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Waldbrandkatastrophe im Simi Valley, Oktober 2003
Waldbrand bis hinauf zu den Baumwipfeln (USA, <=2003)
Bodenfeuer in einem Brandenburger Forst (2003)

Ein Waldbrand ist ein Brand in bewaldetem Gebiet. Waldbrände zählen gemeinsam mit den Flurbränden zu den Vegetationsbränden. Waldbrände entstehen meist während Trockenperioden und sind wegen ihrer hohen Ausbreitungsgeschwindigkeit oft gefährlich für Mensch und Tier.[1]

Der Begriff Buschfeuer wird zum Beispiel für große Brände von Busch- und Waldland auf dem australischen Kontinent oder in Afrika verwendet.

UrsachenBearbeiten

Weltweit lassen sich nur etwa vier Prozent aller Waldbrände (in Bezug auf die „Anzahl“ der Brände, nicht auf die abgebrannte Flächengröße) auf natürliche Ursachen zurückführen.[2] Der Rest entfällt auf vorsätzliche Brandstiftung (Brandrodung, Brandstiftung, etwa um Bauland in einem Naturschutzgebiet zu gewinnen) oder Fahrlässigkeit (Unachtsamkeit, beispielsweise durch „wilde“ Lagerfeuer, weggeworfene Zigaretten oder Streichhölzer). Unterschätzte Ursache sind auch heiße Katalysatoren von auf Waldboden abgestellten Autos und Motorrädern. Im März 2018 entzündete die von einer Abfahrt hoch erhitzte Bremsscheibe eines auf den Wiesenhang hingelegten Mountainbikes dürres Gras.[3] Im Osten Deutschlands entsteht ein beträchtlicher Teil der Brände durch Selbstentzündung verrottender Munition aus dem Zweiten Weltkrieg.[4]

Dass Glasflaschen und -scherben die Sonnenstrahlen wie Brenngläser bündeln und somit Laub oder Gras entzünden können, ist höchst unwahrscheinlich, selbst bei hierfür optimalen Umständen.[5][6][7] Sind die Flaschen jedoch mit Wasser gefüllt, so ist ein Entzünden sogar mit einer PET-Flasche möglich.[7][8]

Seltener entstehen Waldbrände durch natürliche Ursachen wie Blitzschlag oder vulkanische Aktivität.

Natürliche WaldbrändeBearbeiten

Zwar sind Waldbrände Bestandteil der Naturdynamik, dennoch haben weniger als 5 % aller Waldbrände in Europa natürliche Ursachen,[9] meist Blitzschlag. In einer Naturlandschaft Mitteleuropas würden sie nur kleinflächig auftreten und eine untergeordnete Rolle spielen. Größere Waldbrände wären ohne den Menschen eine seltenere Erscheinung.

Die natürlichen Wälder Mitteleuropas sind hauptsächlich Laubmischwälder aus Rotbuche und Stieleiche. Sie halten mehr Feuchtigkeit in Biomasse, Boden und Luft und trocknen weniger schnell aus als Nadelholzforste. Eine natürliche Waldzusammensetzung ist so auch ein guter Schutz vor Waldbränden.

Ein Waldbrand wirkt als Störung auf das Ökosystem Wald und ermöglicht das Keimen von Pionierpflanzen. Das Mosaik-Zyklus-Konzept sieht Waldbrände als einen Bestandteil der natürlichen Sukzession des Waldes. So ist ein unbedingtes Verhindern von Waldbränden in Großschutzgebieten nicht immer sinnvoll, da es den natürlichen Kreislauf unterbricht. Solche natürlichen Waldbrände verringern die Menge an brennbarem Totholz und verhindern dadurch selbst ihre allzu häufige Wiederkehr.

In trocken-warmen Klimaten kommt Waldbränden natürlicherweise eine größere Rolle zu, auch wenn sie hier ebenfalls zum allergrößten Teil durch den Menschen erzeugt werden. Die trockene Kraut- und Strauchschicht brennt schnell ab, ohne Altbäume vollständig zu zerstören, und hinterlässt unbewachsenen und durch die Asche gleichzeitig mineralstoffreichen Boden, in dem neue Bäume keimen können. Mammutbäume lassen ihre Samen erst nach einem Waldbrand fallen, wenn genug Platz für Jungbäume entstanden ist, und sind damit ein Beispiel für die Anpassung an solche „Katastrophen“ und deren Bedeutung in der natürlichen Verjüngung des Waldes. Eukalyptus fördert Waldbrände durch seine hohe Brennbarkeit und profitiert von ihnen, indem die Stümpfe besonders schnell wieder austreiben, noch bevor andere Pflanzen sich erholt haben.

Die größten natürlichen Waldbrände finden periodisch in den borealen Nadelwäldern des Nordens – insbesondere in Kanada – statt. Sie gehören hier zur natürlichen ökologischen Dynamik.[10]

EntwicklungBearbeiten

Ein Waldbrand durchläuft in der Regel drei Phasen. Er beginnt als Lauffeuer am Boden, das sich noch leicht bekämpfen lässt. Dieses Lauffeuer kann, besonders bei Nadelgehölzen, auf die Baumwipfel überspringen, was zu dem so genannten Wipfelfeuer und zur schnellen Brandausbreitung führt. Wipfelfeuer lassen sich deutlich schwerer bekämpfen als Bodenfeuer und wachsen sich leicht zur dritten Stufe, dem Totalbrand, aus. Unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas bricht ein solcher Vollbrand zusammen, wenn das ihn stützende Bodenfeuer niedergekämpft werden kann. Enthält die Vegetation anderer Klimazonen weniger Feuchtigkeit, ist er sehr schwer zu löschen.

Zur Ausbreitung eines Feuers im Wald siehe auch Deadman Zone.

StatistikBearbeiten

EuropaBearbeiten

2017 war ein Rekordjahr für Waldbrände in Europa; mehr als 800.000 Hektar Land wurden vernichtet, vor allem in Italien, Portugal und Spanien. 2018 wurden 1.192 Brände auf 181.000 Hektar registriert (siehe auch Dürre und Hitze in Europa 2018#Wald- und Flächenbrände) und 2019 wurden bereits bis Ende April 1.233 Brände gezählt, die 30 Hektar oder mehr Land verbrannten (siehe auch Hitzewellen in Europa 2019#Dürre, Waldbrände und landwirtschaftliche Schäden). Der Zehnjahresdurchschnitt für diese Jahreszeit liegt bei gerade mal 115 Waldbränden.[11]

DeutschlandBearbeiten

In Deutschland traten mit Stand 2019 im langjährigen Schnitt und bei großen Schwankungen etwa 1000 Waldbrände pro Jahr auf, die etwa 500 ha Wald vernichten.[12]

WaldbrandbekämpfungBearbeiten

Aus der LuftBearbeiten

 
Löschflugzeug in Griechenland, 2007

Falls der Brandort auch mit geländegängigen Löschfahrzeugen nicht erreichbar sein sollte, ist die effektivste Methode der Waldbrandbekämpfung der kombinierte Einsatz von Bodentruppen und Löschflugzeugen und -hubschraubern. Ausgebildete Bodentruppen können mit Handwerkzeugen wie z. B. Feuerpatsche einen Waldbrand in Schach halten und kontrolliert die Flammenlängen reduzieren. Bei der Waldbrandbekämpfung mit Luftfahrzeugen wird Löschwasser (mit oder ohne Zusätze) punktuell auf Brandherde abgeworfen. Nachteile dieser Methode sind die großen Gefährdungen der Piloten und Maschinen für die Brandbekämpfung und die fehlenden Nacharbeiten an den Brandherden, die sich ohne händische Kontrolle wieder entzünden können. So starben beispielsweise am 18. Juni 2002 drei Menschen beim Absturz eines Löschflugzeugs in Kalifornien.

In Deutschland kam es zweimal zum Einsatz großer Löschflugzeuge. Beim Brand in der Lüneburger Heide halfen vom 11. bis 16. August 1975 Löschflugzeuge vom Typ Canadair CL-215 des französischen Zivilschutzes aus Marignane. Insgesamt transportierten sie 962.500 l Wasser zum Feuer, was pro Tag und Flugzeug 15 bis 20 Pendelfahrten eines Tanklöschfahrzeugs entspricht. Der zweite Einsatz fand am 26./28. Juli 1983 bei Knesebeck statt, diesmal mit einer Transall C-160 der Luftwaffe, die mit einem Wassertank-Umrüstsatz ausgestattet worden waren. Die Anforderung erfolgte, nachdem die Bundesregierung zugesagt hatte, den Landkreis von den Einsatzkosten freizustellen. Eine weitere Anforderung der Transalls, die dann kostenpflichtig gewesen wäre, ist nie erfolgt, und die Umrüstsätze wurden nach einigen Jahren verschrottet.[13]

In unzugänglichen großen Waldgebieten können Feuerwehrleute als sogenannte „Feuerspringer“ mit einem Fallschirm an den Einsatzort gelangen und dort das Feuer bekämpfen. Dies ist in Europa nicht sehr verbreitet und wird auch als kritisch eingestuft, da die Feuerspringer über keinen gesicherten Rückweg verfügen, wenn sie landen. In Deutschland hält die Deutsche Löschflugzeug Rettungsstaffel (kurz: DLFR) Löschflugzeuge vom Typ PZL M18 Dromader und PZL-106 Kruk zur Bekämpfung von Waldbränden bereit. Die Feuerwehren in Österreich werden bei der Bekämpfung vor allem in alpinen Gebieten hauptsächlich durch Hubschrauber des Bundesheeres unterstützt. Der bei der Feuerwehr installierte Flugdienst hält dazu die notwendigen Löschmittel vor und stellt die notwendigen Löschmannschaften.

In Deutschland liegt die Verantwortlichkeit für den Katastrophenschutz bei den Ländern. Unterstützung aus der Luft sollte daher an erster Stelle das jeweilige Bundesland in Form der Helikopterstaffel seiner Landespolizei gewähren können. Diese Fähigkeit ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich stark ausgeprägt. Die hessische Landespolizei hat Training und Ausrüstung 2006/2007 deutlich verbessert.[14] Die sächsische Landespolizei hat 2009 ihren letzten PZL W-3 Sokół[15] außer Dienst gestellt, und damit den letzten Helikopter, den sie mit der Ausrüstung „Lasthaken“ bestellt hatte. Löscheinsätze aus der Luft sind seither nur noch möglich, wenn Ressourcen anderer Bundesländer oder des Bundes herangeführt werden. Schlagkräftigstes Einsatzmittel sind die für 5000-l-Löschwasserbehälter tauglichen Sikorsky CH-53 des Hubschraubergeschwader 64 der Bundeswehr aus Laupheim und Holzdorf. Aus Kostengründen werden sie nur angefordert, wenn der Einsatzleiter andere Möglichkeiten erschöpft sieht. Im Jahre 2008 waren für den Einsatz im Rahmen des Katastrophenschutzes 7941 € pro Flugstunde plus Personalkosten zu zahlen.[16]

Am BodenBearbeiten

Bei der Bekämpfung wird zwischen Wipfelbrand und Bodenbrand unterschieden.

Beim Bodenbrand ist ein Ansatz die Errichtung von Brandschneisen. Dabei wird in Abhängigkeit von den erwarteten maximalen Flammenlängen ein Wundstreifen angelegt, in dem sämtliches brennbares Material entfernt oder kontrolliert abgebrannt wird, damit der Waldbrand sich dort nicht weiter ausbreiten kann. Jedoch kann es durch Funkenflug zu einem Überspringen der Brandschneise kommen und die Bodentruppen dadurch durch Feuer im Rücken gefährden.

Bei den meisten Waldbränden gibt es Probleme mit der Wasserversorgung, da die nächsten Wasserentnahmestellen oft weit entfernt sind. Außerdem ist das Einsatzgebiet vor allem im Gebirge oft nur schwer zugänglich. Man muss eine Löschwasserförderung über lange Wegstrecken aufbauen. Dazu sind mehrere Feuerlöschpumpen notwendig. Da das Wasser aber immer nur an der Oberfläche des Laubes bleibt, muss man trotzdem mit Schaufeln und Feuerpatschen das Feuer ausschlagen oder dem Löschwasser ein Netzmittel zumischen, welches die Oberflächenspannung des Wassers vermindert.[Beleg?]

Für solche Einsätze ist immer eine große Anzahl von Feuerwehrleuten notwendig, die für eine effektive Brandbekämpfung auch eine spezialisierte Ausbildung durchlaufen müssen.

Eine sehr spezielle Löschmöglichkeit ist das Sprengschlauchverfahren. Dieses Verfahren wurde 1996 von den Entwicklern Ries und Rosenstock unter dem Namen 2RS-System registriert. Die Sprenglöschung erfolgt durch die Anwendung von speziell gefertigten, kunststoffummantelten Schläuchen, die mit Wasser gefüllt werden. Der Schlauch mit typisch 25 cm Durchmesser ist mit einer Sprengstoffschnur (maximal 40 g Sprengstoff pro Meter) versehen. Durch Ausbringung und Füllen der Schläuche in der Nähe der Brandstelle oder Brandfront kann durch Zündung der Sprengsätze das Wasser fein zersprengt nahe an den Brandherd gebracht werden. Dadurch kann der Brand gelöscht und die Umgebung gekühlt werden.[17]

Prävention und GefährdungslageBearbeiten

 
Feuerwachturm auf den Calvörder Rabenberg (Calvörde)
 
Löschwasserteich zwischen Oldendorf und Eschede (Niedersachsen)
 
Die Cessna 206H Stationair des Feuerwehrflugdienstes Niedersachsen zur Waldbrandbeobachtung

Ein wichtiger Aspekt ist das rechtzeitige Erkennen von Waldbränden, da der zum Löschen nötige Aufwand mit der Zeit exponentiell wächst. Deshalb werden Patrouillen oder in Feuerwachtürmen stationierte Brandwächter eingesetzt.

In Deutschland wird seit 2002 zur frühzeitigen Erkennung von Waldbränden ein automatisiertes System zur Raucherkennung (FireWatch) eingesetzt. Dabei wird mittels eines optischen Sensors und einer automatischen Software zur Raucherkennung ein Brand bereits im Entstehungsstadium (Schwelbrand) erkannt. Die Methode gestattet die Erkennung von Rauchwolken bis zu einer Entfernung von 15 km innerhalb von durchschnittlich 4 Minuten. Durch die Übertragung von Bildfolgen und Koordinaten in die Waldbrandzentralen ist eine effektive Einsatzleitung möglich. Heute werden mit 280 Sensoren des Systems FireWatch weltweit 4,5 Millionen Hektar Wald überwacht (Stand 01/2011).

Allein 174 optische Sensoren des Systems FireWatch suchen in den Sommermonaten in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen in allen gefährdeten Waldgebieten flächendeckend nach Rauch. Auch wird die Bevölkerung aufgefordert, gesichtete Waldbrände sofort der Feuerwehr zu melden. Auch von Piloten werden immer wieder Waldbrände über die Flugsicherung den Alarmzentralen der Feuerwehr gemeldet. In Niedersachsen wird zur Waldbrandbeobachtung auch der Feuerwehr-Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsens eingesetzt. Ähnliche Einsätze von Luftbeobachtern (Personal von Feuerwehr, Forstverwaltung oder Landratsämtern) zusammen mit Piloten der Luftrettungsstaffel gibt es in Bayern[18][19]

In Deutschland wird die Gefahr eines Waldbrandes nach einem je nach Bundesland vier- oder fünfstufigen Waldbrandindex ermittelt. Je bekannter diese Gefährdungslage ist, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, Waldbrände zu verhindern, jedoch hat die Erfahrung gezeigt, dass viele Brandstifter sich durch bekannte Waldbrandwarnungen zum Zündeln animiert sehen.

Darüber hinaus werden aus Präventionsgründen in waldbrandgefährdeten Gebieten entsprechende Wasservorräte angelegt. So wurden in Niedersachsen nach der Waldbrandkatastrophe 1975 an vorhandenen Seen, Fischteichen oder Kiesgruben Löschwasser-Entnahmestellen eingerichtet und in besonders gefährdeten Gebieten Löschwasserteiche angelegt, um eine schnelle und effiziente Wasseraufnahme durch Löschfahrzeuge zu ermöglichen. Wo Fließgewässer zur Wasserentnahme fehlten, legte man ausgediente Heizöltanks als Löschwasser-Vorratstanks mit jeweils zwischen 20.000 und 100.000 Liter Wasser in die Erde.[Beleg?]

Beim Waldbrand am 23. März 2014 im Bereich Jungherrntal, Lilienfeld, Niederösterreich kam es durch noch aus dem Zweiten Weltkrieg abgelagerte oder abgeworfene Maschinengewehrmunition und Granaten zu zahlreichen Explosionen, Schüssen und Stichflammen, die die Löscharbeiten behinderten.[20][21]

Waldbrandgefahr und WaldbrandwarnungBearbeiten

 
Warntafel (tschechisch-deutsch)

Zur Berechnung der Gefährdungslage von Waldbränden verwendet man Wetterwerte wie Lufttemperatur, der relativen Luftfeuchte, der Windgeschwindigkeit, Niederschlagsrate und die kurz- und langfristigen Niederschlagssummen, sowie kurz- und langwellige Strahlung.[22]

Aber nicht allein meteorologische Parameter sind ausschlaggebend für die Waldbrandgefahr, sondern auch der Vegetationsstand. Zeigerpflanzen (sie zeigen bestimmte Umweltbedingungen, wie den Stickstoffgehalt des Bodens, Luftverschmutzung oder Nässe bzw. Trockenheit an) spielen eine wichtige Rolle. Mit ihnen wird die phänologische Entwicklung des Waldbodenbewuchses und des Kronenraums abgeschätzt. Wenn das frische Ergrünen der Bodenvegetation und die Belaubung der Kronen abgeschlossen sind, wird die Ausbreitung der Waldbrände gedämpft und die Gefahr niedriger bewertet. Nicht alle Baumarten sind gleichermaßen zündanfällig. Waldbrandstatistiken zeigen, dass unterschiedliche Bestandstypen in unterschiedlichem Maße von Waldbränden bedroht sind. Es hat sich deshalb als sinnvoll und ausreichend erwiesen, die Waldlandschaften – je nach ihrer Zünd- und Brennfähigkeit – zu beurteilen. Die mit dieser Klassierung verbundenen Gefährdungskorrekturen werden bei der abschließenden Bewertung des lokalen Waldbrandrisikos berücksichtigt.

Einstufungssysteme sind beispielsweise:

  • Fire Weather Index (FWI/Indice forêt météo, IFM) von Météo France und Meteorological Service of Canada: auf meteorologischen Kenngrößen, Index bis zu 30, oder sechsstufige Skala (very low bis extreme, EFFIS);[23] zugrundeliegende Werte sind Fine Fuel Moisture Code (FFMC), Duff Moisture Code (DMC), Drought Code (DC), Buildup Index (BUI), Initial Spread Index (ISI); dazu kommt noch das Daily Severity Rating (DSR) und andere Einstufungen
  • Waldbrandrisikostufe (Waldbrandgefahrenklasse) der EU-Kommission, sie klassifizierte die Wälder Europas in verschiedene Stufen der Gefährlichkeit (dreistufig: A/hohes, B/mittleres, C/geringes Risiko)[24]
  • Waldbrandgefährdung, Deutsches System des DWD: aus Waldbrandgefahrenklasse (nach Gebiet, vier), Waldbrandgefahrenindex (WBI/M-68, vier/fünf), Waldbrandgefahrenwarnstufe (vier/fünf)

Warnsysteme (und Webseiten):

  • Meteoalarm: für ganz Europa, übernimmt die nationalen Warnstufen in das vierstufige Gesamtsystem Grün – Gelb – Orange – Rot; Flurbrand (Gras-, Schilf-, Heidebrand und Ähnliches) werden unter dieser Warnstufe miterfasst.
  • EFFIS (European Forest Fire Information System):[25] Das gemeinsame europäische Warnsystem, gibt das französisch-kanadische Einstufungssystem
  • ALPFFIRS (Alpine Forest Fires):[26] Warnverbund des Alpenraumes

ForschungBearbeiten

 
Verbrannter Wald nahe Kastro / Insel Thasos
 
Detail eines bei einem Buschfeuer ausgebrannten Baumes im Okavangodelta (2019)

Das Global Fire Monitoring Center in Freiburg im Breisgau ist seit 1998 die einzige europäische Forschungsstelle zur Sammlung von Daten im Zusammenhang mit Waldbränden. Leiter dieser Zweigstelle des Max-Planck-Instituts für Chemie ist Professor Johann Georg Goldammer, der im Auftrag der Vereinten Nationen (UN International Strategy for Disaster Reduction (UN-ISDR)) am Global Fire Monitoring Center (GFMC) u. a. im Rahmen seiner Professur für Feuerökologie mit Hilfe seiner Forschung Strategien zur globalen Waldbrandbekämpfung entwickelt.[27][28][29][30]

Im alpinen Raum wurde das Projekt „ALP FFIRS“ (Alpine Forest Fire Warning System) durchgeführt.[31] Ziele des Projektes waren waren vorbeugende Maßnahmen zur Verringerung von Schäden im Zusammenhang mit Waldbränden. Dazu wurde ein gemeinsames Warnsystems für den Alpenraum unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Wetterbedingungen entwickelt. Die Hauptaufgabe bestand in der Bereitstellung einer Entscheidungshilfe für die Behörden und Feuerwehren. Ein einheitlicher Gefährdungsindex soll die alpinweite Vergleichbarkeit der Warnstufen ermöglichen. Projektpartner waren 14 öffentliche Institutionen wie Wetterdienste, Universitäten, regionale und nationale Behörden aus dem Alpenraum (5 aus Italien, 3 aus der Schweiz, 2 aus Österreich, 2 aus Slowenien, je 1 aus Frankreich und Deutschland).

An der Universität für Bodenkultur Wien wurde im Rahmen der Österreichischen Forschungsinitiative Waldbrand (AFFRI – Austrian Forest Fire Research Initiative)[32][33] die Häufigkeit, Verteilung und die Gefahr von Waldbränden in Österreich untersucht. In Abhängigkeit von Vegetation, Klima und menschlichem Einfluss soll das Auftreten und Verhalten von Waldbränden in gefährdeten Waldökosystemen modellhaft beschrieben werden. AFFRI verfolgte die beiden Ziele, „hot spots“ für Waldbrände in Österreich in Abhängigkeit von Vegetation, Klima und Lage zu identifizieren und einen Waldbrand-Simulator für österreichische Verhältnisse zu entwickeln.

Im Rahmen von AFFRI sowie von ALP FFIRS und FIRIA wurde eine öffentlich zugängliche Waldbrand-Datenbank für Österreich erstellt.[34] Sie umfasst sämtliche an der Universität für Bodenkultur in Wien, Institut für Waldbau, erhobenen Vegetationsbrände seit 1993.

In Australien beschäftigt sich das Buschfeuer-Forschungszentrum mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen von Buschfeuern.

In der LiteraturBearbeiten

Die seinerzeit berühmte Erzählung Der Waldbrand von Leopold Schefer schilderte einen Riesenwaldbrand in Kanada im Jahre 1827. Norman Maclean beschreibt in Junge Männer im Feuer[35] (1994) den Mann-Gulch-Waldbrand 1949 in Montana, der 13 Männer das Leben kostete.[36]

Historische WaldbrändeBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Peter Lex: Bekämpfung von Waldbränden, Moorbränden, Heidebränden. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Die roten Hefte, Nr. 26. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin und Köln 1996, 164 S., ISBN 3-17-014033-7.
  • Ehrenfried Liebeneiner: Waldbrand-Berichte. Aus dem Walde, Heft 34. Schaper, Hannover 1981, 256 S.
  • Autorenkollektiv: Waldbrandschutz. Das Lernprogramm für Forstverwaltung, Feuerwehr und Katastrophenschutz usw. AID-Nr. 3643. 3 CD-ROMs. Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AID) e. V., Bonn 2000, ISBN 3-8308-0026-6.
  • Hans-C. König: Waldbrandschutz. Kompendium für Forst und Feuerwehr. Edition GefahrenAbwehr; Supplement (Band 1). Fachverlag Grimm, Berlin 2007, 197 S., ISBN 978-3-940286-01-7.
  • Jan Südmersen (Hrsg.): SER – Wald- und Flächenbrandbekämpfung, ecomed Verlag, Landsberg 2008.
  • Hans Heinrich Ziemann: Waldbrände: Feuerland Kalifornien. In: Geo-Magazin. Hamburg 1979, Heft 2, S. 78–96. Informativer Erlebnisbericht über die „Hölle“ mit einer Energie von 250 Hiroshima-Atombomben. ISSN 0342-8311

WeblinksBearbeiten

  Commons: Waldbrände – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jürgen Suda, Florian Rudolf-Miklau (Hrsg.): Bauen und Naturgefahren: Handbuch für konstruktiven Gebäudeschutz. Springer-Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-7091-0680-8, S. 68 (books.google.de).
  2. Wälder in Flammen, WWF-Waldbrandstudie, 2009, S. 4 (PDF).
  3. Vorarlberg : Überhitzte Mountainbike-Bremsscheibe verursacht Waldbrand faz.net, 26. März 2018, abgerufen 8. April 2018.
  4. Waldbrandstatistik 2010 (Memento des Originals vom 30. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/forst.brandenburg.de, Landesbetrieb Forst Brandenburg: Waldbrandstatistik 2010. (Während nur 11 Brände der Selbstentzündung alter Munition gesichert zugeordnet werden konnten, verursachten diese mehr als 85 % der verbrannten Fläche.)
  5. Die Krux mit den Glasscherben. Universität für Bodenkultur Wien, 7. Juni 2012, abgerufen am 5. Juni 2019 (Ausführliche Zusammenfassung der ursprünglichen Quelle: Verursacht Glas Waldbrände?, AFZ Der Wald, Ausgabe 18/2007).
  6. Christoph Drösser: Stimmt's / Stimmt’s ?: Glas unter der Lupe. In: Die Zeit Nr. 39, 16. September 2004.
  7. a b mdr.de: Können Glasscherben Waldbrände auslösen? | MDR.DE. Abgerufen am 26. August 2019.
  8. Waldbrand durch PET-Flasche: Test entflammt das Internet. Abgerufen am 26. August 2019.
  9. Waldbrände, WWF-Hintergrundinformation, Juli 2005
  10. Peter Hirschberger: Wälder in Flammen – Ursachen und Folgen der weltweiten Waldbrände. WWF Deutschland, Berlin 2012.
  11. Sam Morgan: Schon jetzt mehr Waldbrände als im ganzen Jahr 2018. In: euractiv.de. 16. Mai 2019, abgerufen am 16. Mai 2019.
  12. Risiko regional unterschiedlich. Wie Sie Waldbrände vermeiden können . In: t-online.de, 24. April 2019. Abgerufen am 24. April 2019.
  13. Steffen Thomas Patzelt: Waldbrandprognose und Waldbrandbekämpfung in Deutschland – zukunftsorientierte Strategien und Konzepte unter besonderer Berücksichtigung der Brandbekämpfung aus der Luft (Memento des Originals vom 31. Januar 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ubm.opus.hbz-nrw.de Dissertation, Johannes Gutenberg- Universität Mainz, 2008, S. 202 ff. (PDF; 3 MB)
  14. Chronik der Polizeihubschrauberstaffel Hessen, abgerufen am 1. Januar 2015.
  15. Die Sokol W-3A der Polizei Sachsen (Memento des Originals vom 4. Mai 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.polizei.sachsen.de, abgerufen im Juni 2011.
  16. Hilfeleistungen der Bundeswehr bei Naturkatastrophen oder besonders schweren Unglücksfällen und im Rahmen der dringenden Nothilfe. (PDF; 177 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Ministerialblatt des Bundesministeriums der Verteidigung (VMBl) 2008 – Seite 2. Bundesministeriums der Verteidigung, 6. Februar 2008, archiviert vom Original am 8. Januar 2014; abgerufen am 1. Juli 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.add.rlp.de
  17. Achmed A. W. Khammas: Löschen von Waldbränden durch Wegsprengen. In: Telepolis. 29. August 2007, abgerufen am 1. Januar 2015.
  18. Luftbeobachtung in Unterfranken und Niederbayern
  19. Waldbrandüberwachung; Organisation der Luftbeobachtungsflüge im Bayernportal
  20. Christian Teis: Bezirksfeuerwehrkommando LILIENFELD – Kriegsmunition behindert Löscharbeiten bei Waldbrand. In: bfkdo-lilienfeld.at. 22. März 2014, abgerufen am 1. Januar 2015.
  21. Lilienfeld: Explosionen bei Waldbrand. In: orf.at. 22. März 2014, abgerufen am 1. Januar 2015.
  22. Waldbrandgefahr. ZAMG (abgerufen 4. Mai 2016).
  23. Canadian Wildland Fire Information System. cwfis.cfs.nrcan.gc.ca
  24. Susanne Kaulfuß: Gesetzliche Grundlagen bei der Waldbrandvorbeugung waldwissen.net, abgerufen 4. Mai 2016.
  25. forest.jrc.ec.europa.eu/effis
  26. Alpine Forest Fire Warning System
  27. Süddeutsche Zeitung Nr. 34, 11. Februar 2009, S. 2, von Claudia Fromme
  28. GFMC Global Fire Monitoring Center, gegründet Oktober 1998.
  29. natur&kosmos Interview mit Johann G. Goldammer zur Waldbrandsituation (29. August 2000) (Memento des Originals vom 1. Juli 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fire.uni-freiburg.de
  30. Forschung: Feuerökologie (Memento des Originals vom 10. Juni 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fire.uni-freiburg.de
  31. ALP FFIRS. In: alpffirs.eu. 12. März 2014, abgerufen am 1. Januar 2015.
  32. Austrian Forest Fire Research Initiative (AFFRI 1: 2008–2012) ; später startete AFFRI 2 – Forschungsinitiative Waldbrand
  33. Waldbrand::Institut für Waldbau (WALDBAU). In: wabo.boku.ac.at. Abgerufen am 1. Januar 2015.
  34. Waldbrand Datenbank Österreich. In: boku.ac.at. Abgerufen am 7. Juli 2018.
  35. Norman Maclean, Young Men and Fire, excerpt. In: press.uchicago.edu. Abgerufen am 1. Januar 2015.
  36. Karl E. Weick: The collapse of sensemaking in organizations: The Mann Gulch disaster In: Administrative Science Quarterly: Band 38, Nummer 4, 1993; ABI/INFORM Global, S. 628.