Tamariz de Campos

Gemeinde in Spanien

Tamariz de Campos ist eine nordspanischer Ort und Hauptort einer Gemeinde (municipio) mit 80 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) in der Provinz Palencia der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León.

Gemeinde Tamariz de Campos
TamarizDeCampos20130607104831P1170352Aclarado.jpg
Tamariz de Campos – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
?
Hilfe zu Wappen
Tamariz de Campos (Spanien)
Basisdaten
Land: Spanien Spanien
Autonome Gemeinschaft: Kastilienleon Kastilien und León
Provinz: Valladolid
Comarca: Tierra de Campos
Koordinaten 41° 59′ N, 5° 1′ WKoordinaten: 41° 59′ N, 5° 1′ W
Höhe: 750 msnm
Fläche: 37,78 km²
Einwohner: 80 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 2 Einw./km²
Postleitzahl: 47815
Gemeindenummer (INE): 47162
Verwaltung
Website: Tamariz de Campos

LageBearbeiten

Der Ort Tamariz de Campos liegt am Río Sequillo in der kastilischen Hochebene (Tierra de Campos) in einer Höhe von etwa 750 m ü. d. M.[2] Die Provinzhauptstadt Valladolid befindet sich knapp 54 km (Fahrtstrecke) südöstlich; Palencia, die Hauptstadt der Nachbarprovinz ist ca. 55 km in östlicher Richtung entfernt. Das Klima im Winter ist durchaus kalt, im Sommer dagegen warm bis heiß; die spärlichen Regenfälle (ca. 435 mm/Jahr) fallen verteilt übers ganze Jahr.[3]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1842 1900 1950 2000 2016
Einwohner k. A. 563 539 97 61

Der dramatische Bevölkerungsrückgang in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hängt im Wesentlichen mit der Mechanisierung der Landwirtschaft und dem damit einhergehenden Verlust an Arbeitsplätzen zusammen.[4]

WirtschaftBearbeiten

Die Landwirtschaft spielte seit jeher die wichtigste Rolle für die Bevölkerung in der Comarca Tierra de Campos, doch bereits im Mittelalter entwickelten sich auch Handwerk und Handel, die jedoch mittlerweile wieder verschwunden sind. Seit dem 19. Jahrhundert durchquert der Canal de Castilla den Süden des Gemeindegebiets.

GeschichteBearbeiten

In vorrömischer Zeit gehörte die Region zum Siedlungsgebiet des keltischen Volksstamms der Vaccäer; später kamen Römer und Westgoten, die jedoch in dem riesigen Gebiet kaum Spuren hinterließen. Im 8. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Mauren überrannt, doch bereits im 9. Jahrhundert eroberten asturisch-leonesische Heere die Gebiete nördlich des Duero zurück (reconquista). Ende des 10. Jahrhunderts machte der maurische Heerführer Almansor die christlichen Erfolge vorübergehend wieder zunichte, aber im 11. Jahrhundert dehnte das Königreich León sein Herrschaftsgebiet erneut bis zur Duero-Grenze aus. Nach vorangegangenen Versuchen vereinigte sich León im Jahr 1230 endgültig mit dem Königreich Kastilien. Seine Blütezeit erlebte der Ort im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Ort mit Kirche San Pedro
  • Die ganz aus Ziegelsteinen über einer älteren romanischen Kirche erbaute Pfarrkirche Iglesia de San Pedro stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Im Innern befinden sich mehrere geschnitzte Barockaltäre und Prozessionskreuze.
  • Von der Iglesia de San Juan stehen noch die mittelalterliche Turmruine und ein sehenswertes Renaissanceportal.
  • Schönstes Bauwerk der Stadt ist das Rathaus, welches in einem Palast aus dem 16. Jahrhundert untergebracht ist.
Umgebung
  • In der Umgebung des Ortes stehen zwei Einsiedlerkirchen aus dem 17. oder 18. Jahrhundert (Ermita de Nuestra Señora Virgen del Castillo und Ermita Virgen del Castillo ).
  • An einer Schleuse am Canal de Castilla erhebt sich die grandiose Ruine einer Getreidemühle aus dem 19. Jahrhundert.

WeblinksBearbeiten

Commons: Tamariz de Campos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Tamariz de Campos – Karte mit Höhenangaben
  3. Tamariz de Campos – Klimatabellen
  4. Tamariz de Campos – Bevölkerungsentwicklung