User Experience Design

Gestaltung von Nutzererfahrung
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User Experience Design (UXD, UED oder XD) beschreibt den Prozess der Gestaltung von einer Customer Journey eines Nutzers bei einer Service- oder Produktinteraktion, wie beispielsweise digitalen Oberflächen und bildet einen Bestandteil des Phänomen der User Experience.[1] Diese Interaktion mit einem Produkt[2] wird durch das Zusammenspiel von Benutzerfreundlichkeit, Usability, visuellem Design, Interaktionsdesign, Content-Strategie, Benutzeroberflächen, Typografie und Funktionalität geschaffen.

Die Themenbereiche von User Experience Design

Dabei werden die Gestaltung einer Interaktion, wie beispielsweise Interfacedesign, oder auch der Bedeutung des Designs für den Benutzer, wie der Erkenntnis einer haptischen Scrollbewegungen oder eines Buttons miteinander vereint. Diese Bedeutungen für definierte Services und Produkte, können vom Nutzer erkannt und aufgenommen werden.[1] UX Design bildet daher „den Oberbegriff für alle Management-Methodiken, die für die Verbesserung von Prozessen, Strukturen und Produkten die aus der Perspektive der Kundenzentrierung genutzt werden“ – Gablers Wirtschaftslexikon, 2020[1]

UrsprungBearbeiten

User Experience Design ist eine konzeptionelle Designdisziplin und dessen Ursprung liegt in dem Entwurf von Systemen die die Erfahrung des Benutzers berücksichtigen. Dabei liegt die Konzentration darauf eine Verbindung zwischen menschlichen Benutzern, Maschinen und deren Umfeld zu schaffen.[3][4]

Mit der Verbreitung von Computern am Arbeitsplatz in den frühen 1990er Jahren wurde die User Experience zu einer positiven Erkenntnis für Designer. Donald Norman, Professor und Forscher auf den Gebieten Design, Benutzerfreundlichkeit und Kognitionswissenschaften, prägte den Begriff „User Experience“ und brachte ihn einem breiteren Publikum nahe.[5][6]

„I invented the term because I thought human interface and usability were extremely good. I wanted to cover all aspects of the person’s experience with the system including industrial design graphics, the interface, the physical interaction and the manual. Since then the term has spread widely, so much so that it is starting to gain its meaning.“ – Donald Norman, 2007[7]

Designwissenschaftler und -praktiker Don Norman bildet eine Zugangsmöglichkeit für alle, die einen Bezug auf ihre geschäftliche Sichtweise durch die User Experience Design-Community zu schaffen. Norman behauptet, dass, wenn Designer Menschen nur als Kunden, Verbraucher und Nutzer beschreiben, Designer ihre Fähigkeit, gutes Design zu machen, zulassen.[8]

Bestandteile von User Experience DesignBearbeiten

Experience DesignBearbeiten

Experience Design (XD) ist die Praxis der Gestaltung von Produkten, Prozessen, Dienstleistungen, Events, Veranstaltungen, Omnichannel-Journeys und Umgebungen mit einem Schwerpunkt auf der Qualität einer Benutzererfahrung und kulturell relevanten Lösungen.[9] Experience Design wird nicht von einer einzigen Designdisziplin bestimmt – stattdessen erfordert sie eine disziplinübergreifende Perspektive, die mehrere Aspekte der Marke / des Geschäfts / des Umfelds / der Erfahrungen von Produkt, Verpackung und Einzelhandelsumgebung bis hin zur Kleidung und Einstellung der Mitarbeiter berücksichtigt. Experience Design versucht, die Erfahrung eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Veranstaltung entlang einer oder aller der folgenden Dimensionen zu entwickeln: [10]

  • Dauer (Einführung, Eintauchen, Abschluss und Fortsetzung)
  • Intensität (Reflex, Gewohnheit, Engagement)
  • Breite (Produkte, Dienstleistungen, Marken, Nomenklaturen, Kanäle/Umwelt/Werbung und Preis)
  • Interaktion (passiv ↔ aktiv ↔ interaktiv)
  • Auslöser (alle menschlichen Sinne, Konzepte und Symbole)
  • Bedeutung (Sinn, Status, Emotion, Preis und Funktion)

Anfängliche ForschungBearbeiten

Eine anfängliche Forschung zu dem Themenfeld des Produkts und dem Wettbewerb ist entscheidend für die User Experience.[11] User Experience Design bezieht sich auf Designansätze wie die Mensch-Computer-Interaktion und benutzerzentriertes Design. UX Design beinhaltet zudem Elemente aus ähnlichen Disziplinen wie Interaktionsdesign, visuellem Design, Informationsarchitektur, Benutzerforschung und vielen mehr.

PersonasBearbeiten

Der zweite Teil der Forschung besteht darin, den Endbenutzer und den Zweck der zu erstellenden Anwendung zu verstehen. Auch wenn dies dem UX-Designer klar zu erscheinen mag, werden die besten Ergebnisse erzielt, wenn sich der UX Designer in die Rolle des Benutzers hineinversetzt. Dazu kommen sog. Personas zum Einsatz.

Personas sind fiktionale Personen, die Charakteristiken wie dem Namen, der Altersgruppe, dem Beruf, Hobbys, Gründen wie und warum sie handeln sowie die Wünsche und Problematiken für die Erstellung eines Produkts verdeutlichen. Diese abstrakt generierten Ergebnisse aus der Forschung und Erfahrung werden gebündelt und helfen bei der Entwicklung einer benutzerfreundlichen Anwendung.[12]

Visuelles DesignBearbeiten

Visuelles Design, auch bekannt als Grafikdesign, User Interface Design, Kommunikationsdesign und visuelle Kommunikation, repräsentiert die Ästhetik oder das Look-and-Feel des Frontends einer jeden Benutzeroberfläche. Die grafische Anordnung von Oberflächenelementen wird oft als visuelle Gestaltung wahrgenommen. Der Zweck des visuellen Designs besteht darin, visuelle Elemente wie Farben, Bilder und Symbole zu verwenden, um dem Publikum eine Botschaft zu vermitteln. Grundlagen der Gestaltpsychologie und der visuellen Wahrnehmung bieten eine kognitive Perspektive um effektive visuelle Kommunikation zu schaffen.[13]

InformationsarchitekturBearbeiten

Informationsarchitektur ist die Kunst und Wissenschaft der Strukturierung und Organisation von Informationen in Produkten und Dienstleistungen zur Unterstützung der Benutzerfreundlichkeit und Auffindbarkeit.[14] Sie soll intuitiv bedienbar sein und sich an das Verhalten der Zielgruppe anpassen.

Im Kontext der Informationsarchitektur sind Informationen sowohl vom Wissen als auch von Daten getrennt und liegen verschwommen dazwischen. Es handelt sich um Informationen über Objekte.[15] Die Objekte können von Websites über Software-Anwendungen bis hin zu Bildern u. a. reichen. Metadaten sind ein zusätzlicher Faktor: Begriffe, die zur Beschreibung und Darstellung von Inhaltsobjekten wie Dokumenten, Personen, Prozessen und Organisationen verwendet werden. Zur Informationsarchitektur gehört auch die Strukturierung von Seiten und deren Navigation.[16]

InteraktionsdesignBearbeiten

Interaktionsdesigns ist ein wesentlicher Bestandteil des User Experience Designs, bei dem die Interaktion zwischen Benutzern und Produkten im Fokus steht.[17] Ziel des Interaktionsdesigns ist es, ein Produkt zu entwickeln, welches intuitiv und effizient nutzbar ist und den Benutzern ermöglicht, ihr Vorhaben über eine leichte und intuitive Handhabung zu erreichen.[18][19]

Die derzeitige starke Betonung des User-zentrierten Designs und der starke Fokus auf die Verbesserung der Benutzererfahrung machen Interaktionsdesigner zu einem entscheidenden Faktor bei der Konzeption von Produkten, welche den Erwartungen der Benutzer entsprechen sollen und die Standards der neuesten User-Interface-Muster und -Komponenten erfüllen.[20]

In den letzten Jahren hat sich die Rolle des Interaktionsdesigners von der reinen Konzentration auf die Spezifikation von User Interface-Komponenten und deren Kommunikation mit Ingenieuren hin zu einer Situation verlagert, in der Designer mehr Freiheit haben kontextbezogene Schnittstellen zu entwerfen, die den Bedürfnissen des Users gerecht werden.[21] Aus diesem Grund hat sich User Experience Design zu einem multidisziplinären Designzweig entwickelt, der zahlreiche technische Aspekte vom Motion Graphic Design über die Animation bis hin zur Programmierung umfasst.[21]

BenutzerfreundlichkeitBearbeiten

Benutzerfreundlichkeit oder auch Usability ist das Ausmaß, in dem ein Produkt von bestimmten Benutzern verwendet werden kann, um festgelegte Ziele mittels Effektivität, Effizienz und Zufriedenheit in einem bestimmten Nutzungskontext zu erreichen.[22] Je einfacher, effizienter und effektiver die Bedienung eines Produktes ist, desto höher ist dessen Usability.

Die Benutzerfreundlichkeit ist in allen von Menschen benutzten Arbeitsgeräten enthalten und wird sowohl auf digitale als auch auf nicht-digitale Geräte ausgeweitet. Es handelt sich also um eine Untergruppe der User Experience, welche jedoch nicht vollständig abgeschlossen ist. Der Abschnitt der Benutzerfreundlichkeit, der sich mit dem User Experience Design überschneidet, bezieht sich auf die Fähigkeit des Menschen, ein System oder eine Anwendung zu benutzen. Gute Benutzerfreundlichkeit ist für eine positive Benutzererfahrung unerlässlich, garantiert sie aber nicht allein.[23]

Benutzerfreundlichkeit ist ein objektives Qualitätsmerkmal von User Experience Design, welche durch Usability-Tests getestet werden kann. Dennoch stehen im Fokus der Usability die auftretenden Probleme der Interaktion eines Produktes und weniger die subjektive Wahrnehmung der Nutzer.

BarrierefreiheitBearbeiten

Die Zugänglichkeit oder auch Accessibility eines Systems beschreibt dessen leichte Verständlichkeit, Nutzung und Erreichbarkeit. Im Hinblick auf die Gestaltung der User Experience kann sie auch mit der allgemeinen Verständlichkeit der Informationen und Funktionen zusammenhängen. Sie trägt dazu bei, die mit einem System verbundene Lernkurve zu verkürzen, durch ein selbsterklärendes Handling. Zugänglichkeit kann in vielen Kontexten auch mit der Einfachheit einer Anwendung für Menschen mit Behinderungen in Verbindung gebracht werden und fällt unter Benutzerfreundlichkeit.[24]

Web Content Accessibility GuidelinesBearbeiten

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 decken ein breites Spektrum von Empfehlungen ab, um Web-Inhalte leichter zugänglich zu machen. Dies macht im Allgemeinen Web-Inhalte für Benutzer besser verwendbar. Werden Inhalte für alle Arten von Benutzern besser nutzbar und leichter zugänglich gemacht, verbessert dies die gesamte User Experience eines Benutzers.[25]

Webseiten, die den Web Content Accessibility Guidelines entsprechen, sind auch für Menschen mit motorischen und sensorischen Einschränkungen zugänglich. Diese können die bereitgestellten Informationen erfassen und notwendige Eingaben tätigen.

Mensch-Computer-InteraktionBearbeiten

Die Mensch-Computer-Interaktion befasst sich mit dem Design, der Bewertung und Implementierung interaktiver Computersysteme für den menschlichen Gebrauch und mit der Untersuchung der wichtigsten Phänomene, die diese umgeben.[26]

User Experience DesignprozessBearbeiten

Forschung und Vorbereitung des DesignsBearbeiten

Benutzermodelle oder Personas sind zusammengesetzte Muster, die auf Verhaltensmustern basieren, welche während der Forschung, mittels einer Recherche, aufgedeckt wurden. Personas bieten Designern eine präzise Art des Denkens und der Kommunikation: Wie sich Benutzergruppen verhalten, in welchem Umfeld sie sich befinden, wie sie denken, was sie erreichen wollen und warum. Sobald diese erstellt sind, helfen Personas dem Designer, die Ziele der Benutzer in bestimmten Zusammenhängen zu verstehen, was besonders während der Ideenfindung und zur Bewertung von Designkonzepten nützlich ist. Andere Arten von Modellen umfassen Workflow-Modelle, Produktmodelle und physikalische Modelle.[27]

DesignprozessBearbeiten

Wenn der Designer die Bedürfnisse und Ziele des Benutzers erkannt hat, beginnt er mit der Skizzierung des Wireframes. Diese Stufe definiert die High-Level-Struktur des Bildschirmlayouts, den Produktfluss sowie das Verhalten und die Organisation des Produkts. Es gibt viele Arten von Materialien, die in dieser sich wiederholenden Phase beteiligt sein können, von Whiteboards bis hin zu Papierprototypen. Während die Wireframes eine Gesamtstruktur für das Produktverhalten festlegen, konzentriert sich ein paralleler Prozess auf das visuelle und gewerbliche Design. Der visuelle Gestaltungsrahmen definiert die Erlebniswerte, die Bildsprache und den visuellen Stil.[28]

Sobald ein solider und stabiler Rahmen geschaffen ist, werden die Wireframes von skizzierten Storyboards auf Bildschirme in voller Auflösung übersetzt, die die Benutzeroberfläche auf einem Pixelniveau darstellen. An diesem Punkt ist es für das Programmierteam entscheidend, eng mit dem Designer zusammenzuarbeiten. Ihr Input ist notwendig, um ein fertiges Design zu schaffen, welches gebaut werden kann und gebaut wird, während es dem Konzept treu bleibt.[28]

Im Designprozess werden neben der Nutzungsphase des Produktes weitere Aspekte, wie den Touchpoints zukünftiger Nutzer mit dem Produkt währen und nach der Nutzung in den Designprozess einbezogen.[29]

Anforderungen an User Experience DesignBearbeiten

UX-Designer führen eine Vielzahl verschiedener Aufgaben aus und nutzen daher eine Reihe von Methoden, um ihre Design-Ideen und Forschungsergebnisse den Interessengruppen zu vermitteln.[30]  Was die physischen Arbeitsergebnisse betrifft, so hängen die Anforderungen stets vom Kunden oder der Organisation ab, die am Entwurf eines Produkts beteiligt sind. Die vier wichtigsten Ergebnisse sind: Eine Titelseite, eine Einführung in das Feature, Wireframes und die dazugehörige Versionsgeschichte.[31]

Je nach Art des Projekts können die Spezifikationsdokumente auch Ablaufmodelle, kulturelle Modelle, Personas, Benutzergeschichten, Szenarien und jegliche vorherige Benutzerrecherche enthalten.[30]  Die Dokumentation von Designentscheidungen in Form von kommentierten Wireframes gibt dem Entwickler die notwendigen Informationen, die er für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts in Codesprache benötigt.[32]

TestphaseBearbeiten

Usability-Tests sind die am häufigsten von Designern verwendete Methode, um ihre Entwürfe zu testen. Die Grundidee hinter der Durchführung eines Usability-Tests besteht darin, zu überprüfen, ob das Design eines Produkts oder einer Marke bei den Zielnutzern gut ankommt. Bei der Durchführung von Usability-Tests wird auf zwei Dinge getestet: Ob das Design eines Produkts oder einer Marke bei den Zielnutzern gut ankommt, und wenn es nicht erfolgreich ist, wie es verbessert werden kann. Die Designer führen Usability-Tests in jeder Phase des Designprozesses durch.[33]

Usability-Tests werden durchgeführt, indem Benutzern verschiedene Aufgaben gegeben werden, die sie an Prototypen durchführen müssen. Alle Fragen oder Probleme, mit denen die Benutzer konfrontiert werden, werden gesammelt, und diese Erkenntnisse werden verwendet, um Änderungen am Design vorzunehmen und die Testphase zu wiederholen.[34] Der Grundgedanke der Tests ist die „Bewertung, nicht die Erstellung“ eines Produktes.[35]

Die Testphase ist daher ein essentieller Faktor des User Experience Designs, da sich diese unmittelbar auf das Endprodukt auswirkt und somit die Assoziation der Nutzer zu dem Produkt beeinflusst. Eine positive User Experience stärkt eine langfristige Kundenbindung. Kommt es hingegen zu einer negativen User Experience verlieren die Kunden ihr Vertrauen in die Marke.[29]

Beispielhafte TestsBearbeiten

UX Design ToolsBearbeiten

User Experience Design kann durch diverse Techniken und Tools umgesetzt werden: User Interface Design, Lean-Start-up-Methode, Co-Creation, Value Proposition Design, Business Modell Canvas, Agiles Management, Open Space, Minimum Viable Product, User Story, Use Case, Storytelling, Persona, Consumer Need, Design Thinking, User Experience Tools, How Why Laddering, Silent Clustering und Design Charrette.[1]

Durch die Verwendung dieser Techniken und Tools soll eine Positionierung "aus der Sicht des Kunden" geschaffen werden.[1]

Bedeutung von UX Design für UnternehmenBearbeiten

User Experience Design hat einen großen Mehrwert auch für den Anbieter von Produkten und Services, obwohl diese auf den ersten Blick für die Kunden entwickelt und optimiert werden. Dennoch werden Produkte und Services auch oft aus anderen Gründen, wie beispielsweise Einsparungen, optimiert. In der Praxis werden daher neue Produkte und Services vom "Produktmanagement unter Berücksichtigung von Produktionsbedingungen, Finance, Legal, Vertrieb usw. entwickelt".[1] Erst beim Launch eines Produktes, bzw. dem Markteintritt, wird klar, ob die Kunden ein Produkt oder einen Service annehmen und dieser erfolgreich wird, weshalb ein Entscheidungsdruck für das Unternehmen schon im frühen Stadium entsteht.

"Durch ein konsequentes User Experience Design tritt diese Entscheidungsdruck viel später und in viel abgeschwächter Form auf, um finanzielle Risiken zu minimieren, Entwicklungsprozess zu beschleunigen und Entscheidungen länger am Markt bleiben".[1]

UX DesignerBearbeiten

Visuelle DesignerBearbeiten

Der Visuelle Designer (VisD) stellt sicher, dass die visuelle Darstellung des Entwurfs den Inhalt effektiv kommuniziert und Hinweise auf das erwartete Verhalten des Produkts gibt. Gleichzeitig ist der visuelle Designer für die Vermittlung der Markenideale im Produkt und für die Schaffung eines positiven ersten Eindrucks verantwortlich; wenn das Produkt Hardware beinhaltet, wird diese Verantwortung wird mit dem Industriedesigner geteilt. Im Wesentlichen sollte ein visueller Designer ein Maximum an Benutzerfreundlichkeit in Verbindung mit maximaler Erwünschtheit anstreben. Der visuelle Designer muss nicht zwingend über herausragende künstlerische Fähigkeiten verfügen, sondern das Thema auf eine wünschenswerte Art und Weise vermitteln.[37]

User Interface DesignerBearbeiten

Das Design von Benutzerschnittstellen (UI) ist der Prozess der Herstellung von Schnittstellen in Software oder computergestützten Geräten mit Schwerpunkt auf dessen Aussehen oder Stil. Das Ziel der Designer ist es, Designs zu schaffen, die für die Benutzer einfach und angenehm zu benutzen sind. UI-Design bezieht sich typischerweise auf grafische Benutzeroberflächen, umfasst aber auch z. B. sprachgesteuerte Oberflächen.[38]

InteraktionsdesignerBearbeiten

Interaktionsdesigner (IxD) sind dafür verantwortlich, zu verstehen und zu spezifizieren, wie sich das Produkt verhalten soll. Diese Arbeit überschneidet sich in einigen wichtigen Punkten mit der Arbeit sowohl der visuellen als auch der Industriedesigner. Beim Entwurf physischer Produkte müssen Interaktionsdesigner frühzeitig mit Industriedesignern zusammenarbeiten, um die Anforderungen an physische Eingaben zu spezifizieren und die Verhaltensauswirkungen der dahinterstehenden Mechanismen zu verstehen. Während des gesamten Projekts kreuzen sich die Wege der Interaktionsdesigner mit denen der visuellen Designer. Visuelle Designer leiten die Diskussionen über die Marke und die emotionalen Aspekte des Erlebnisses, Interaktionsdesigner kommunizieren die Priorität von Informationsfluss und Funktionalität in der Schnittstelle.[39]

User Experience in VideospielenBearbeiten

Auch in Videospielen werden User-Experience-Design Strategien erfolgreich angewendet. User Experience in Videospielen hat sich durch eine höhere Bild- und Auflösungsqualität enorm verbessert.[40] In der Vergangenheit hatten die ursprünglichen Nintendo-Spielsysteme sehr verschwommene und verzerrte Grafiken und boten den Benutzern keine klaren grafischen Inhalte auf dem Bildschirm. Mit dem Wunsch, den Spielern ein besseres Benutzererlebnis und eine bessere Benutzeroberfläche zu bieten, kam es zur Entwicklung eines neuen 3D-Spieldesigns.[41] Die Erweiterung um ein 3D-Bildsystem gab den Designern neue Optionen, die Usability des Spiels zu gestalten, und ermöglichte es Spielern von 3D-Spielen, eine virtuelle 3D-Karte zu erkunden, wie unter anderem in Mario Bros. Die Entwicklung der neuen 3D-Animation hat eine Reihe von Weiterentwicklungen grafischer Inhalte angestoßen und führte insgesamt zu einer realitätsnäheren Spielabbildung.[42]

Konsolen wie PlayStation 4 und Xbox One sind die neuesten Konsolen der nächsten Generation, die realistische Grafiken darstellen, welche den Spielern eine aufregende Benutzererfahrung bieten. Spiele, die Grafiken auf hohem Niveau aufweisen, sind beispielsweise Grand Theft Auto V, NBA 2K19, und Madden NFL 19. In Madden and NBA können die Benutzer mit ihren realen Lieblingssportlern spielen, die im Spiel fast lebensecht aussehen. Die Grafik zeigt sogar Tätowierungen und bestimmte ausgeprägte Gesichtszüge der echten Sportler.[43] Darüber hinaus haben Verbesserungen der Handlungserzählung dazu geführt, dass die Benutzeroberflächen von Videospielen viel positive Resonanz der Fans erhalten und der Erfolg der Spiele vorangetrieben werden konnte.[44] Laut Robin Burks „beinhaltet das Spielen eines Videospiels mehr Interaktion als das Ansehen eines Films oder einer Fernsehserie. Beispielsweise werden Szenen angehalten, während die Spieler gezwungen sind, zu entscheiden, wer lebt und wer stirbt: und manchmal müssen die Spieler diese Entscheidung schnell treffen. Diese Interaktion bedeutet, dass der Spieler Teil der Geschichte wird und nicht nur ein inaktiver Teilnehmer“. Die schnelle Entscheidungsfindung in Videospiel-Handlungssträngen beeinflusst die Art und Weise, wie Spieler ihre eigene Benutzererfahrung gestalten. Unter bestimmten Umständen könnten Benutzer vor der Entscheidung über Leben oder Tod zwischen zwei ihrer Lieblingscharaktere stehen. Für Spieler, die sich emotional in das Spiel versetzen, machen die realistischen Grafiken das Ganze wesentlich authentischer und spannender.

AusblickBearbeiten

User Experience Design kann in vielen traditionellen Prozessen eingesetzt werden und wird aktuell mit Lean Management, Design Thinking und anderen agilen Methoden in wenigen deutschen Unternehmen genutzt. Aktuell trifft man häufig auf eine Mischform von User Experience Design.[1]

Weiterführende ArtikelBearbeiten

ReferenzenBearbeiten

  1. a b c d e f g h Dr. Klaus Kuenen: User Experience Design. Gabler Wirtschaftslexikon, abgerufen am 18. Juli 2020.
  2. Schmidt, Aaron; Amanda Etches (2014). Useful, Usable, Desirable: Applying User Experience Design.
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