Voiswinkel

Ortsteil von Odenthal

Voiswinkel (das „i“ ist ein Dehnungs-i, Aussprache daher Voohswinkel mit Betonung auf der zweiten Silbe) ist ein Ortsteil in Unterodenthal in der Gemeinde Odenthal im Rheinisch-Bergischen Kreis. Es liegt auf einer Anhöhe zwischen Bergisch Gladbach und Odenthal.

Voiswinkel
Gemeinde Odenthal
Koordinaten: 51° 1′ 1″ N, 7° 6′ 38″ O
Höhe: 127 m ü. NN
Postleitzahl: 51519
Vorwahl: 02202
Voiswinkel (Odenthal)
Voiswinkel

Lage von Voiswinkel in Odenthal

Land- und Jugendheim von Dominikus Böhm
Land- und Jugendheim von Dominikus Böhm

InfrastrukturBearbeiten

Voiswinkel, das von der Odenthaler Straße als nord-südliche Hauptverkehrsachse durchquert wird, unterhält als einzige Bildungseinrichtung eine katholische Grundschule.[1] Zu deren Einzugsgebiet gehört auch der Küchenberg. Im Schwarzbroich, das mit Voiswinkel einen geschlossenen Siedlungsbereich bildet im Westen des Dorfes, liegt der kommunale Friedhof.

GeschichteBearbeiten

Östlich von Voiswinkel hat man mittelsteinzeitliche Artefakte gefunden. In einer Urkunde von 1344 wird ein Hermann de Voyswinkels erwähnt. Voiswinkel gehörte in dieser Zeit zum Hofgericht Scherf und zur Honschaft Grimßgewalt.[2]

Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Miselohe, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als Dorf ohne Kirche kategorisiert wurde und mit Voswinckel bezeichnet wurde. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Voiswinkel. Aus ihr geht hervor, dass Voiswinkel zu dieser Zeit Teil von Unterodenthal in der Herrschaft Odenthal war.[3]

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde die Herrschaft aufgelöst. Voiswinkel wurde politisch der Mairie Odenthal im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Odenthal im Kreis Mülheim am Rhein.

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824, auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 und abb der Preußischen Neuaufnahme von 1892 auf Messtischblättern regelmäßig als Voiswinkel verzeichnet.

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Wohn-

gebäude

Kategorie
1822[4] 92 Ackergüter
1830[5] 119 Ackergut
1845[6] 118 17 Ackergüter
1871[7] 126 25 Hofstelle
1885[8] 143 28 Ortschaft
1895[9] 139 29 Ortschaft
1905[10] 130 27 Ortschaft

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In Voiswinkel steht das Land- und Jugendheim des Architekten Dominikus Böhm. Heute trägt es den Namen Haus Sonnenberg und ist im Besitz der Katholischen Jungen Gemeinde.

KirchenBearbeiten

 
Kirche St. Engelbert in Voiswinkel
 
Pavillon der evangelischen Kirche in Voiswinkel

Im Dorf liegt die römisch-katholische St.-Engelbert-Kirche, die unter dem Patrozinium des Engelbert I. von Köln steht und deren Zukunft als Filialkirche von St. Pankratius in Odenthal ungewiss ist.[11] Gegenüber liegt der Pavillon des evangelischen Kirchgemeindebezirks Voiswinkel, der zur Kirchgemeinde Zum Heilsbrunnen in Bergisch Gladbach-Hebborn gehört.

KulturBearbeiten

Besonders gepflegt wird in Voiswinkel die Karnevalskultur mit dem jährlich stattfindenden Umzug.[12]

LiteraturBearbeiten

  • Rudolf Wesenberg, Albert Verbeek: Die Denkmäler des Rheinlandes. Band 19, Rheinland-Verlag/L. Schwann Verlag, 1964, S. 141 (im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Katholische Grundschule Voiswinkel abgerufen am 22. Mai 2019
  2. Gerd Müller: Odenthal, Geschichte einer Bergischen Gemeinde, Herausgegeben von der Gemeinde Odenthal, Odenthal 1976.
  3. Wilhelm Fabricius : Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
  4. Alexander A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 1. Karl August Künnel, Halle 1821.
  5. Friedrich von RestorffTopographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830
  6. Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], [1845]
  7. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  8. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  9. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  10. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft XII), Berlin 1909.
  11. Kirche St. Engelbert abgerufen am 22. Mai 2019
  12. Karneval in Voiswinkel abgerufen am 22. Mai 2019