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Wilhelm Füllenbach (* 4. April 1887 in Dümpten bei Mülheim; † 5. Februar 1948 in Düsseldorf) war ein deutscher Jurist und Politiker. Gegen Kriegsende amtierte er 1945 kurzzeitig als ernannter Oberbürgermeister in Düsseldorf.

Füllenbach studierte Rechtswissenschaften und wurde 1906 in Münster promoviert.

Während der Zeit des Nationalsozialismus fungierte Füllenbach mindestens zeitweise als Stadtkämmerer in Düsseldorf. Die Amerikaner eroberten die Stadt am 17. April 1945. Am gleichen Tag ernannten sie auf Hinweis katholischer Geistlicher, die stets die US-Truppen in Deutschland berieten, Füllenbach zum Oberbürgermeister. Anfang Juni 1945 übernahmen die Briten die Aufsicht über Düsseldorf als Teil der britischen Besatzungszone. Füllenbach, der von keinem Parlament abhängig war, stützte sich bei der Wahl seiner Mitarbeiter auf die katholische Kirche, auf frühere Zentrumspolitiker und auf ehemalige Liberale, die Mitglieder DVP gewesen waren. Zudem setzte er sich für die katholische Bekenntnisschule ein und lehnte die bisher bestehenden Gemeinschaftsschulen ab. Dadurch erregte er die Kritik der in Düsseldorf stark verankerten SPD, der Gewerkschaften und der evangelischen Kirche, die konfessionsneutrale Schulen befürworteten. SPD und KPD forderten die Abberufung Füllenbachs. Philipp Auerbach, dem der neu ernannte Regierungspräsident Fuchs die Aufgabe übertragen hatte, „die Vergangenheit von Nationalsozialisten aufzudecken“, konnte anscheinend Informationen beisteuern, die u. a. zur „Entlassung“ Füllenbachs „beitrugen“.[1] Die KPD warf ihm vor, förderndes Mitglied der SS gewesen zu sein. Die Briten entzogen Füllenbach daraufhin die Unterstützung. Füllenbach wurde am 18. September 1945 wieder entlassen.[2] Ein zwischen Meineckestraße und Tersteegenstraße gelegener Straßenzug im Düsseldorfer Stadtteil Golzheim ist Füllenbach zu Ehren nach ihm benannt.[3] Inzwischen ist Füllenbach rehabilitiert worden. 2016 wurde sein Porträt im Düsseldorfer Rathaus aufgehängt.[4]

Sein Urenkel Elias H. Füllenbach[5] ist seit November 2014 Prior des Düsseldorfer Dominikanerklosters.

WerkeBearbeiten

  • Die rechtliche Stellung des Testamentsvollstreckers in den von ihm geführten Rechtsstreitigkeiten und die Wirkungen seines Todes auf diese. Münster i. W. 1910 (Diss. Münster).
  • Bürgerbuch der Stadt Düsseldorf. Sammlung der das Gemeindeleben betreffenden reichs- und staatsgesetzlichen Bestimmungen, Verordnungen und Erlasse der Staatsbehörden. Düsseldorf 1928.

LiteraturBearbeiten

  • Karl H. Neidhöfer: Düsseldorf. Straßennamen und ihre Geschichte. Droste Verlag, Düsseldorf 1979, ISBN 3-77000-494-9.
  • Clemens von Looz-Corswarem, Artikel Füllenbach. In: Ders. / Benedikt Mauer (Hrsg.), Das große Düsseldorflexikon. Köln 2012, S. 249.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hannes Ludyga: Philipp Auerbach (1906–1952): Staatskommissar für rassisch, religiös und politisch Verfolgte. 2005, S. 36.
  2. Peter Hüttenberger: Düsseldorf unter britischer Besatzung. In Hugo Weidenhaupt (Hrsg.): Düsseldorf. Geschichte von den Ursprüngen bis ins 20. Jahrhundert. Band 3. Schwann, Düsseldorf 1989, ISBN 3-491-34223-6, S. 632.
  3. duesseldorf.de - Stadtplanansicht Füllenbachstraße (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/splan7-2.duesseldorf.de
  4. http://www.wz.de/lokales/duesseldorf/ex-ob-fuellenbach-haengt-nun-endlich-in-der-ahnengalerie-1.2214137
  5. http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/kultur/auftakt-fuer-die-weltklasse-schau-1.662842