Toreutik

(Kunst-)Handwerk der Metallbearbeitung

Toreutik (griech. τορευτική, toreutiké, lat. Caelatura) ist die Bildnerei in Metallen im Unterschied zur Skulptur (sculptura), der Arbeit in Stein, Keramik und Holz.[1] Die Künstler in dieser Arbeit heißen Toreuten.[2]

Achillesplatte aus dem Silberschatz von Kaiseraugst, ein Beispiel spätantiker Toreutik.
Mythologische Darstellung der Übergabe der Waffen des Achilles, Fresko aus Pompeji im Nationalmuseum Neapel. Im Vordergrund links: Toreut bei der Verzierung des Helms.

BegrifflichesBearbeiten

Toreutik ist namentlich die Bearbeitung des Metalls mit scharfen Instrumenten – das Ziselieren. Bereits in der Antike wurde auch die Technik des Herausschlagens oder Treibens der Formen mittels Punzen in gleicher Weise bezeichnet, unter Umständen aber auch ein teilweises Gießen in Formen.[3] Es sind auch schon in römischer Zeit Arbeiten in anderen Materialien gelegentlich als toreutische Erzeugnisse bezeichnet worden.[4]

Ab Ende des 18. Jahrhunderts nutzte die Firma Klauersche Kunst-Fabrick Weimar den Begriff Toreutica für Ihre Kunstbacksteine, aus Ziegelsteinmasse geformte und gebrannte Skulpturen und Bauschmuck.[5]

 
Eine Arbeit von Bahram elyasi
 
Ein Astrolabium von Ibrahim Latkhafi[6]

Bekannte ToreutenBearbeiten

Die Namen einiger antiker Toreuten sind bekannt, sei es aus der zeitgenössischen Literatur, sei es durch ihre signierten Werke. Eine Zusammenstellung dazu bietet das Künstlerlexikon der Antike. Zu diesen gehören der von Vergil erwähnte (fiktive?) Alkimedon,[7] Boethos von Kalchedon, Medamus oder Zenodoros.

Zeitgenössische Meister der persischen ToreutikBearbeiten

• Bahram Elyasi ist ein bekannter Kupferstecher im Isfahani-Stil. Er wurde der Kupferstecher von Farshchian genannt. Arbeiten von Bahram elyasi befinden sich in der Saadabad-Sammlung, in der Sammlung des Museums für zeitgenössische Kunst in Teheran, im Kriegsmuseum und im Museum 'The Islamic Conference. Das Utah State Museum besitzt zwei Werke namens "Polo".[8]

• Ebrahim Latkhafi war einer der bekanntesten Meister der Kalligraphie und des Astrolabiums in Isfahan. Er starb am 20. März 2012 und wurde in der Künstlerabteilung des Rezvan-Gartens in Isfahan beigesetzt.

• Hossein Alagmandan, geboren 1310 in Isfahan, war einer der bekanntesten Meister der Isfahan-Gravur. Er verstarb am 25. März 2017. Seine Werke sind in Saadabad und anderen Museen im Iran öffentlich zu sehen.

LiteraturBearbeiten

  • Hugo Blümner: Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen und Römern. Vierter Band. Verlag G.B. Teubner, Leipzig 1886.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Duden online: Toreutik
  2. Duden online: Toreut
  3. Blümer S. 232 f.
  4. Blümer S. 233 mit Zusammenstellung von Quellen.
  5. Verzeichnis der Toreutica-Waare der Klauerschen Kunstfabrick zu Weimar. Weimar: Verlag des Industrie-Comptoirs, 1792-1800, Digitalisat der SUB Göttingen
  6. Toreutics. In: Wikipedia. 11. April 2021 (wikipedia.org [abgerufen am 16. April 2021]).
  7. Rainer Vollkommer (Hrsg.) Künstlerlexikon der Antike S. 27.
  8. Toreutics. In: Wikipedia. 11. April 2021 (wikipedia.org [abgerufen am 16. April 2021]).