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Und weg bist Du ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2012, der unter der Regie von Jochen Alexander Freydank nach einem Drehbuch von Monika Peetz entstand und das Thema Sterben verarbeitet. Die Hauptrollen in der Tragikomödie spielen Christoph Maria Herbst und Annette Frier. Die Fernsehpremiere war am 4. September 2012 auf Sat.1. Insgesamt schauten 3,05 Mio. Zuschauer zu.[1] Der Film wurde am 17. Mai 2013 mit dem Bayerischen Fernsehpreis für die beste Regie ausgezeichnet.[2]

Filmdaten
OriginaltitelUnd weg bist Du
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2012
Länge93 Minuten
AltersfreigabeFSK 6
Stab
RegieJochen Alexander Freydank
DrehbuchMonika Peetz
ProduktionMarc Conrad
MusikIngo Frenzel
KameraEgon Werdin
SchnittPhilipp Schmitt
Besetzung

HandlungBearbeiten

Jela Becker, junge Mutter einer Tochter, erhält von ihrer behandelnden Ärztin die Diagnose Eierstockkrebs. Sie hat nur noch wenige Wochen zu leben. Ab diesem Zeitpunkt wird sie von Gevatter Tod begleitet. Jela erhofft sich 4 Wochen Aufschub, um den achten Geburtstag ihrer Tochter noch zu erleben. Noch weiß sie nicht, wie sie es ihrer Tochter Lucy erklären soll, dass sie bald nicht mehr für sie da sein kann. Auch Ehemann Tom muss sich nun auf die Rolle des alleinerziehenden Vaters vorbereiten.

Gevatter Tod entwickelt im Laufe der Zeit Sympathie für Jela, die ihn hoffen lässt, sich in der Tür geirrt zu haben. Deshalb wählt er die nörgelnde Nachbarin Frau Griek als sein nächstes Opfer aus. Diese jedoch erweist sich als hartnäckig und strotzt vor Gesundheit und Lebenswillen. Trostsuchend beginnt Jela den Tod als Liebhaber anzusehen, der sie zum Zeitpunkt ihres Ablebens umarmt. Nur so lässt sich der Abschiedsschmerz ertragen.

KritikenBearbeiten

„Dank des brillant aufspielenden Christoph Maria Herbst als gelangweilter Sensenmann inszenierte Oscar-Preisträger Jochen Alexander Freydank […] das ernste Thema recht locker und unterhaltsam. […] Witzig: der Kurzauftritt von Uwe Ochsenknecht als Großkotz, der direkt zu Beginn vom Tod abgeholt wird.“

– prisma.de[3]

„Geht das: eine Art Komödie über eine schwer krebskranke Frau, Mutter, Ehefrau? Noch dazu auf dem Sat-1-Platz am Dienstagabend, der in der Regel unter dem Label „Romantic Comedy“ läuft, damit die Zuschauer beim Privatfernsehen vor lauter Tiefgang und Traurigkeit nicht gleich wegschalten? Ja, es geht. Es geht sogar überraschend gut, was bei „Und weg bis du“ nicht zuletzt an den Hauptdarstellern Annette Frier und Christoph Maria Herbst liegt.“

– Tagesspiegel[4]

„Metapherreich, was sich Regisseur Jochen Alexander Freydank da ausgedacht hat, denn auch in der griechischen Sage ist Charons Fähre über die Styx der entscheidende Schritt in die Unterwelt. […] Der Film wird kein Drama, sondern zur Tragikomödie, auch oder gerade dank Herbst, dem ‚Stromberg‘-gestählten Witzbold. Offenbar ein Sujet, an das sich so recht kein Regisseur wagen wollte. Denn laut Produzent Marc Conrad hagelte es mehrere Absagen. Conrad spricht von 25, die alle ‚Muffensausen‘ vor einer sensiblen und schwierigen Tragikomödie gehabt hätten, bis Freydank gefunden wurde, der 2009 für ‚Spielzeugland‘ mit dem Oscar für den besten Kurzfilm ausgezeichnet wurde.“

– Stern[5]

„Aus dieser Konstellation hätte ‚Und weg bist Du‘ […] eine furchtbar abgeschmackte Klamotte werden können, aber Regisseur Jochen Alexander Freydank (‚Spielzeugland‘) hat eine bezaubernde, berührende Tragikomödie daraus gemacht.“

„Frier und Herbst gehen in ihrem ersten gemeinsamen Film eine eigenartige Symbiose ein, die sich getrost als skurrile Liebesgeschichte bezeichnen lässt. […] Von einer Klamotte, die sich über eine tödliche Krankheit lustig macht, ist der Film bei alldem weit entfernt. Stattdessen überwiegen die nachdenklichen Momente. Es geht um das Abschiednehmen und um das bewusste Leben. ‚Und weg bist du‘ ist dennoch ein leichtes Werk, da es mit Situationskomik aufwartet […] Der Film ist dabei vor allem ein Appell an das Leben. Und das macht er gut. Mit den Nebendarstellern Ruth Maria Kubitschek, Uwe Ochsenknecht und Emma Schweiger in ihrer ersten Rolle ohne Papa Til an ihrer Seite.“

– WAZ[7]

„Gelungene Gratwanderung zwischen Lustspiel und Tragödie. Christoph Maria Herbst und Annette Frier sind eine wunderbare Besetzung für dieses romantische Paar. […] Regisseur Jochen Alexander Freydank […] sorgt ohnehin dafür, dass ‚Und weg bist Du‘ nicht zum Lustspiel wird, obwohl es dem Drehbuch wahrlich nicht an Pointen und Slapstickszenen mangelt. Schon allein die wunderbar gelungene Gratwanderung zwischen Lustspiel und Tragödie macht diesen von Marc Conrad initiierten und produzierten Film zu einem ganz besonderen Werk. Peetz und Freydank gelingt das seltene Kunststück, dass man Tränen vor Lachen und aus Mitgefühl vergießt, zumal auch die nicht minder exzellent verkörperten Nebenrollen enorm zur guten Laune beitragen.“

– chrismon[8]

HintergrundBearbeiten

Der Film wurde in Köln gedreht.[9] Zum Soundtrack des Films gehören The Suburbs von Arcade Fire, I will survive von Gloria Gaynor, Try Again von Keane und Surfacing von Chapel Club. Seit dem 5. September 2012 ist der Film auch auf DVD und Blu-ray Disc im Handel erhältlich.[10]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jan Schlüter: «Und weg bist du»: Starke Quoten für Sat.1. In: Quotenmeter.de. 5. September 2012. Abgerufen am 15. Februar 2015.
  2. Bericht auf der Webseite des Senders 3sat
  3. Rezension auf prisma.de; abgerufen am 8. September 2012
  4. Markus Ehrenberg: Die mit dem Tod tanzt. auf Tagesspiegel online vom 4. September 2012, abgerufen 9. September 2012.
  5. Carsten Rabe: Wenn sich der Tod die Zähne ausbeißt auf stern online vom 4. September 2012, abgerufen 9. September 2012.
  6. Stefan Niggemeier: Die Nahbare. In: Der Spiegel. Nr. 36, 2012 (online).
  7. Jürgen Overkott: Die Krebspatientin und der Tod auf WAZ online vom 4. September 2012, abgerufen 8. September 2012.
  8. Tilmann P. Gangloff: Gelungene Gratwanderung zwischen Lustspiel und Tragödie auf Chrismon online vom 4. September 2012 abgerufen am 8. September 2012.
  9. Drehort
  10. Neuheiten-Katalog von Lighthouse Home Entertainment (Memento des Originals vom 16. August 2012 im Internet Archive; PDF; 2,61 MB)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lighthouse-kg.com