Union Herford

Sportverein aus Herford
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Union Herford (offiziell: Spielvereinigung Union 08 Herford e. V.) war ein Sportverein aus Herford. Die erste Fußballmannschaft spielte zwei Jahre in der höchsten Amateurliga Westfalens, während die erste Handballmannschaft viele Jahre in der viertklassigen Oberliga Westfalen spielte.

GeschichteBearbeiten

Von der Gründung bis zum Zweiten WeltkriegBearbeiten

Union Herford wurde im Jahre 1908 als BV Union Herford gegründet. Im Jahre 1927 wurde aus dem BV Union die Spielvereinigung Union. In der Saison 1914/15 nahm die Union an der Bezirksmeisterschaft Ravensberg/Lippe teil. Gegen die Bielefelder Vereine VfB 03, Arminia, SC Eintracht und Westfalia Brackwede waren die Herforder chancenlos und blieben ohne Punktgewinn.[1] Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gelang im Jahre 1922 der Sprung in die Gauliga Westfalen, die seinerzeit die höchste Spielklasse war. Vier Jahre später wurde die Union Sechster in der 15 Mannschaften umfassenden, mittlerweile 1. Bezirksklasse Westfalen genannte Spielklasse.

Kurios verlief die Saison 1927/28, als die Herforder ihr Heimspiel gegen Arminia Bielefeld mit 1:10 verloren, dafür aber das Spiel auf der Bielefelder Alm mit 2:1 gewannen. Ein Jahr später verpasste die Union die neu geschaffene eingleisige Bezirksliga Westfalen. In diese stieg die Mannschaft 1930 als Vizemeister der 1. Bezirksklasse Westfalen-Ost hinter dem SSV Ahlen auf. Nach dem Wiederaufstieg konnte dreimal in Folge der Klassenerhalt als Vorletzter gesichert werden. Dementsprechend wurde die Union 1933 nicht in die neu geschaffene Gauliga Westfalen aufgenommen und musste in der zweitklassigen Bezirksklasse antreten.

In dieser kam die Mannschaft nicht über Mittelfeldpositionen hinaus und traf ab 1934 auf den späteren Fusionspartner SuS Herford. Zur Saison 1944/45 wurde die Union ohne sportliche Qualifikation in die Gauliga aufgenommen. Kriegsbedingt konnten die Herforder nur zwei Spiele absolvieren: Gegen die KSG Bielefeld, einer Kriegsspielgemeinschaft der Bielefelder Vereine Arminia und VfB 03 gab es ein 2:2. Das zweite Spiel wurde gegen die Sportfreunde Rot-Weiß Paderborn, aus dem nach mehreren Fusionen der heutige SC Paderborn 07 wurde, mit 0:3 verloren.[2]

NachkriegszeitBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte die Union zunächst mehrere Jahre in der Bezirksklasse, ehe 1951 mit 56:4 Punkten die Meisterschaft errungen werden konnte. Die Mannschaft stieg zunächst in die kurzlebige 2. Landesliga Westfalen auf und wurde ein Jahr später in die Landesliga aufgenommen, die damals die höchste Amateurliga Westfalens war. Dort wurde die Union auf Anhieb Dritter und blieb in den folgenden Jahren eine Spitzenmannschaft. Höhepunkt war die Saison 1955/56, als die Herforder beide Spiele gegen Arminia Bielefeld gewinnen konnten und die Saison punktgleich mit dem SVA Gütersloh beendeten. Das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft im neutralen Brackwede gewannen die Gütersloher mit 1:0.[3]

Die Union spielte nun in der neu geschaffenen Verbandsliga Westfalen weiter und stieg prompt als abgeschlagener Tabellenletzter ab. In der ersten Runde des Westdeutschen Pokals 1957/58 trafen die Herforder auf den FC Schalke 04 und unterlagen mit 1:8. 1959 gelang der Wiederaufstieg in die Verbandsliga. Im Saisonverlauf schlug die Union den FC Lübbecke gar mit 11:1. Nach einem zehnten und einem achten Platz wurde in der Spielzeit 1961/62 mit Rang vier der sportliche Zenit erreicht. Zwei Jahre später folgte der erneute Abstieg aus der Verbandsliga.

Mit drei Punkten Rückstand auf SuS Lage wurde der direkte Wiederaufstieg verpasst. Im Jahre 1967 konnte noch einmal der vierte Platz in der Landesliga erreicht werden, ehe sich die Union ein Jahr später mit dem 1907 gegründeten VfB Einigkeit Herford zum Herforder SC 07/08 zusammenschloss. Dieser wurde 1971 Vizemeister der Landesliga hinter dem TuS Sennelager und stieg ein Jahr später als Tabellenletzter ab. Daraufhin fusionierte der Herforder SC mit SuS Herford zum SC Herford.[4]

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jens Kirschneck, Marcus Uhlig, Volker Backes, Olaf Bentkämper, Julien Lecoeur: Arminia Bielefeld – 100 Jahre Leidenschaft. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-479-0, S. 227.
  2. Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 1: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890 bis 1963. Deutsche Meisterschaft, Gauliga, Oberliga. Zahlen, Bilder, Geschichten. AGON Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1, S. 262.
  3. Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1952–1958. Hövelhof 2012, S. 151.
  4. Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 374.