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Marktgemeinde
Waizenkirchen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Waizenkirchen
Waizenkirchen (Österreich)
Waizenkirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Grieskirchen
Kfz-Kennzeichen: GR
Fläche: 34,24 km²
Koordinaten: 48° 20′ N, 13° 51′ OKoordinaten: 48° 19′ 49″ N, 13° 51′ 30″ O
Höhe: 367 m ü. A.
Einwohner: 3.735 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 4730
Vorwahl: 07277
Gemeindekennziffer: 4 08 31
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 3
4730 Waizenkirchen
Website: www.waizenkirchen.at
Politik
Bürgermeister: Fabian Grüneis (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
14
6
3
2
14 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Waizenkirchen im Bezirk Grieskirchen
AistersheimBad SchallerbachEschenau im HausruckkreisGallspachGaspoltshofenGeboltskirchenGrieskirchenHaag am HausruckHeiligenbergHofkirchen an der TrattnachKallhamKematen am InnbachMeggenhofenMichaelnbachNatternbachNeukirchen am WaldeNeumarkt im HausruckkreisPeuerbachPollhamPöttingPramRottenbachSt. AgathaSt. Georgen bei GrieskirchenSt. ThomasSchlüßlbergSteegenTaufkirchen an der TrattnachTolletWaizenkirchenWallern an der TrattnachWeibernWendlingOberösterreichLage der Gemeinde Waizenkirchen im Bezirk Grieskirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick vom Süden auf Waizenkirchen
Blick vom Süden auf Waizenkirchen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Waizenkirchen ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Grieskirchen im Hausruckviertel mit 3735 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Grieskirchen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Waizenkirchen liegt auf einer Höhe von 367 m ü. A. im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 8,8 km, von West nach Ost 8,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 34,2 km², 9,6 % der Fläche sind bewaldet, 79,6 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 56 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Manzing, Waizenkirchen und Weidenholz.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten; rechts in Blau ein goldener, rot gewaffneter, aus Rachen und Ohren feuersprühender, aufgerichteter Panther; links ebenfalls in Blau auf grünem Boden eine silberne, schwarz geöffnete und rot gedeckte Kirche mit rechts vorgebautem Turm, goldenem Knauf und Kreuz auf Turmspitze und Langhaus.“
Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß.
Der goldene Panther in Blau deutet auf Georg Achaz von Losenstein, der als damaliger Inhaber der Herrschaft Weidenholz die Markterhebung und Wappenverleihung im Jahr 1593 durch Kaiser Rudolf II. erwirkte. Die Kirche spricht für den Ortsnamen.

GeschichteBearbeiten

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Der Name Waizenkirchen ‑ eigentlich „Wazenkirchen“ erscheint erstmals um das Jahr 1150 im Salbuch des Stiftes Reichersberg.

Waizenkirchen war bis 1923 Zentrum des Gerichtsbezirkes Waizenkirchen und wurde nach dessen Auflösung dem Gerichtsbezirk Peuerbach zugeschlagen. Gleichzeitig wurde die Gemeinde aus dem Bezirk Eferding herausgelöst und Teil des Bezirks Grieskirchen.

PolitikBearbeiten

Bürgermeister Wolfgang Degeneve von der ÖVP ist im Sommer 2018 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten, er war der Nachfolger von Josef Dopler. Die ÖVP hält seit Beginn der Zweiten Republik die absolute Mehrheit und stellte sämtliche Bürgermeister. Am 11. November 2018 fand die Bürgermeisterwahl statt, es kandidierten Fabian Grüneis (ÖVP), Gerhard Kaltseis (FPÖ) und Andreas Aumayr (Grüne). Grüneis wurde zum Bürgermeister gewählt.[2]

Chronik der Bürgermeister
  • 1970–1995: Franz Haslehner (ÖVP)
  • Josef Dopler
  • –2018 Wolfgang Degeneve (ÖVP)[2]
  • 2018– Fabian Grüneis (ÖVP)[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 3602 Einwohner, 2001 dann 3660 Einwohner.

WirtschaftBearbeiten

Größte Arbeitgeber in der Gemeinde sind die Firmen Weigl (Aufzüge), Bauernfeind (PVC-Rohre), Guschlbauer (Großbäckerei), Isolena (Schafwolldämmstoffe) und die Marktgemeinde. Es gibt auch zahlreiche Vieh- und Getreidebauern, sowie eine gut gewachsene Infrastruktur.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche Waizenkirchen
 
Altarbild („Maria, Hilfe der Christen“, 1755) von Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt)
  • Pfarrkirche Waizenkirchen: den Hll. Aposteln Petrus und Paulus geweiht, mit gotischem Hauptportal und Altarbildern des Malers Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt, und einer neuen Orgel.
  • Altenheim-Kapelle: Die Altenheimkapelle ist dem Hl. Nikolaus geweiht. Die Kapelle besitzt Statuen und einen bemerkenswerten Altar.
  • Schloss Weidenholz: Das Wasserschloss Weidenholz aus dem 13. Jahrhundert ist von einem Wassergraben umgeben. Der goldene Panther im Gemeindewappen erinnert an den ehemaligen Schlossbesitzer Georg Achaz von Losenstein. Unter ihm wurde das Dorf Waizenkirchen zum Markt erhoben. Heute beherbergt das Schloss die Landesmusikschule.
  • Schloss Hochscharten: Seit 1989 war Schloss Hochscharten in Besitz des Rechtsextremisten und Industriellen Robert Wimmer, vor kurzem ist es an einen Immobilienentwickler aus Peuerbach verkauft worden. Zum Unmut der Waizenkirchener Bevölkerung wurden hier vom Verein von Robert Wimmer Freundeskreis für Kultur und Zeitgeschichte regelmäßig Veranstaltungen der Neonazi-Szene abgehalten. Auch prominente Holocaustleugner wie David Irving und Gerd Honsik traten dort auf.[3][4]
  • Wilhelm Kienzl-Museum: im Geburtshaus des Komponisten Wilhelm Kienzl ist ein Gedenkzimmer eingerichtet, und am Haus selbst (Wilhelm-Kinzl-Straße Nr. 1) ist eine Gedenktafel angebracht
  • Aschachtal: Das Aschachtal Natura-2000-Gebiet befindet sich auf der Strecke zwischen Waizenkirchen und Aschach. Entlang dem Fluss, der Aschach, liegt eine Quelle mit kalkarmem Wasser, welche sehr gern von der heimischen Bevölkerung aufgesucht wird. Das Waldgebiet des Aschachtals wird von vielen Tierarten bewohnt.
  • Gedenkstätte für verstorbene SS-Kämpfer in Stillfüssing: Eine Gedenkstätte für 13 in den letzten Kriegstagen bei Kämpfen getöteten SS-Kämpfer der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“. Diese war bis ins Jahr 2015 Pilgerstätte für des rechtsextremen Kameradschaftsverbandes „Kameradschaft IV[5][6] und wird weiterhin vom lokalen Kameradschaftsbund mit Unterstützung der Gemeinde[7] gepflegt. Nach einer Beschädigung durch einen Verkehrsunfall im Februar 2015 wurde das Denkmal saniert und teils neu errichtet.[8]

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Franz Haslehner († 2019), Bürgermeister von Waizenkirchen 1970–1995[9]

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

 
Gedenktafel zur Erinnerung an die beiden Bischöfe aus Waizenkirchen
  • Hans Hueber (1813–1889), österreichischer Maler, unterwies Kaiserin Elisabeth in der Malerei
  • Hermann von Schmid (1815–1880), österreichischer Schriftsteller
  • Engelbert Lanz (1820–1904), Komponist, Organist und Musikpädagoge
  • Juliane Wimmer (Schwester Franziska Serafika, 1824–1886), Gründerin der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen von Vöcklabruck
  • Cölestin Baumgartner (1844–1934), österreichischer Benediktiner und 1890–1929 Abt des Stiftes Lambach, Politiker (Landtagsabgeordneter)
  • Franz Maria Doppelbauer (1845–1908), 1889–1908 katholischer Bischof der Diözese Linz
  • Wilhelm Kienzl (1857–1941), österreichischer Komponist, sein berühmtestes Werk ist die Oper Der Evangelimann
  • Johannes Maria Gföllner (1867–1941), 1915–1941 katholischer Bischof der Diözese Linz
  • Josef Hager (1873–1924), Bauer und Politiker
  • Johann Hofer (* 1940), Versicherungskaufmann und ehemaliger Politiker (ÖVP)
  • Wolfgang Mayrhuber (1947–2018), Vorstandsvorsitzender der Lufthansa AG
  • Franz Hiesl (* 1952), österreichischer Politiker (ÖVP), Landeshauptmann-Stellvertreter von Oberösterreich
  • Helga Amesberger (* 1960), österreichische Ethnologin, Soziologin und Politikwissenschaftlerin

Personen mit Beziehung zur GemeindeBearbeiten

  • Johann Evangelist Habert (1833–1896), katholischer Kirchenmusiker und Komponist, 1857–1860 Lehrer in Waizenkirchen
  • Botho Coreth (1871–1942), Unternehmer und Politiker
  • Johann Nepomuk David (1895–1977) österreichischer Komponist, 1920–1924 Volksschullehrer in Waizenkirchen
  • Martin Humer (1925–2011), Fotograf und Aktivist, bekannt als der 'Pornojäger'
  • Josef Mayr (* 1967), Landwirt und Politiker (ÖVP)

SportBearbeiten

  • Österreichische Turn- und Sportunion Waizenkirchen: In Waizenkirchen gibt es die Österreichische Turn- und Sportunion Waizenkirchen mit zahlreichen Sektionen. Aushängeschild ist die Sektion Tischtennis, die in der Herrenbundesliga spielt und eine eigene Halle besitzt. Weitere Sektionen sind Tennis, Schach, Skisport etc.
  • SV Waizenkirchen: weiters gibt es den 1948 gegründeten SV Waizenkirchen mit den Sektionen Fußball und Stockschießen. Nach etlichen Jahren in der Bezirksliga West spielt der SVW zurzeit in der 1. Klasse.
  • Sportstätten:
    • als weitere Sportstätten stehen Turnhallen im Schulzentrum Waizenkirchen, ein Freibad mit Sprunganlage, eine von der örtlichen Alpenvereingruppe betriebene Kletterhalle, ein Beach-Volleyballplatz, drei Tennisplätze, eine Tischtennishalle, ein Fußballplatz (und ein Trainingsfeld), eine Asphaltstockschießanlage und ein Fun-Court zur Verfügung.
    • Auf dem Teich des Schloss Weidenholz – und in kalten Wintern auf der Aschach – kann man Eisstockschießen und Schlittschuhlaufen.

BildungBearbeiten

  • Kindergarten, Krabbelstube
  • Volksschule
  • Neue Mittelschule
  • Landwirtschaftsschule: Fachschule und EDV
  • Landesmusikschule

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. a b c orf.at: Waizenkirchen hat jüngsten Bürgermeister. Artikel vom 11. November 2018, abgerufen am 11. November 2018.
  3. Heribert Schiedel: Der rechte Rand. Extremistische Gesinnungen in unserer Gesellschaft. Edition Steinbauer, Wien 2007, S. 92ff, ISBN 978-3-902494-25-2
  4. Parlaments-Protokoll (Memento des Originals vom 29. September 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.parlinkom.gv.at
  5. „Schlampiger Unfall mit der NS Vergangenheit“ – Oberösterreichische Nachrichten
  6. Lauter Protest am stillen SS Gedenken – Der Standard
  7. Ehrung der pflegenden Kameradschaftsbundmitglieder durch Bürgermeister Degeneve
  8. Ausrutscher endete im Soldatendenkmal
  9. https://www.meinbezirk.at/grieskirchen-eferding/c-lokales/franz-haslehner-aus-waizenkirchen-verstorben_a3232803 (abgerufen am 13. April 2019)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Waizenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien