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Trebatsch (niedersorbisch Žrobolce; 1937–1945 Leichhardt), auch Leichhardt-Gemeinde genannt, ist ein Ortsteil von Tauche, der sich aus den früheren Ortsteilen Sabrodt, Sawall und Rocher zusammensetzt. Trebatsch liegt an der Spree im Südwesten des Landkreises Oder-Spree in Brandenburg, unweit des Schwielochsees. Der Ortsteil Trebatsch mit 616 Einwohnern befindet sich 12 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Beeskow und etwa 90 Kilometer südöstlich von Berlin.

Trebatsch
Gemeinde Tauche
Koordinaten: 52° 5′ 6″ N, 14° 10′ 14″ O
Höhe: 44 m
Fläche: 20,92 km²
Einwohner: 616
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 15848
Vorwahl: 033674
Trebatsch (Brandenburg)
Trebatsch

Lage von Trebatsch in Brandenburg

Findling 1000 Jahre Trebatsch auf dem Leichhardtplatz
Findling 1000 Jahre Trebatsch auf dem Leichhardtplatz

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

Bekannt ist der auf der Nordseite der Spree liegende Ortsteil Sabrodt, die Geburtsstätte von Ludwig Leichhardt (1813–1848), einem Entdeckungsreisenden in Australien.

Im Ort befinden sich eine von 1867 bis 1869 errichtete neogotische Kirche und Fachwerkhäuser einer früheren Saatzuchtanstalt. Trebatsch und Sabrodt waren ursprünglich über eine Fähre, später über eine Holzzugbrücke erreichbar. Heute verbindet die Orte eine 81 Meter lange Stahlbetonbrücke, die 1945 gesprengt worden war, 1956 wieder aufgebaut und Anfang der 1990er Jahre saniert wurde. Trebatsch ist der Standort des Ludwig-Leichhardt-Museums. Bis 2000 befand sich dort auch die 1980 benannte Leichhardt-Schule, die wegen Schülermangel geschlossen wurde.[1] In Tauche befindet sich die heutige Ludwig-Leichhardt-Grundschule.[2]

GeschichteBearbeiten

Trebatsch entstand als slawische Siedlung und wurde erstmals im Jahr 1004 als Triebus urkundlich erwähnt – allerdings war die Zuordnung von Triebus zu Trebatsch lange umstritten. Nach jüngeren sprachhistorischen Forschungen, die der Onomastiker Karlheinz Hengst vertiefte und 2013 zusammenfasste, dürfte die Zuordnung als gesichert gelten.[3] Im Brandenburgischen Namenbuch (2005) und im Historischen Ortslexikon (1989) wird als erste Erwähnung des Ortes ein Dokument aus dem Jahr 1324 mit der Angabe czu Trebetsch genannt.[4][5]

Im Zuge der nationalsozialistischen Germanisierung sorbischstämmiger Ortsnamen wurde Trebatsch am 18. November 1937 in „Leichhardt“ umbenannt. Die ebenfalls sorbischen Ortsnamen von Sabrodt und Sawall waren bereits im April 1937 gestrichen worden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden diese Änderungen rückgängig gemacht.[6]

AbbildungenBearbeiten

Vereine und kommunale EinrichtungenBearbeiten

  • Landsportverein 57 Trebatsch e.V.
  • Ludwig-Leichhardt-Gesellschaft e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Trebatsch
  • Kindertagesstätte und Hort

WeblinksBearbeiten

  Commons: Trebatsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. gemeinde-tauche.de: Trebatsch, abgerufen am 22. Juni 2013
  2. gemeinde-tauche.de: Ludwig- Leichhardt-Grundschule, abgerufen am 22. Juni 2013
  3. Karlheinz Hengst: Sprachforschung und historische Landeskunde. Eine Urkunde vom Ende des 12. Jahrhunderts und der Mitteilungsgehalt der Namen. In: Namenkundliche Informationen, 2012/2013, 101/102, hrsg. von Susanne Baudisch, Angelika Bergien, Albrecht Greule, Karlheinz Hengst, Dieter Kremer, Dietlind Kremer und Steffen Patzold im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung e. V. und der Philologischen Fakultät der Universität Leipzig. Leipziger Universitätsverlag 2013 ISSN 0943-0849 S. 182–218. Zu Triebus/Trebatsch siehe S. 209, 215 PDF.
  4. Sophie Wauer: Brandenburgisches Namenbuch. Teil 12: Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. Nach Vorarbeiten von Klaus Müller. (Berliner Beiträge zur Namenforschung, Band 13). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1, S. 115.
  5. Joachim Schölzel (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. (HOL) Teil IX: Beeskow – Storkow. (Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam, Band 25). Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-86-0 (Nachdruck der Ausgabe: Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1989, ISBN 3-7400-0104-6) S. 281.
  6. Gero Lietz: Zum Umgang mit dem nationalsozialistischen Ortsnamen-Erbe in der SBZ/DDR. Leipzig 2005, S. 113