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Tatort: Tod aus Afrika

Episode der Fernsehserie Tatort

Tod aus Afrika ist ein Fernsehfilm aus der Tatort-Krimireihe. Der vom ORF und Satel Film produzierte Beitrag wurde am 2. Juli 2006 im Ersten zum ersten Mal gesendet. Es ist der 15. Fall des von Harald Krassnitzer dargestellten Wiener Chefinspektors Moritz Eisner.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelTod aus Afrika
ProduktionslandÖsterreich
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
ORF
Länge89 Minuten
EinordnungFolge 635 (Liste)
Erstausstrahlung2. Juli 2006 auf Das Erste
Stab
RegieAndreas Prochaska
DrehbuchFelix Mitterer
ProduktionMichael Wolkenstein
Andreas Payer
MusikStefan Bernheimer
KameraDavid Slama
SchnittKarin Hartusch
Besetzung

In dieser 635. Tatort-Folge hat es der Ermittler mit Auftragsmorden zu tun. Flüchtlinge aus Afrika werden von ihren Feinden bis nach Europa verfolgt.

HandlungBearbeiten

In Tirol wird ein Bewohner eines Asylantenheims grausam erschlagen aufgefunden. Da es sich um eine politisch motivierte Tat handeln könnte, wird Eisner eingeschaltet. Mithilfe eines Dolmetschers versucht er die Mitbewohner des Opfers zu befragen. Da sie alle in einem ehemaligen Gasthof leben, quartiert er sich kurzerhand dort ein um seine Ermittlungen aufzunehmen. Die Befragung der Asylanten ergibt keine Hinweise auf den Täter.

Der Gasthof wird von Frieda Jordan, ihrer Tochter Ingrid und ihrem Schwiegersohn Klaus bewirtschaftet. Eisner beobachtet, wie Klaus mit einem Kleinbus einige Asylbewerber zu einer Baustelle fährt, um sie dort arbeiten zu lassen. Fatima hat er als Putzfrau vermittelt, allerdings soll sie dort zusätzlich sexuelle Dienste leisten, so wie er sich selber regelmäßig an ihr vergreift. Seine Schwiegermutter nutzt nun die Chance ihn loszuwerden und belastet ihn schwer. Unter Mordverdacht wird er festgenommen und abgeführt. Er gibt zu, der Asylantin Ishraga im Wald nachgestiegen und dabei regelrecht über die Leiche gestolpert zu sein. Dadurch seien die belastenden Spuren an seine Kleidung gelangt.

In der Nacht wird der junge Tambour tot aufgefunden. Eisner ist sich sicher, dass es ein Unfall war. Omar Schiowa meint jedoch, dass man den Jungen ganz sicher umgebracht habe. Er offenbart sich Eisner und erklärt: Er und seine Familie kommen nicht aus Somalia, wie sie angegeben hatten, sondern aus dem Sudan. Dort werden sie politisch verfolgt und stehen auf einer Todesliste. Der erste Ermordete wäre sein Bruder gewesen. Wie es aussieht, haben seine Landsleute sie nun gefunden und werden nicht ruhen, bis alle tot sind. Tambour wurde im Sudan als Kindersoldat ausgebildet und hatte den Auftrag Omar umzubringen. Dass er jetzt selber zum Opfer geworden ist, erscheint nicht logisch.

So stellt sich heraus, dass Eisners Dolmetscher Farah den Auftrag Omar und seine Familie zu töten an Jaragi, einem Asylwerber aus dem Kosovo, erteilt hatte, der am Ende bei dem Versuch zu fliehen tödlich verunglückt. Farah kann ausfindig gemacht werden und es zeigt sich, dass auch er von Auftraggebern unter Druck gesetzt wurde seine Landsleute zu verraten.

HintergrundBearbeiten

Die Dreharbeiten erfolgten vom Österreichischen Rundfunk (ORF) in Zusammenarbeit mit Satel Film und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) unter dem Arbeitstitel Schwarz wie die Nacht[1] in Hochpillberg im Karwendelgebiet in Tirol.[2]

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

5,12 Millionen Zuschauer sahen die Folge Tod aus Afrika in Deutschland bei ihrer Erstausstrahlung am 2. Juli 2006, was einem Marktanteil von 18,4 Prozent entsprach.[2] Beim Tatortblog erreicht die Episode Platz 751 von 926 möglichen.[3]

KritikenBearbeiten

Tilmann P. Gangloff stellt ernüchternd fest: „Zu viele Erzählebenen verstellen den Blick auf das Wesentliche.[…] Ärgerlicher aber ist der Versuch, den Krimi mit allerlei Mätzchen aufzumotzen. Die Musik ist zwar interessant, scheitert aber trotzdem in dem Bemühen, im Verein mit allgegenwärtigen Amuletten der Tiroler Beschaulichkeit eine gewisse ‚Mystery‘Stimmung zu verleihen. Im Gegenteil: Gerade weil sich der Film so prätentiös gibt, wird die Fallhöhe zwischen Wunsch und Wirklichkeit nur noch deutlicher.“[4]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV-Spielfilm meinen zu diesem Tatort: „Erst passiert nichts, dann alles zugleich.“[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Produktionsdetails bei der Internet Movie Database, abgerufen am 23. April 2014.
  2. a b Drehorte und Einschaltquote auf fundus.de, abgerufen am 23. April 2014.
  3. Tatort Rangliste auf tatort-blog.de, abgerufen am 23. Dezember 2013.
  4. Tilmann P. Gangloff: Kritik zum Film auf Kino.de, abgerufen am 23. April 2014.
  5. Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 23. April 2014.