mit Reiner Schmidt und Klaus Ferdinand Gärditz)
  • Droht die Entmachtung der Verwaltungsgerichtsbarkeit durch die Zivilgerichte?, Mohr Siebeck, Tübingen 2016
  • Nachhaltigkeitsverfassung, Mohr Siebeck, 2018

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Forschungsstelle für Nachhaltigkeitsrecht, Website der Universität Heidelberg, abgerufen am 24. August 2013.