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Starków (deutsch: Altbatzdorf, tschechisch Pertoltov, auch Starý Batzdorf[2]) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Wojewodschaft Niederschlesien. Es liegt neun Kilometer südwestlich von Kłodzko, zu dessen eigenständiger Landgemeinde es gehört.

Starków
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Starków (Polen)
Starków
Starków
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Kłodzko
Geographische Lage: 50° 22′ N, 16° 35′ OKoordinaten: 50° 22′ 17″ N, 16° 34′ 34″ O
Höhe: 391 m n.p.m.
Einwohner: 200 ([1])
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau



Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Starków liegt an der Straßenverbindung von Stary Wielisław nach Gorzanów. Nordöstlich liegt der 400 m hohe Plattenhübel (Polana). Nachbarorte sind: nördlich die aufgelassene Siedlung Dunaj (Duhnehäuser) und Stary Wielisław, nordöstlich Krosnowice, südöstlich Topolice und Gorzanów, südlich Nowa Łomnica sowie Stara Łomnica und westlich Starkówek.

GeschichteBearbeiten

 
St.-Nikolaus-Kirche

Altbatzdorf wurde erstmals 1338 erwähnt. In diesem Jahre bezeugte der Pfarrer Henricus aus „Bertholdi villa“ einen Stiftungsbrief. Es wurde zunächst als „Bertholdsdorf“ und „Berzdorf“ bezeichnet. Erst im 16. Jahrhundert bürgerte sich – zur Unterscheidung eines gleichnamigen Nachbarortes – die Bezeichnung „Altbatzdorf“ ein. Es gehörte zum Glatzer Distrikt im Glatzer Land, mit dem es die Geschichte seiner politischen und kirchlichen Zugehörigkeit teilte. Das Dorf bestand aus einem Dominialanteil und einem Freirichtergut. Den Dominialanteil besaßen 1340 die Glatzer Bürger Nikolaus Langer und Fritz Vogt. Sie verkauften ihren Besitz 1342 den Brüdern Otto und Reinczko von Glaubitz. Diese veräußerten ihn 1349 dem Prager Erzbischof Ernst von Pardubitz und seinen Brüdern Smil und Wilhelm. Der Kauf wurde am 31. Mai 1349 in Prag durch König Karl IV. bestätigt. 1350 schenkten die drei Brüder diesen Anteil zusammen mit weiteren Besitzungen dem vom Erzbischof gegründeten Glatzer Augustiner-Chorherrenstift.

Im Dreißigjährigen Krieg verlor Altbatzdorf seine Eigenschaft als Pfarrort. Damals wurde es von der Pfarrei Altwilmsdorf versorgt, wohin es anschließend als Filiale zugewiesen wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurden 1621 wurden Kelche, Glocken, Messgewänder u. a. von der Glatzer antikaiserlichen Besatzung aus der Kirche geraubt.

Nachdem das Augustinerstift in den Wirren der Reformation weitgehend untergegangen war, übergab der letzte Propst Christoph Kirmeser sämtliche zum Stift gehörenden Besitzungen der Johanniterkommende Glatz, die ab 1624 an die Jesuiten überging. Sie erwarben um 1602 auch das Freirichtergut mit allen Rechten und den zugehörigen Untertanen und wandelten es zu einem herrschaftlichen Vorwerk um. Nachdem die Jesuiten zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges vertrieben wurden, verwaltete deren Güter Valentin von Reichenau. Das Vorwerk wurde 1622 vom Glatzer Kommandanten Franz von Thurn dem Johann von Eckersdorf und Labitsch übergeben, wurde jedoch kurz danach von den Kaiserlichen abgebrannt. Nach der Eroberung der Grafschaft Glatz 1622 durch die Kaiserlichen erhielten die Jesuiten ihren Besitz zurück und bauten das Vorwerk wieder auf. Im Februar 1648 plünderten kaiserliche Truppen das Dorf.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 und endgültig nach dem Hubertusburger Frieden 1763 fiel Altbatzdorf zusammen mit der Grafschaft Glatz an Preußen. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 wurden dessen Güter zunächst vom Königlichen Schulenamt verwaltet. Von diesem erwarb Altbatzdorf 1788 die Reichsgräfin Franziska von Schlegenberg, Erbfrau auf Regensdorf, von der es 1788 auf ihren Sohn Johann Nepomuk Reichsgrafen von Schlegenberg überging. Er veräußerte das Gut 1805 an den Kriminalrat Ignatz Wanke. Für dieses Jahr sind nachgewiesen: eine Filialkirche, ein Pfarrhaus, eine Schule, ein herrschaftliches Vorwerk, 17 Dienstbauern, je ein Schuhmacher, Schmied und Schneider sowie 25 Gärtner und Häusler.

Nach der Neugliederung Preußens gehörte Altbatzdorf seit 1815 zur Provinz Schlesien und war 1816–1945 dem Landkreis Glatz eingegliedert. 1939 wurden 343 Einwohner gezählt. Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel es 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Starków umbenannt. Nachfolgend wurde die deutsche Bevölkerung vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Die Zahl der Einwohner ging deutlich zurück. 1975–1998 gehörte Starków zur Woiwodschaft Wałbrzych (Waldenburg). Die Kirche ist nunmehr eine Filiale der Pfarrkirche St. Margaretha in Stara Łomnica.

FreirichteranteilBearbeiten

Dieses Richtergut unterstand zunächst der Obergerichtsbarkeit der Böhmischen Kammer. Nachdem Ernst von Pardubitz und seine Brüder Smil und Wilhelm den Dominialanteil 1350 dem Glatzer Augustinerkloster schenkten, unterwarf Kaiser Karl IV. auch den Richter und dessen Gut dem Augustinerkloster.

Bekannte Besitzer des Richterguts waren 1349–1366 ein Henslin und 1416 die Brüder Sigmund, Stephan und Augustin Bertholdsdorf, genannt Beyer. 1461 besaß es ein Arnest, 1520–1533 ein Veit, 1546 Hans Scholz, später Andreas Adler und 1574 Thomas Berzdorfer, der mit Katharina von Pannwitz aus Lomnitz verheiratet war. Deren Sohn Konrad Berzdorfer verkaufte das Richtergut 1602 den Glatzer Jesuiten, die schon den Dominialanteil besaßen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die bereits 1338 erwähnte St.-Nikolaus-Kirche wurde um 1400 als gotische Saalkirche neu errichtet und Ende des 17. Jahrhunderts sowie 1794 umgebaut. Die Skulpturen der Muttergottes mit Kind sowie der hll. Barbara und Nikolaus stammen aus der Zeit um 1500. Der Hochaltar entstand um 1690, die Kanzel um 1730. Die Kirche ist von einer Wehrmauer umgeben. Am Tordurchgang befinden sich steinerne Figuren der hll. Nikolaus und Johannes von Nepomuk aus dem 18. Jahrhundert.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Starków – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. mapa.szukacz.pl, Starków - Informacje dodatkowe, abgerufen am 3. Juni 2008
  2. Marek Šebela, Jiři Fišer: České Názvy hraničních Vrchů, Sídel a vodních toků v Kladsku. In: Kladský Sborník 5, 2003, S. 378