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U 245

Deutsches Unterseeboot im Zweiten Weltkrieg

U 245 war ein deutsches U-Boot des Typs VII C, welches von der Kriegsmarine des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs eingesetzt wurde. Das U-Boot wurde am 10. November 1942 in der Friedrich Krupp Germaniawerft bei der Stadt Kiel als Nummer 679 auf Kiel gelegt, trug die Feldpostnummer M-52094 und ist ein U-Boot-Modell der Serie U 233 bis U 250.[1] Der Stapellauf erfolgte am 25. November 1943, und am 18. Dezember 1943 wurde U 245 unter dem Kommando des Korvettenkapitän Friedrich Schumann-Hindenberg[2] in Dienst gestellt.

Während drei Unternehmungen versenkte das U-Boot drei Schiffe mit insgesamt 17.087 Bruttoregistertonnen.

Es hat sich im Mai 1945 den Alliierten ergeben.

DesignBearbeiten

Typ VII C U-Boote haben eine größere Gesamtlänge als deren Vorgänger, Typ VII B U-Boote. U 245 hatte ein Gewicht von 769 t während an der Wasseroberfläche, und 871 t während unter Wasser. Es besaß eine Gesamtlänge von 67,1 m, eine Druckkörperlänge von 50,5 m, eine Schiffsbreite von 6,2 Metern, eine Höhe von 9,6 m sowie einen Tiefgang von 4,74 Metern. Das U-Boot wurde, für die Fahrt über Wasser, von zwei Viertakt-Sechszylinder-Dieselmotoren vom Typ Germaniawerft F46 angetrieben, welche insgesamt zwischen 2.800 und 3.200 PS (2.060–2.350 kW) erzeugten. Für Unterwasserfahrten wurden zwei elektrische Motoren des Typs AEG GU 460/8-27 genutzt, welche zusammen 750 PS (550 kW) leisteten. Das U-Boot hatte zwei Antriebswellen sowie 2 Propeller mit einer Länge von jeweils 1,23 m.

U 245 hatte eine maximale Oberflächengeschwindigkeit von 17,7 Knoten (32,8 km/h) und eine maximale Unterwassergeschwindigkeit von 7,6 Knoten (14,1 km/h). Wenn Unterwasser, konnte das U-Boot 80 nautische Meilen (150 km) bei 4 Knoten (7,4 km/h) zurücklegen. An der Wasseroberfläche war es in der Lage, 8.500 nautische Meilen (15.700 km) bei 10 Knoten (19 km/h) zu erreichen. Das U-Boot war ausgestattet mit fünf 53,3 cm Torpedozellen (vier am Bug und eine am Heck), 14 Torpedos, einer 8,8 cm SK C/35 Schiffskanone, 220 Schuss sowie einer Flugabwehrkanone. Die Besatzung bestand aus 44 bis 60 Personen.

EinsatzgeschichteBearbeiten

Nach Übungen mit der 5. U-Boot Flottille als Ausbildungsboot bei Kiel, wurde U 245 zur 3. Flottille am 1. August 1944 zum Dienst an der Front transferiert. Am 1. Oktober 1944 wurde es zur 33. Flottille zugewiesen.[2]

Erste VerlegungBearbeiten

U 245, unter Kommando von Kapitänleutnant Friedrich Schumann-Hindenberg, verlegte zusammen mit weiteren U-Booten der deutschen Kriegsmarine (U 482, U 979, U 1223 und U 680) von Kiel nach Horten. Das U-Boot führte dort bei der AGRU-Front Schnorchelübungen im Oslofjord durch.[1]

Erste UnternehmungBearbeiten

Nachdem es die Verlegungsfahrt von Kiel nach Horten beendet hat, begann der erste Ausgang mit der Abreise des U-Bootes von Horten am 14. August 1944. Nach Brennstoff- und Proviantergänzung in Kristiansand, und weiteren Ergänzungen in Bergen, operierte U 245, als Wetterboot im Nordatlantik. Dabei konnte es keine Schiffe versenken oder beschädigen. U 245 erreichte den Atlantischen Ozean nachdem es den Kanal zwischen Island und den Färöer Inseln passierte. Am 30. September 1944 wurde das U-Boot wurde von einem Consolidated PBY „Catalina“, einem Seeaufklärungsflugzeug, angegriffen, doch es trug keine Verluste und keinen Schaden davon. Auf dem Rückmarsch ging es über Flekkefjord (Luftgefahr) nach Marviken. Nach 71 Tagen und zurückgelegten 3.261 nautischen Meilen über und 3.195 nautischen Meilen unter Wasser, lief U 245 am 24. Oktober 1944 in Marviken ein.

Zweite VerlegungBearbeiten

U 245, unter Kapitänleutnant Friedrich Schumann-Hindenberg, verlegte zusammen mit U 518, U 534 und U 714 von Marviken nach Flensburg. Im November und Dezember 1944 kam es zu einer Grundüberholung des Bootes, erst in Kiel und später – wegen der ständigen Luftangriffe – in Schwerin.

Dritte VerlegungBearbeiten

Das U-Boot verlegte daraufhin von Kiel nach Helgoland. Dort erfolgte im U-Bootbunker die Restausrüstung zur nächsten Unternehmung.

Zweite UnternehmungBearbeiten

U 245 lief am 13. Januar 1945 von Helgoland aus. Nach dem Befehlsempfang in Kalundborg operierte das Boot in der Nordsee, südöstlich von North Foreland (England) bei South Falls. Am 5. Februar 1945 versenkte U 245 das amerikanische Schiff Henry B. Plant circa 17 nautische Meilen (31 km) östlich von Ramsgate. Ein weiteres Schiff, die niederländische Liseta, wurde am 15. Februar 1945 so schwer beschädigt, dass das Schiff als Totalverlust galt. Bei dieser Unternehmung versenkte U 245 7.240 Bruttoregistertonnen.[1]

Dritte UnternehmungBearbeiten

Das U-Boot lief am 6. April 1945 von Wilhelmshaven aus. Nach Ergänzungen auf Helgoland operierte das Boot in der Nordsee, südöstlich von England und den North Forelands. Das U-Boot versenkte das Britische Schiff Filleigh sowie die Karmt, ein Norwegisches Frachtschiff, circa 10 nautische Meilen (19 km) östlich von North Foreland in Kent. Insgesamt versenkte das U-245 bei dieser Unternehmung 9.847 Bruttoregistertonnen. Nach 33 Tagen lief U 245 in Bergen ein.

Verlust des U-BootesBearbeiten

U 245 ergab sich am 9. Mai 1945 und wurde über Scapa Flow nach Loch Ryan für Operation Deadlight transferiert. Sechs Monate später, am 7. Dezember 1945, wurde U 245 versenkt, indem die Schlepperverbindung zur HMS Enchanter getrennt wurde.[3]

Zusammenfassung von VersenkungenBearbeiten

Datum Schiffsname Nationalität Bruttoregistertonnen Schicksal[4]
5. Februar 1945 Henry B. Plant Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 7.240 Versenkt
18. April 1945 Filleigh Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 4.856 Versenkt
18. April 1945 Karmt Norwegen  Norwegen 4.991 Versenkt

LiteraturBearbeiten

  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: German U-boat commanders of World War II: a biographical dictionary (englisch). Greenhill Books, Naval Institute Press, London / Annapolis, Md 1999, ISBN 1-55750-186-6.
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945, Band IV: Deutsche U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. Mittler, Hamburg / Berlin / Bonn 1999, ISBN 3-8132-0514-2.
  • Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maass: German Warships 1815–1945 (englisch), Band 2: U-boats and Mine Warfare Vessels. Conway Maritime Press, London 1991, ISBN 1-55750-301-X.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c U-245. Ubootarchiv; abgerufen am 8. Mai 2017.
  2. a b U-245. Ubootnet; abgerufen am 8. Mai 2017.
  3. U-245. U-Boot-Archiv; abgerufen am 8. Mai 2017.
  4. Guðmundur Helgason: Schiffe getroffen von U-245. Abgerufen am 26. Dezember 2014.