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Thomas Maria Weber

deutscher Klassischer Archäologe
Thomas Maria Weber in Jordanien (2019).

Thomas Maria Weber (* 24. Dezember 1953 in Bockum-Hövel) ist ein deutscher Klassischer Archäologe.

Thomas Maria Weber (seit 2016 Weber-Karyotakis) studierte von 1974 bis 1982 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der University of Oxford Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Byzantinistik und Frühchristliche Kunstgeschichte. Die Promotion erfolgte 1982 in Mainz mit einer Dissertation zum Thema Bronzekannen. Studien zu ausgewählten archaischen und klassische Oinochoenformen aus Metall in Griechenland und Etrurien. 1982/83 war Weber Reisestipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts und anschließend 1984/85 Referent an der Abteilung Damaskus des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). 1985 wurde er Leiter der Zweigstelle Amman des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes. Gefördert durch Forschungs- und Habilitationsstipendien des DAI und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) arbeitete Weber an seiner Habilitation zum Thema Gadara Decapolitana. Untersuchungen zur Topographie, Geschichte, Architektur und der bildenden Kunst einer „Polis Hellenis“ im Ostjordanland. Er erhielt 1996 die Venia Legendi an der Universität Mainz, wo er schon seit 1994 lehrte. Zwischen 1995 und 1997 war Weber zudem Chefredakteur beim Verlag Philipp von Zabern in Mainz, wo er die Zeitschrift Antike Welt betreute. Von 1997 bis 2008 war er Teilprojektleiter beim an der Universität Mainz angesiedelten Sonderforschungsbereich 295 der DFG. Zwischen 2001 und 2003 führte Weber eine Gastprofessur nach Paris und als Chercheur Associé des Centre national de la recherche scientifique nach Nanterre. 2003 leitete er das Syrisch-Europäische Projekt „Arabische Bilddatenbanken“ in Damaskus. Ein Jahr später wurde er zum außerplanmäßigen Professor in Mainz ernannt. Seit 2008 arbeitete Weber am Projekt Sculptures from Roman Syria II. The Marble Sculpture mit. Ab 2010 war er Professor für Klassische Archäologie an der Universität von Jordanien in Amman. Seit 2016 lehrt er als Langzeitdozent des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an der School of Architecture and Built Environment der German-Jordanian University in Amman.

Weber ist korrespondierendes Mitglied des DAI. Er führte Ausgrabungen und Feldforschungen in Griechenland, Syrien, Jordanien, Jemen, Saudi-Arabien und Libyen durch. Er ist Fachmann für griechische und etruskische Toreutik, historische Geografie, römische Sarkophage, römische und frühchristlich-byzantinische Architektur, byzantinische Realienkunde, römische Plastik Vorderasiens sowie für Bilddatenbanken in den Kulturwissenschaften.

SchriftenBearbeiten

  • Bronzekannen. Studien zu ausgewählten archaischen und klassischen Oinochoenformen aus Metall in Griechenland und Etrurien (= Archäologische Studien. Band 5). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1982, ISBN 3-8204-7287-8 (Zugleich: Mainz, Universität, Dissertation, 1982).
  • Syrisch-römische Sarkophagbeschläge. Orientalische Bronzewerkstätten in römischer Zeit (= Damaszener Forschungen. Band 2). von Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-0979-1.
  • Pella Decapolitana. Studien zur Geschichte, Architektur und bildenden Kunst einer hellenisierten Stadt des nördlichen Ostjordanlandes (= Abhandlungen des Deutschen Palästina-Vereins. Band 18). Harrassowitz, Wiesbaden 1993, ISBN 3-447-03377-0.
  • Herausgeber mit Robert Wenning: Petra. Antike Felsstadt zwischen arabischer Tradition und griechischer Norm (= Antike Welt. Sonderband. = Zaberns Bildbände zur Archäologie). von Zabern, Mainz 1997, ISBN 3-8053-1983-5.
  • Gadara Decapolitana. Untersuchungen zur Topographie, Geschichte, Architektur und der Bildenden Kunst einer „Polis Hellenis“ im Ostjordanland (= Abhandlungen des Deutschen Palästina-Vereins. Band 30). Harrassowitz, Wiesbaden 2002, ISBN 3-447-03981-7 (Zugleich: Mainz, Universität, Habilitations-Schrift, 1995).
  • Herausgeber mit Hans-Rupprecht Goette: Marathon. Siedlungskammer und Schlachtfeld – Sommerfrische und olympische Wettkampfstätte (= Antike Welt. Sonderband. = Zaberns Bildbände zur Archäologie). von Zabern, Mainz 2004, ISBN 3-8053-3378-1.
  • Herausgeber mit Jean-Marie Dentzer: Sahr al-Ledja II: Recherches Syro-Européennes 1998–2008, Hauran IV. (= Bibliothèque Archéologique et Historique, Volume 184), Institut Français du Proche-Orient, Aleppo-Amman-Beirut-Damaskus 2009, ISBN 978-2-35159-146-8.
  • Herausgeber mit Ignacio Arce, Denis Feissel: The Edict of Emperor Anastasius I (491-518). An interim Report., DAAD, Amman 2014.
  • Herausgeber mit Jean-Marie Dentzer: Sahr al-Ledja I: Recherches Syro-Européennes 1998–2008, Hauran IV. (= Bibliothèque Archéologique et Historique, Volume 209), Institut Français du Proche-Orient, Beirut 2017, ISBN 978-2-35159-729-3

WeblinksBearbeiten

  Commons: Thomas Maria Weber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien